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29. Dezember 2008, 09:34 Uhr

DSL für jeden Haushalt

Die Rivalen der Deutschen Telekom gehen im Rennen um schnelle DSL-Internetzugänge in die Offensive. In einem Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel bieten die im Branchenverband VATM zusammengeschlossenen Unternehmen den raschen Ausbau ihrer Netze an. Sie haben ein ambitioniertes Ziel. Von Thomas Wendel

DSL, Internetzugang, Computer, Netz

DSL-Anschluss der Deutschen Telekom. Die Konkurrenten wollen die Dominanz des Branchenriesen brechen© Ferdinand Ostrop/AP

Binnen einem Jahr sollen alle Haushalte in Deutschland einen schnellen Internetzugang erhalten. "Wir machen das im Vergleich zur Telekom in der Hälfte der Zeit, mit höherer Internetzugangsgeschwindigkeit und deutlich billiger", sagte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner der Financial Times Deutschland (FTD).

Mit dieser Offerte wollen die Firmen die Pläne des ehemaligen Telefonmonopolisten durchkreuzen, mit Rückendeckung der Kanzlerin ganz Deutschland flächendeckend mit schnellem DSL-Internet zu versorgen. Telekom-Chef René Obermann rechnet sich auf dem Investitionsgipfel der Bundesregierung am 5. Januar gute Chancen für seinen DSL-Ausbauplan aus. Das Gegenangebot der VATM-Unternehmen dürfte nun für einigen Streit sorgen.

"Weiße Flecken" beseitigen

Obermann hatte Kanzlerin Merkel (CDU) erst kürzlich angeboten, kurzfristig 2 Mrd. Euro in die Beseitigung der "weißen Flecken" auf der Landkarte für schnelle Internetanschlüsse bereitzustellen. Als Gegenleistung forderte Obermann unter anderem, von seinen Rivalen höhere Mietpreise für die Mitnutzung des Telekom-Netzes verlangen zu dürfen. Dies gilt besonders für die sogenannte letzte Meile, den Telekom-eigenen Teilnehmeranschlussdraht bis in die Wohnung jedes Kunden, den die Wettbewerber mitbenutzen müssen.

Vor allem dieses Detail hat die Konkurrenten alarmiert. Die Telekom wolle über den Umweg höherer Nutzungsentgelte ihren Netzausbau finanzieren. "Und wir sollen dafür die Zeche zahlen", sagte Grützner. Die Bundesregierung stehe im Begriff, mit der Telekom einen "Vertrag zulasten Dritter" abzuschließen.

Wohlwollen der Politik

Nun wollen die VATM-Mitgliedsfirmen, zu denen auch Großunternehmen wie Telefónica und die KPN-Tochter E-Plus gehören, mit ihrem eigenen Angebot gegensteuern. Für die etwa fünf Millionen Bürger in ländlichen Gebieten, die noch keinen Zugriff auf DSL erhalten können, will der VATM ein "vernünftiges Angebot" machen. Anders als der Marktführer setzen die Unternehmen dabei nicht allein auf herkömmliche DSL-Technologie. "Wir verlegen Glasfasern oder bauen Funknetze auf", sagte Grützner.

Ob die Politik allerdings auf dieses Angebot eingeht, ist zweifelhaft. Viele Regierungsmitarbeiter teilen die Position der Telekom, die zu einem Drittel in Staatsbesitz ist. Zudem hat der Bonner Konzern seinen größten Rivalen Vodafone auf seine Seite gezogen: Beide Unternehmen wollen in Würzburg und Heilbronn gemeinsam VDSL-Hochgeschwindigkeitsnetze aufbauen - mit Wohlwollen der Kanzlerin.

Von Thomas Wendel
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
Eisenbaer (30.12.2008, 10:52 Uhr)
Deutsche Dampfantriebs-Telefongesellschaft....
...kurz gesagt Telekom. Wer glaubte mit dem Schwinden der Beamtenschaft würde auch die Lethargie der Belegschaft abgestreift werden, wird sich langsam die Augen reiben, denn unsere gußeiserne Telefongesellschaft schafft es doch tatsächlich ohne die angeblich bremsende Beamtenschaft immer langsamer zu werden. Während die Deutsche Bahn AG mit dem Lösungsansatz der integrierten Beamtenschaft in dem neuen Konzern mit Highspeed durch die Welt rauscht und die Transportbranche weltweit ordentlich aufmischt...

Woran das wohl liegen mag... ;-))
kette1 (29.12.2008, 16:16 Uhr)
Telekom
da fällt mir nur Winston Churchill ein:
Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.
Für alle Schnellmerker: Demokratie wäre hier mit Telekom gleichzusetzen,
Staatsformen mit Anbietern.
jueharry (29.12.2008, 15:43 Uhr)
Erst mal abwarten
Die "weißen Flecken" mit DSL zu versorgen ist eine finanzielle Herkulesaufgabe. Die Konkurrenz der Telekom macht jetzt mal dicke Backen, aber abgerechnet wird zum Schluß. Viele Unternehmen haben mir vor zwei Jahren vollmundig DSL versprochen, passiert ist letztlich nix. Realisiert hat es die vielgeschmähte Firma mit dem "T".Kostet vielleicht bissel mehr aber stabile Verbindungen sind mir lieber als Discounttarife welche mich durch Verbindungsabbrüche daran erinnern, daß billig nicht immer preiswert ist.
Smithwicks (29.12.2008, 14:18 Uhr)
Rosinenpicker
Die private "Konkurrenz" sind in meinen Augen auch nur Rosinenpicker, die Drecksarbeit Hardware und Service sollen andere machen. Ganz wenige Alternativen haben eigene Netze (kein VoiceOverIP) und dort kann man anhand der Preise sehen, dass dies noch einiges an Geld kostet. Wenn die Rosinenpicker wollten koennten sie die weissen Flecke gleich morgen beseitigen: mit Geld kann man fast alles kaufen, also los Arcor, Hansenet, 1&1, .... es gibt viel zu tun, fangt schon mal an...
PeterM99 (29.12.2008, 11:54 Uhr)
Es wird Zeit für die weißen Flecken
Als Bewohner eines solchen Fleckes, sieht man eine derartige Entwicklung gerne. Man Zahlt hier den Standarttarif der Telekom -andere Anbieter gibt es nicht- für eine,zumindest hier, minderwertige Verbindung... Der Nachbar bekommt keine! Fragt man bei der Telekom an, so wird man mit den Worten abgefertigt: es würde sich nicht lohnen ihr Netz zu erweitern! Ein Drittel Staatseigentum zum Trotz und der damit verbundenen Sympathie derjenigen die entscheiden: Konkurrenz belebt das Geschäft
vlcd (29.12.2008, 10:58 Uhr)
Grundsätzlich
ist es aber verständlich, dass die Telekom die Oberhand hat. Denn Fakt ist, dass die Telekom die Kosten für den Anschluss getragen hat - Monopol hin oder her.
Ich wäre auch sauer, wenn ich den Parkplatz auf meinem Grundstück für jeden Autofahrer anbieten müsste.
Zwar zahlt die Konkurrenz auch Gebühren für die Nutzung des Telekom-Netzes, aber ob das die Kosten wirklich deckt, wissen wir alle nicht.
Maria1000 (29.12.2008, 10:43 Uhr)
Der übliche Filz halt zwischen Telekom und Regierung!
Dieser kundenserviceunfähige Laden sollte nicht auch noch den Landbewohnern seinen unterirdischen nichtvorhandenen Service NACHVertragsunterzeichnung zumuten!
Wenn tatsächlich die Telekom den Regierungsauftrag erhält, Telekom, die ein JAHRZEHNTLANG sich geweigert hat, Konkurrenz zuzulassen und dank ihrer "Lobbyisten" und dem Filz es bisher auch quasi geschafft hat, dass sie, mich z.B., ERPRESSEN kann zu einem neuen 2-Jahresvertrag, indem sie sich einfach plump und offen WEIGERT meinem gewünschten neuen Provider meine LEITUNG für mich zu geben, ist für mich der FILZ erwiesen!
Wiebitte20081 (29.12.2008, 10:18 Uhr)
???
Klingt gut funktioniert aber alles nur auf dem Papier.Billiger geht nur wenn wer die Zeche dafür zahlt.Das wird dann letztendlich wieder d.Kunde sein.Logisch.Und wer bietet d. Service?Die Telekom.Ganz klar hat sie d. Netzmonopol.Und das muss nicht immer schlecht sein.Beispiel?
I-net Anschluss gekauft.Alles aufgebaut.NIKS.Kein Zugang.Also z. T-Punkt.Ein Anruf v. denen und ,,Monteur kommt".War dann 6 Std später da.Einmal angerufen,Zugangsdaten erloschen.Gibt p. Telefon sofort eine Neue.Klickklick und Taraaa.I.net frei. KOSTENLOS/Garantie.So und jetzt ruft ihr mal schön bei ,,Jump,Flipp oder Connectdirekt oder wie die immer alle heissen an.Da heist es erst mal warten.Den Servicetechniker schickt d. Telekom.Den Servicetechniker eines anderen Anbieters lassen die am ausgstreckten Arm in d. Warteschleife verhungern.Wie war das noch m.d. Ökostromanbietern u. diesen Kabelfuzzies die einen m. ner billig CD und nem Kugelschreiber z. Anbieterwechsel ködern wollten?Wo sind die wenns Probleme m.d. Anschluss gibt?
Nein ich arbeite nicht b.d. Telekom.Habe aber jeden Tag einen sauschnellen I-netzugang.
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