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21. November 2009, 16:45 Uhr

Google braucht ein Gegengewicht

Der Paradigmenwechsel hin zu webbasiertem Computing ist in vollem Gange. Kein Unternehmen treibt ihn so konsequent voran wie Google. Die etablierte Konkurrenz schläft - und schafft sich so ein Microsoft 2.0. Ein Kommentar von Martin Ottomeier

Google, Chrome OS, Betriebssystem, Browser, Cloud Computing

Das Logo von Googles Chrome sollte Microsoft & Co. erschrecken© Google

Das Internet ist schon lange viel mehr als eine große Bibliothek. Die Online-Nutzung von E-Mail ist alltäglich. Kalender werden im Netz geführt, Kontakte gepflegt, Videos und Bilder betrachtet. Die nächste große Welle, die Nutzung von Geschäftsanwendungen über die vielbeschworene Cloud, baut sich gerade richtig auf. Man muss kein Prophet sein, um zu prognostizieren, dass es schon in wenigen Jahren gang und gäbe ist, eine Vielzahl von Anwendungen im Web zu nutzen - von jedem Ort und mit beliebigen Endgeräten, auch mit Handys. Und dass der traditionellen PC-Anwendung ein Nischendasein droht.

Doch obwohl allen großen IT-Konzernen dies bewusst ist, baut kein Unternehmen so konsequent die Infrastruktur für die neue Welt auf wie Google. Die Zahl der Komponenten des Suchmaschinen-Marktführers ist fast unerschöpflich. Mit dem Betriebssystem Chrome OS und dem Web-Browser Chrome wird der PC-Zugang ins Web geschaffen; mit Android besetzt Google den Smartphone-Markt; Gears ermöglicht es, Online-Anwendungen auch zu verwenden, wenn es gerade keine aktive Internet-Verbindung gibt. Auch Anwendungen stellt der Konzern online zur Verfügung, wie E-Mail, Office-Programme oder Navigationslösungen.

Bei anderen Konzernen wie Microsoft, Oracle oder IBM ist nicht zu erkennen, dass sie in solch einem Umfang und solcher Konsequenz das Cloud Computing vorantreiben. Google ist auf dem besten Weg, die Standards für das Internet von morgen zu setzen.

Doch die Gefahr ist groß, dass Google auf diese Weise zum alles dominierenden Anbieter der nächsten IT-Generation wird - quasi ein Microsoft 2.0. Und dass die Anwender damit irgendwann einmal von der Technologie eines einzigen Konzerns abhängen werden. Wohin das führt, weiß man aus der Geschichte des PC. Nicht umsonst ist Microsoft wegen der Ausnutzung seiner dominanten Position mehrfach mit den Kartellbehörden kollidiert.

Doch so weit muss es nicht kommen. Gerade Oracle, IBM und nicht zuletzt auch Microsoft wären in der Lage, dem Paroli zu bieten. Sie müssten sich nur von ihrem traditionellen Denken lösen und konsequenter als bisher in das neue Geschäft investieren - nicht nur zum Wohle des Kunden, sondern auch aus eigenem Interesse. Auch den großen IT-Konzernen müsste daran gelegen sein, künftig nicht zum Nischenanbieter degradiert zu werden.

Gefunden in ...

Gefunden in ... ... der "FTD"

Ein Kommentar von Martin Ottomeier
 
 
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