12. April 2012, 10:20 Uhr

Facebook gewährt mehr Einblick in Nutzerdaten

Was weiß Facebook über mich? Wer wissen möchte, welche persönlichen Daten das Netzwerk gespeichert hat, erhält künftig mehr Einblicke. Kritikern reicht das aber nicht.

Facebook, Nutzer, Daten

Facebook wird auskunftsfreudiger: Wer wissen möchte, welche persönlichen Daten das soziale Netzwerk gesammelt hat, erhält ab sofort mehr Informationen©

Name, Freunde, Beziehungsstatus - Facebook weiß viel über seine Nutzer. Doch was genau? Seit 2010 bietet das soziale Netzwerk seinen Nutzern die Möglichkeit, Einsicht in die gespeicherten Profildaten zu bekommen. Allerdings sei die Funktion laut einigen Kritikern zu kompliziert und nur lückenhaft umgesetzt. Das soll sich jetzt ändern: Künftig erfahren User auch Informationen zu Freundschaftsanfragen, Beziehungsstatus inklusive älterer Angaben, Mobiltelefonnummern, Wohnorten und IP-Adressen der Computer, von denen man sich eingeloggt habe.

Der erweiterte Einblick sei auf Vorschlag der für Facebook in Europa zuständigen irischen Datenschutzbehörde umgesetzt worden, teilte Facebook mit. Das Verfahren bleibt unverändert: Die Informationen werden als eine ZIP-Datei zum Download bereitgestellt; dieses Archiv enthält HTML-Seiten mit Bildern oder andere Inhalte.

So kommen Sie an ihre Daten: Gehen Sie in die Kontoeinstellungen in der oberen, rechten Ecke. Auf der Seite "Allgemeine Einstellungen" finden Sie unten den Punkt "Lade eine Kopie deiner Facebook-Daten herunter". Dort kann das persönliche Archiv generiert werden, der Download-Link wird per E-Mail verschickt.

Zu wenige Daten

Die Hamburger Datenschutzbehörde - in Deutschland für Facebook zuständig - hält das überarbeitete Instrument aber immer noch für unzureichend. Auch das erweiterte Archiv umfasse nicht alle bei dem Sozialen Netzwerk gespeicherten Informationen. Das gelte etwa für die Daten, die Facebook zur Identifikation von Gesichtern auf Fotos nutze. "So dürfte den wenigsten Nutzern überhaupt bewusst sein, dass biometrische Daten ihres Gesichts im Hintergrund durch Facebook erstellt und verarbeitet werden", erklärte die Behörde auf Anfrage.

Bereits der Ausschnitt der Daten dokumentiere aber, welches Wissen Facebook über die Anwender sammle. "Hiervon sollte sich jeder Nutzer selbst ein Bild machen", empfahlen die Datenschützer. Grundsätzlich begrüße man aber alle Anstrengungen, die zu mehr Transparenz für die Nutzer führten.

Auch der Initiative "Europe versus Facebook" reicht die erweiterte Funktion noch nicht aus: Nach wie vor bietet das Netzwerk keinen Zugriff auf alle gespeicherten Datensätze, sondern nur eine Auswahl. Gerade einmal die Auswertung von 39 Kategorien erhalten Auskunftswillige. Das Online-Netzwerk speichere jedoch in mindestens 84 Kategorien Informationen über Nutzer, erklärte die Initiative.

cf/DPA
 
 
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