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7. Mai 2007, 15:23 Uhr

Kinder in "Second Life" vergewaltigt?

In der virtuellen Welt von "Second Life" spielt Sex durchaus eine Rolle. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft, weil Teilnehmer in dem Onlinespiel Kinderpornografie verbreitet und Kinder vergewaltigt haben sollen.

Offensichtlich spielt Sex bei "Second Life" durchaus eine Rolle. Nun gibt es Vorwürfe, es gäbe im Online-Spiel auch Kinderpornografie© Linden Lab/DDP

Meldungen über Fälle von Kinderpornografie beim Onlinespiel "Second Life" haben die Veranstalter und die deutschen Justizbehörden auf den Plan gerufen. Nach einem entsprechenden Bericht des ARD-Magazins "Report Mainz" leitete die Staatsanwaltschaft Halle ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt ein. Auch die Betreiberfirma Linden Lab in San Francisco kündigte in der Sendung vom Montag Schritte gegen die Urheber an.

In dem Beitrag, der am heutigen Montag um 21.45 Uhr im Ersten ausgestrahlt werden soll, dokumentiert das ARD-Magazin laut Vorabmeldung erstmals, dass ein "Second-Life"-Spieler aus Deutschland mit kinderpornografischen Aufnahmen gehandelt hat. "Wir werden versuchen, diese Person namhaft zu machen", sagte Oberstaatsanwalt Peter Vogt von der Zentralstelle gegen Kinderpornografie bei der Staatsanwaltschaft Halle in der Sendung. Dieser Straftatbestand wird nach seinen Angaben mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren geahndet. Robin Harper, die Vizepräsidentin der Betreiberfirma Linden Lab, kündigte ebenfalls an: "Wir werden herausfinden, wer dahinter steckt und dann die Polizei informieren."

Kinderpornographisches Angebot

Weitere Aufnahmen von "Report Mainz" belegen den Angaben zufolge, wie Spieler in "Second Life" virtuelle Kinder missbrauchen und vergewaltigen. "Mir fehlen einfach die Worte", kommentierte Oberstaatsanwalt Vogt, "dieses Angebot ist ein kinderpornografisches Angebot". In dem Fernsehinterview kündigte die Vizepräsidentin von Linden Lab an, dem Online-Spiel jetzt ein Altersverifikationssystem vorzuschalten. Dadurch soll es Kindern und Jugendlichen unmöglich gemacht werden, Zugang zu bestimmten Bereichen des Spieles zu bekommen.

Jugendschützer in Deutschland fordern indes weiter gehende Schritte. Friedemann Schindler von der für Jugendschutz im Internet zuständigen Behörde jugendschutz.net sagte, es gebe ganz einfache Möglichkeiten, sexuellen Missbrauch in dem Spiel zu verhindern. Der Betreiber müsse die Online-Welt nur so programmieren, dass zum Beispiel der sexuelle Kontakt zwischen Kindern und Erwachsenen nicht möglich sei.

Verbrechen an Kindern

Nach dem Bericht gibt es etliche Nutzergruppen in "Second Life", deren Mitglieder kindliche Spielfiguren online gegen Geld sexuell missbrauchen. Dazu sagte Lutz-Ulrich Besser vom Zentrum für Psychotraumatologie und Traumatherapie Niedersachsen in dem ARD-Politikmagazin: "Wenn man sich dann vorstellt, dass dort hinter diesen Spielfiguren reale Menschen stehen, die sozusagen diese Figuren und die Befehle und das, was dort an sexueller Ausbeutung und Erniedrigung passiert, auch noch steuern, dann sind das wirklich Anleitungen zu sexueller Ausbeutung, zu sexuellen Verbrechen an Kindern."

AP
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
Neutrum (08.05.2007, 15:30 Uhr)
Überragende Sachkompetenz...
....trieft geradzu aus dem Artikel.
1. SL ist nur für Erwachsene.
2. Teens gehen in eine eigene SL-Welt
3. Sichtbar sind nur sog. Avatare, also kleine Pixelmännchen in verschiedenen Größen.
4. Man kann ein kleines Pixelmännchen/weibchen (=Zwerg) steuern, aber kein Kind.
5. Es ist nicht möglich einen Avatar gegen seinen Willen zu "Vergewaltigen". Die Engine lässt eine Fremdsteuerung von anderen Pixelmännchen gar nicht zu.
6. Es werdeb sicher keine "Kinder ausgebeutet", sondern es machen höchstens zwei Erwachsene Dumpfsinn mit zwergenhaften Spielfiguren.
7. Ob nakte Zwerge "kinderpornographische Schriften" im Sinne des StGb sind, ist zweifelhaft. Eklig sind sie aber bestimmt ;-)
8. "Offensichtlich spielt Sex bei Second Life durchaus eine Rolle", wie das Bild ganz eindeutig beweist. Vielleicht sollten wir alle Kunden von Modegeschäften wegen Kinderpornographie verhaften?
9. Interessant ist, dass aus dem (tatsächlichen Straftatbestand) über die SL-Plattform mit KP zu handeln (also Bilder, die nichts selbst mit SL zu tun haben), die Behauptung wird, dass in SL kinder vergewaltigt werden ist .. ähm .. schwer nachvollziehbar.
Ich glaube, sowas wurde auch mal mit der Post verschickt. Sollten wir nicht lieber die Briefpost verbieten?
hevosenkuva (08.05.2007, 10:20 Uhr)
sie stecken überall
in jedem Rang, in jeder Behörde, in jeder Firma, in jeder U-Bahn, in jedem Fußballstadion. Augen auf! sie wollen Eure Kinder! ohne Rücksicht auf Verluste.
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