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21. November 2009, 09:46 Uhr

Google braucht ein Gegengewicht

Der Paradigmenwechsel hin zu webbasiertem Computing ist in vollem Gange. Kein Unternehmen treibt ihn so konsequent voran wie Google. Die etablierte Konkurrenz schläft - und schafft sich so ein Microsoft 2.0. Ein Kommentar von Martin Ottomeier

Zoom
Google, Chrome OS, Betriebssystem, Browser, Cloud Computing

Das Logo von Googles Chrome sollte Microsoft & Co. erschrecken© Google

Das Internet ist schon lange viel mehr als eine große Bibliothek. Die Online-Nutzung von E-Mail ist alltäglich. Kalender werden im Netz geführt, Kontakte gepflegt, Videos und Bilder betrachtet. Die nächste große Welle, die Nutzung von Geschäftsanwendungen über die vielbeschworene Cloud, baut sich gerade richtig auf. Man muss kein Prophet sein, um zu prognostizieren, dass es schon in wenigen Jahren gang und gäbe ist, eine Vielzahl von Anwendungen im Web zu nutzen - von jedem Ort und mit beliebigen Endgeräten, auch mit Handys. Und dass der traditionellen PC-Anwendung ein Nischendasein droht.

Doch obwohl allen großen IT-Konzernen dies bewusst ist, baut kein Unternehmen so konsequent die Infrastruktur für die neue Welt auf wie Google. Die Zahl der Komponenten des Suchmaschinen-Marktführers ist fast unerschöpflich. Mit dem Betriebssystem Chrome OS und dem Web-Browser Chrome wird der PC-Zugang ins Web geschaffen; mit Android besetzt Google den Smartphone-Markt; Gears ermöglicht es, Online-Anwendungen auch zu verwenden, wenn es gerade keine aktive Internet-Verbindung gibt. Auch Anwendungen stellt der Konzern online zur Verfügung, wie E-Mail, Office-Programme oder Navigationslösungen.

Bei anderen Konzernen wie Microsoft, Oracle oder IBM ist nicht zu erkennen, dass sie in solch einem Umfang und solcher Konsequenz das Cloud Computing vorantreiben. Google ist auf dem besten Weg, die Standards für das Internet von morgen zu setzen.

Doch die Gefahr ist groß, dass Google auf diese Weise zum alles dominierenden Anbieter der nächsten IT-Generation wird - quasi ein Microsoft 2.0. Und dass die Anwender damit irgendwann einmal von der Technologie eines einzigen Konzerns abhängen werden. Wohin das führt, weiß man aus der Geschichte des PC. Nicht umsonst ist Microsoft wegen der Ausnutzung seiner dominanten Position mehrfach mit den Kartellbehörden kollidiert.

Doch so weit muss es nicht kommen. Gerade Oracle, IBM und nicht zuletzt auch Microsoft wären in der Lage, dem Paroli zu bieten. Sie müssten sich nur von ihrem traditionellen Denken lösen und konsequenter als bisher in das neue Geschäft investieren - nicht nur zum Wohle des Kunden, sondern auch aus eigenem Interesse. Auch den großen IT-Konzernen müsste daran gelegen sein, künftig nicht zum Nischenanbieter degradiert zu werden.

Gefunden in ...

Gefunden in ... ... der "FTD"

Ein Kommentar von Martin Ottomeier
KOMMENTARE (5 von 5)
 
RudiRastlos (21.11.2009, 18:08 Uhr)
Hypothese Zukunft
also mal angenommen, Cloud Computig schlägt ein wie eine Bombe, sowohl bei Firmen als auch beim Anwender, dann sehe ich schwarz für Softwarefirmen und Programmierer denn ich brauche mir mein Office, Spiel, oder eine Applikation nicht mehr zu installieren denn alles ist in der Wolke......
Somit macht mir das schon etwas Angst nicht nur was meine Daten angeht sondern auch die Kontrolle die ich dann abgebe....
So was zum Schluss bedeutet das Google das alleinige Sagen haben wird denn dann sind in der Endkonsequenz alle Alternativen gegenstandlos.....
Wozu benötige ich dann noch einen Mac oder Linux oder auch Windows oder sonstwedes PC-Betriebssystem, diese werden defakto überflüssig......
Mann braucht nur eine funktionierende Internet Verbindung und mit Gears macht man Online Apps auch Offline fähig das war es dann schon fast, denn alles ist in der Wolke......
Das wird vieles wenn nicht nahezu alles auf den Kopf stellen!
Logan5 (21.11.2009, 14:19 Uhr)
bedenklich
Wenn Google das Cloud-Computing alleine beherrscht, dann wird Google jeden meiner Briefe aus der Textverarbeitung kennen, meine Kostenaufstellung aus der Tabellenkalkulation, meine Privatphotos aus der Bildbearbeitung und mein Wohnhaus aus Streetview. Wer kontrolliert, wie die mit diesen Daten umgehen?
Motzerator (21.11.2009, 12:29 Uhr)
Standards sind wichtig
Mir ist es eigentlich egal, ob nun Microsoft oder Google in Zukunft der Platzhirsch im IT Bereich sind, wichtig ist mir nur, das eine Firma die Standards vorgibt, weil unsere Regierungen weltweit dies einfach nicht schaffen.

Der Grund ist folgender: Normen führen zu einer Vereinfachung, da fast alle PC mit Windows laufen, kann man mit guten Windows Kentnissen fast alle PC in den Griff bekommen.

Sicher ist so ein Standard immer auch ein kleinster gemeinsamer Nenner, nicht unbedingt innovativ und Konkurrenz in Form von besseren Nischenprodukten ist wichtig, um den Standard durch einen gewissen Konkurrenzdruck langsam zu verbessern.

So gesehen ist es mir eigentlich egal, ob Microsoft oder Google in Zukunft diese Aufgabe übernehmen, derzeit teilen sie sich den Kuchen ganz gut, Microsoft liefert das Betriebssystem und Google eben ein paar Internet Anwendungen wie Suchmaschine oder Kartendienst dazu.
shredding (21.11.2009, 11:04 Uhr)
Vergleich hinkt
Der große Unterschied zwischen Google-Produkten und Microsoft Produkten ist folgender:

Als normaler PC Nutzer mit durchschnittlichen Kenntnissen ist es fast unmöglich einen PC ohne Windows, Internet Explorer (auch bei 7 noch) und den ganzen Dreck zu bekommen.

Microsoft Produkte muss man Nutzen, obwohl sie sehr schlecht sind, Google Produkte nutzt man, weil Sie besser sind.

Die Marktbeherrschende Stellung von Google hat nichts mit Kartellrechtlichen Spielchen zu tun, die MS so gerne spielt.

Google hat radikal mehr Marktanteile als seine Mitbewerber weil alles was Sie machen auch radikal besser ist.
Laserstrahl (21.11.2009, 11:00 Uhr)
Lycos Europe
Lycos Europe hat genug potential, diese IT Perle muss nur neu aufgebaut werden. Der Name Lycos ist für viele noch ein Begriff.
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