24. August 2011, 07:19 Uhr

Facebook ändert Einstellungen zu Privatsphäre

Das Online-Netzwerk Facebook reagiert offenbar auf die Kritik von Datenschützern. Künftig sollen Mitglieder mehr Kontrolle über die Einstellungen zu ihrer Privatsphäre erhalten.

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Das Online-Netzwerk Facebook ändert seine Nutzungsbedingungen©

Das Online-Netzwerk Facebook erleichtert seinen Nutzern die Kontrolle über ihre Privatsphäre. Unter anderem werden viele Einstellungen, die man bisher nur in einem separaten Bereich anpassen konnte, direkt in die Website integriert, kündigte Facebook in einem Blogeintrag am Dienstag an. Außerdem werde man auch nachträglich verändern können, wer einen Eintrag bei dem Online-Netzwerk sehen kann.

Zugleich erweitert Facebook allerdings auch die Möglichkeiten, in hochgeladenen Bildern Personen mit einem Namen zu versehen. Bisher konnten Nutzer nur ihre Facebook-Freunde in den Fotos auf diese Weise "markieren". Künftig kann jeder jeden in einem Bild mit einem Namen versehen - allerdings müssen die so markierten Nutzer diese Namens-Tags erst freigeben. Auch soll das Entfernen von Daten oder Markierungen erleichtert werden.

Umstrittene Gesichtserkennung bleibt unverändert

Die auch in Deutschland heftig umstrittene automatische Gesichtserkennungs-Funktion, bei der einmal markierte Personen automatisch in Bildern gefunden werden können, bleibt von den Änderungen unberührt. Dafür kann man sich künftig leichter anzeigen lassen, wie ein Profil aus der Sicht anderer Nutzer aussieht.

Die Neuerungen werden in den kommenden Tagen umgesetzt, kündigte Facebook an. Da das Netzwerk inzwischen rund 750 Millionen Mitglieder hat, werden solche Arbeiten meist nicht auf einen Schlag, sondern schrittweise ausgeführt.

Facebook verstärkt im Zuge des Umbaus auch den Akzent auf Ortsangaben. Nutzern werden künftig ihren aktuellen Aufenthaltsort zu mehr Arten von Einträgen hinzufügen können.

Reaktion auf Konkurrent Google+?

Facebook hatte seinen Mitgliedern in den vergangenen Jahren nach Kritik von Nutzern, Datenschützern und Politikern immer mehr Kontrolle über ihre Privatsphäre gegeben. Allerdings wurden die Einstellungen dadurch mit der Zeit auch immer komplexer. Mit einigen der aktuellen Änderungen rückt Facebook etwas näher an das neue Konkurrenz-Netzwerk Google+, das konsequent darauf ausgerichtet ist, dass man verschiedene Informationen mit unterschiedlichen Bekannten-Kreisen teilt.

Aus "Alle" wird "Öffentlich"

Eine Änderung forderten Nutzer schon seit Jahren, und sie wird jetzt tatsächlich umgesetzt: Die Bezeichnung "Alle" für den Kreis der Leute, die einen Facebook-Eintrag sehen können, wird in "Öffentlich" geändert. Es wurde schon lange kritisiert, dass das Wort "alle" viel Raum für Missverständnisse offenlasse, etwa "alle meine Bekannten" oder "alle bei Facebook". Gemeint hingegen war, dass solche Einträge für alle im gesamten Internet und auch für Suchmaschinen sichtbar sind. Vor einigen Jahren hatte Facebook einen Aufschrei unter den Nutzern ausgelöst, als die Grundeinstellungen der Profile standardmäßig auf "Alle" geändert worden waren. Das wurde später zurückgenommen.

In Deutschland hat Facebook besonders großen Unmut von Datenschützern und Politikern auf sich gezogen. Erst vergangene Woche warf der schleswig-holsteinische Datenschutz-Beauftragte Thilo Weichert Facebook Verstöße gegen Datenschutzgesetze vor und forderte die Anbieter von Webseiten auf, den "Gefällt-mir"-Button des Netzwerks zu entfernen. Über diese Schaltfläche würden rechtswidrige Nutzerprofile erstellt, erklärte Weichert. Facebook weist die Vorwürfe zurück

kng/DPA
 
 
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