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31. März 2011, 11:10 Uhr

Googles eigener "Gefällt mir"-Knopf

Google hat jetzt auch seinen "Like"-Button. Mit der Funktion "+1" kann man Freunden und Bekannten Webseiten weiterempfehlen. Obwohl die Grundidee von Facebooks "Gefällt mir"-Knopf übernommen wurde, gibt es deutliche Unterschiede.

Google, +1, Like, Facebook, Social Search

Der +1-Knopf führt zu Empfehlungen in den Suchergebnissen© Google

Schon länger geisterte der kuriose Begriff "+1" als Gerücht über einen Facebook-Konkurrenten von Google durch das Web. Jetzt hat der Suchmaschinenriese verraten, was +1 wirklich ist: Googles Version des "Gefällt mir"-Knopfs Facebook.

Google stemmt sich gegen den wachsenden Einfluss des Onlinenetzwerks und will seine Suchergebnisse stärker auf den Freundeskreis eines Nutzers ausrichten. Ähnlich wie bei der "Gefällt mir"-Funktion von Facebook wird man bei Google künftig einzelne Inhalte mit einem +1-Knopf hervorheben können. Bei der Suche etwa nach einem Rezept oder Hotel würde man dann gleich Empfehlungen von Freunden oder Verwandten sehen, erläuterte Google in einem Blogeintrag. +1 soll schrittweise zunächst für die englischsprachige Google-Suchmaschine freigeschaltet werden.

Google-Profil ist Pflicht

Die +1-Funktion funktioniert nur, wenn man in einem Google-Profil – zum Beispiel bei iGoogle oder Google Mail - eingeloggt ist. Auf der eigenen Profilseite werden mit dem Plus-Knopf markierte Beiträge in einer Liste gesammelt, die man auch veröffentlichen kann. In der Standardeinstellung ist diese Sammlung privat.

Google zeigt nur die Empfehlungen von Personen an, die in den Adressbüchern der Kommunikationsdienste Google Mail, Talk oder Buzz gespeichert sind oder deren Aktivitäten man mit dem Google Reader verfolgt. Die Verbindung funktioniert also anders als bei Facebook, wo die "Freundschaft" ja von beiden Seiten bestätigt werden muss. Bei Google reicht die Kenntnis der E-Mail-Adresse oder ein einseitiges Interesse.

Google, +1, Like, Facebook, Social Search

Mit +1 empfohlene Links werden in den Suchergebnissen mit Namen gekennzeichnet© Google

In den Suchergebnissen werden empfohlene Links mit einem Symbol sowie dem Namen und Foto des Bekannten, der den +1-Knopf gedrückt hat, gekennzeichnet. Das System funktioniert auch mit Anzeigen.

Weitere Unterschiede zum "Gefällt mir"-Knopf von Facebook: +1 gibt es nur für Suchergebnisse , der Plus-Button wird nicht auf Webseiten eingebaut. Es handelt sich zumindest zurzeit um eine Erweiterung der Google-Suche und kein eigenes Netzwerk. Und so gibt es auch keine Einstellungsmöglichkeiten, wer das +1-Klicken sehen kann. Es ist sinnvoll, den Klick auf +1 als öffentliche Aktion zu betrachten. Denn kaum jemand wird wirklich wissen, wo seine E-Mail-Adressen gespeichert sind oder wer die eigenen Veröffentlichungen mithilfe des Google Readers verfolgt.

Die Suche wird sozialer

Die Funktion erinnert an das Konzept der "sozialen Suche", das Facebook zusammen mit Googles Erzrivalen Microsoft vorantreibt. Die Vorlieben und Informationen der Freunde eines Nutzers seien für ihn relevanter als Treffer, die ein Suchmaschinen-Algorithmus ergibt, sagt Facebook-Gründer Mark Zuckerberg immer wieder. Deswegen sollten sie bei Suchergebnissen prominenter angezeigt werden.

Google ist zwar nach wie vor die unangefochtene Nummer eins bei der Internet-Suche. Mit den kleinen Anzeigen im Umfeld von Suchtreffern verdient der Konzern Milliarden. Facebook mit seinen rund 600 Millionen Nutzern wird inzwischen jedoch oft als potenzielle Gefahr für das Google-Geschäft gesehen: Wenn die Menschen mehr über Facebook und Microsofts Bing suchen, würde Google weniger verdienen. Mit eigenen Aktivitäten im "Social Web" wie dem Online-Netzwerk Orkut hatte Google nur mäßigen Erfolg.

san/DPA
 
 
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