So schützen Sie Ihre Daten

7. Februar 2012, 14:48 Uhr

Wer beim Surfen im Internet nicht aufpasst, der gibt schnell mehr Informationen über sich selbst preis, als er eigentlich will. Oft reichen schon einfache Maßnahmen, um sich zu schützen.

Am Aktionstag "Safer Internet Day" werben mehr als 60 Länder für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet. Das internationale Motto heißt in diesem Jahr "Connecting generations and educating each other" ("Generationen verbinden und sich gegenseitig weiterbilden"). Auf zahlreichen Veranstaltungen informieren Institutionen und Organisationen zum Beispiel darüber, worauf Kinder und Jugendliche beim Chatten und Surfen im Netz achten sollten. Der Aktionstag ist eine Initiative der Europäischen Kommission. In Deutschland koordiniert das Projekt klicksafe die Aktivitäten.

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) will in diesem Jahr die Aufmerksamkeit auf das mobile Surfen lenken. Ein Viertel der Deutschen surft von unterwegs mit einem Smartphone im Internet. Das hat eine Umfrage des Forschungs-Instituts Forsa ergeben. Demnach nutzen 26 Prozent der Verbraucher hierzulande ein internetfähiges Smartphone zum mobilen Surfen im Netz. Bei Menschen unter 30 Jahren ist der Anteil demnach viel höher: In dieser Altersgruppe sind es 58 Prozent. "Es ist praktisch, unterwegs im Internet surfen und überall E-Mails abrufen zu können - aber auch auf Smartphones und Tablet-PCs darf der Schutz persönlicher Daten nicht zu kurz kommen", so Aigner. Leider sei das Schutzniveau bei mobilen Geräten noch nicht so hoch wie bei stationären Rechnern. Vor allem die Hersteller seien in der Pflicht, für mehr Sicherheit und Datenschutz zu sorgen, sagte Aigner. Unter anderem gehe es ihr dabei um datenschutzfreundliche Voreinstellungen: So müssten beispielsweise die Ortungsdienste standardmäßig ausgestellt sein. Sie selbst riskiere es derzeit nicht, Online-Banking auf dem Smartphone zu nutzen.

Wie schütze ich mein Smartphone?

Unerlässlich ist es, sein Smartphone vor dem Zugriff durch Unbefugte zu schützen. Jedes aktuelle Telefon kann sich automatisch sperren, wenn es nicht benutzt wird. Zum Entsperren sollte die Eingabe einer Pin oder einer bestimmten Fingergeste auf dem Touchscreen nötig sein. Wer besonders sorgfältig ist, ändert diese Codes regelmäßig.

Bluetooth und Wlan sollten immer abgeschaltet sein, wenn sie nicht benötigt werden. Beide Techniken zur drahtlosen Datenübertragung können unter bestimmten Umständen zur Manipulation des Smartphones genutzt werden. Nutzen Sie öffentliche Wlan-Hotspots nur mit großer Vorsicht, weil sie nicht wissen, wie vertrauenswürdig der Betreiber des Hotspots ist.

Wenn Sie neue Apps installieren, sollte sie diese nur aus vertrauenswürdigen Quellen beziehen. Ein Blick in die Kommentare zur App kann Hinweise geben, ob mit dem Programm alles in Ordnung ist. Auch sollten Apps nur auf diejenigen Funktionen des Smartphones nutzen, die sie für ihre Aufgabe benötigen. Hier die Übersicht zu behalten, ist für Laien allerdings nicht immer leicht.

Wer mit dem Smartphone im Internet unterwegs ist, sollte sich außerdem an die üblichen Sicherheitstipps für das Websurfen halten.

Wo hinterlasse ich beim Surfen im Internet überall meine Daten?

Die offensichtlichste Möglichkeit, im Internet persönliche Daten anzugeben, ist das Ausfüllen von Formularen auf Internetseiten - für Gewinnspiele, Newsletter, beim Einkaufen oder Online-Banking. Nutzer geben jedoch weitere Informationen preis, ohne es zu merken: Bei jedem Besuch einer Internetseite wird die sogenannte IP-Adresse des Nutzers für den Betreiber der Seite sichtbar.

Welche Gefahren lauern in sozialen Netzwerken?

Wer Informationen über sich in sozialen Netzwerken hinterlässt, muss wissen, dass er die Kontrolle über diese Daten verliert. Das Geschäftsmodell von Facebook und Co. basiert darauf, die persönlichen Daten der Nutzer für Werbekunden aufzubereiten. Filter, die nur "Freunde" auf Fotos und Videos schauen lassen, bieten nur einen eingeschränkten Schutz gegen Missbrauch. Jedes Bild und jedes Video, das einmal in einem Netzwerk hochgeladen wurden, lässt sich herunterladen und beliebig wieder in Umlauf bringen. Hier sind ein paar Tipps für mehr Datenselbstschutz

Was passiert mit den Daten, die im Internet über mich gesammelt werden?

Oft werden die Informationen für Werbung verwendet, die genau auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten ist. Die leichtsinnige Preisgabe persönlicher Daten kann aber auch finanzielle Folgen haben. So nutzen Kriminelle immer wieder Kreditkarten- und Bankverbindungsdaten, um illegal Geld vom Konto der Inhaber abzubuchen. Zudem sind Fälle von Identitätsdiebstahl bekannt, in denen Betrüger mit geklauten Daten unter falschem Namen im Netz Geschäfte tätigen.

Wie kann ich meinen Computer grundsätzlich sicherer machen?

Generell sollten auf jedem Computer, der zum Surfen im Internet und für Bankgeschäfte verwendet wird, ein Virenscan-Programm und eine Firewall installiert sein, die regelmäßig aktualisiert werden.

Was sollte ich beim Ausfüllen von Formularen beachten?

Um von einem Anbieter Informationen per E-Mail zu erhalten, ist nur die Angabe der E-Mail-Adresse nötig. "Wenn man zum Beispiel auch seine Adresse oder Telefonnummer eingeben muss, sollte man sich fragen: warum eigentlich?", sagt Ronny Jahn von der Verbraucherzentrale Berlin. Auch Anbieter von Gewinnspielen sammeln teils mehr Daten als sie benötigen, um diese dann weiterzuverkaufen.

Wie kann ich mich vor der illegalen Ausspähung meiner Kontodaten schützen?

Nutzer sollten Spam-Mails ungelesen löschen und auf keinen Fall darauf antworten, da diese oft Viren oder Programme zum Ausspähen des Computers enthalten oder verlinken. Kriminelle versuchen außerdem immer wieder, mit gefälschten E-Mails an die Konto- und Kreditkartendaten der Surfer zu kommen. Illegale Abbuchungen sind aber auch ohne Ausspähen möglich: Es reichen die Bankverbindungsdaten, die man daher nur sehr vorsichtig preisgeben sollte.

Wie kann ich sicher im Internet einkaufen?

Seriöse Anbieter geben sich klar zu erkennen. Sie haben ein Impressum mit kompletter Anschrift, klare Geschäftsbedingungen und einen preiswerten Telefonservice. Vertrauenswürdig sind Onlineshops, die mit den Siegeln "Trusted Shops", "S@fer-Shopping" oder "Geprüfter Online-Shop EHI" ausgezeichnet sind. Zudem müssen Bankdaten über eine sichere Internetverbindung übertragen werden. Eine solche erkennt man an den Buchstaben https in der Adresszeile und einem kleinen Schloss-Symbol in der unteren Leiste des Browsers.

Wie kann ich verhindern, dass meine IP-Adresse im Internet sichtbar wird?

Dazu können die Dienste sogenannter Anonymisierer genutzt werden. Diese verbergen die IP-Adresse des Nutzers, so dass sie für den Betreiber der besuchten Internetseite nicht mehr sichtbar ist. Eine Liste für solche Anonymisierer findet sich unter www.datenschutzzentrum.de.

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