Apple arbeitet angeblich an Billig-iPhone

9. Januar 2013, 11:50 Uhr

Laut Medienberichten arbeitet Apple an einer abgespeckten Version des iPhones, das aus Plastik bestehen und ein größeres Display haben soll. Noch in diesem Jahr soll es auf den Markt kommen.

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Das iPhone 5: Laut Medienberichten arbeitet Apple bereits an einer Sparversion des Erfolgshandys.

Kommen in diesem Jahr möglicherweise gleich zwei neue Apple-Smartphones? Nach jüngsten Gerüchten rund um das iPhone 6 melden nun mehrere Medien, dass Apple an einer Sparversion seines Erfolgshandys arbeitet. So berichtet das renommierte "Wall Street Journal", dass ein abgespecktes iPhone noch in diesem Jahr auf den Markt kommen soll. Der Preis könnte durch billigere Materialien gesenkt werden: So soll das Gehäuse nicht wie beim iPhone 5 aus Aluminium und Glas bestehen, sondern aus Plastik. Das Innenleben soll weitgehend identisch sein, teils könnten auch Komponenten aus älteren iPhone-Modellen genutzt werden.

Genauere Informationen will die taiwanische Branchenzeitung "Digitimes" erfahren haben, die sich auf diverse Zulieferer des iPhone-Herstellers beruft. Demnach erscheint das Plastik-iPhone in der zweiten Jahreshälfte 2013 und soll ein 5-Zoll-Display bieten. Der Bildschirm des aktuellen Spitzenmodells misst vier Zoll und hat eine Auflösung von 1136 mal 640 Pixeln. Außerdem soll das neue Smartphone ein verändertes Außendesign haben. Apple bringt laut dem Bericht das neue iPhone wegen des großen Erfolgs des iPad Mini in China und weiteren boomenden Schwellenländern auf den Markt.

Allerdings sollten die Gerüchte um ein Fünf-Zoll-Display mit Vorsicht genossen werden: Mit einer weiteren Bildschirmgröße hätten App- und Webseiten-Entwickler noch mehr Arbeit vor sich. Viele Anwendungen sind immer noch nicht für das iPhone 5 optimiert, das seit September auf dem Markt ist.

120 Milliarden US-Dollar Barvermögen

Gerüchte um ein günstigeres iPhone tauchen immer wieder auf: Schon 2009 soll es Pläne für ein Billig-iPhone gegeben haben, um größere Marktanteile zu gewinnen und Menschen für die Marke zu begeistern, die sich teure Modelle nicht leisten konnten. Angeblich gab es bereits vor der Markteinführung des iPhone 4 im Sommer 2010 Entwürfe für ein Spar-Modell, das an das Design des Spitzenhandys angelehnt war, aber aus billigerem Material bestand.

Aus Angst, ein weiteres Modell könnte den Produktionsprozess verkomplizieren, soll sich Apple aber gegen die Einführung entschieden haben. Stattdessen wurden ältere Modelle günstiger verkauft, was zwar die Marktanteile bremste, aber die Profite steigerte. Mittlerweile sitzt Apple auf einem Geldberg von rund 120 Milliarden US-Dollar.

Mit der Einführung eines billigen iPhones würde Apple Neuland betreten: Der verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs war dafür bekannt, auf Klasse statt Masse zu setzen und hochpreisige Produkte anzubieten. Seit Tim Cook im Oktober 2011 die Leitung übernommen hat, ändert sich die Ausrichtung des Konzerns allmählich.

Apple gerät in Zugzwang

Apple ist insbesondere durch den Erfolg von Samsung mit seinen Android-Smartphones in Zugzwang geraten. Einfache Handys werden schnell von Smartphones abgelöst - und wer die Kunden jetzt für seine Plattform gewinnt, könnte viele von ihnen auch länger behalten.

Im dritten Quartal stagnierte der iPhone-Marktanteil bei 15 Prozent. Erfolgreicher läuft es dagegen für den Hauptkonkurrenten Samsung: Fast jedes zweite verkaufte Smartphone stammt von den Südkoreanern, die auf eine breite Modellpalette mit diversen günstigen Geräten setzen. Im vierten Quartal dürfte Apple dank des iPhone 5 zwar etwas aufgeholt haben - in den boomenden Wachstumsmärkten wie China, Indien oder Brasilien sind aber weiterhin vor allem günstige Smartphones gefragt.

cf/DPA
 
 
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