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22. April 2009, 11:24 Uhr

T-Mobile will keine Entschädigung zahlen

Nach dem Ausfall des Handy-Netzes für 40 Millionen T-Mobile-Kunden am Dienstag gibt es Forderungen nach einer finanziellen Wiedergutmachung. Der Mobilfunkkonzern winkt ab - und sucht weiter nach der genauen Ursache für die Störungen.

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Millionen von T-Mobile-Kunden konnten am Dienstagnachmittag und frühen Abend ihre Handys stundenlang nicht benutzen© Ferdinand Ostrop/AP

Können die etwa 40 Millionen T-Mobile-Kunden nach dem Netzausfall am Dienstag mit einer Entschädigung ihres Anbieters rechnen? Die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Nicole Maisch, forderte eine schnelle und unbürokratische Wiedergutmachung: "Alle 39 Millionen Kunden können erwarten, dass sie mit der nächsten Monatsrechnung eine angemessene Gutschrift erhalten."

Das Unternehmen sieht dagegen keinen ausreichenden Grund für eine Entschädigung. "Die Geschäftsbedingungen von T-Mobile sehen bei solchen Störungen grundsätzlich keine Entschädigungen vor," sagte ein T-Mobile-Sprecher am Mittwoch.

Unterdessen fordert die Bundesnetzagentur von dem Unternehmen Auskunft über Ausmaß und Ursache der Panne. Die Agentur habe zu dem Vorfall keine eigene Daten, sagte eine Sprecherin am Mittwoch in Bonn. Millionen T-Mobile-Kunden hatten am Dienstagnachmittag und frühen Abend wegen eines Computerproblems ihre Handys stundenlang nicht benutzen können.

Seit 16 Uhr waren die Störungen aufgetreten. Seit 19 Uhr liefen die für die Panne verantwortlichen Computer wieder, sagte ein Telekom-Sprecher am Dienstagabend in Bonn. Auf den betroffenen Rechnern lagerten Kundendaten. Diese Server seien für die Zuordnung der Telefonnummern zu den Mobilfunkgeräten zuständig, hieß es. Noch sei unklar, warum die Rechner ausgefallen seien. Es ginge um Softwarefehler. Dies sollten nun untersucht werden. Das Unternehmen bat die Kunden um Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten.

Wer dennoch auf eine Entschädigung hofft, muss wahrscheinlich enttäuscht werden. Der betroffene Kunde müsste in diesem Fall sowohl den aufgetretenen Schaden als auch das Verschulden, also den Vorsatz oder die Fahrlässigkeit von T-Mobile nachweisen. "Ich müsste als Kunde dann unter Umständen einen Gutachter beauftragen und bezahlen, um vor Gericht gehen zu können. Das kostet viel Geld", meint der Dr. Hans M. Wulf, Experte für IT-Recht. "In den AGBs haben die meisten Anbieter eine Pflichtabdeckung von 98 Prozent pro Jahr garantiert. Diese dürfte mit dem zweistündigen Ausfall nicht gefährdet sein." Nach Auskunft der Verbraucherzentrale besteht allerdings eine Möglichkeit, für den Zeitraum des Ausfalls seine Grungebühr anteilig zurückzufordern.

Mit knapp 40 Millionen Kunden ist T-Mobile Marktführer in Deutschland. Wie viele von dem Ausfall exakt betroffen waren, konnte die Telekom am Abend nicht sagen, Branchenkenner schätzten allerdings Millionen.

Kunden konnten nicht telefonieren oder mit ihrem Handy im Internet surfen. Auch Textnachrichten konnten nicht versendet oder empfangen werden. Bei vielen T-Mobile-Nutzern war der Ärger groß, etliche versuchten es dennoch, über Stunden immer wieder eine Verbindung zu bekommen.

Telekom-Konkurrent Vodafone war von dem Ausfall im Mobilfunk-Netz der Deutschen Telekom nicht direkt betroffen. "Bei uns läuft alles rund", sagte Sprecher Jens Kürten am Dienstagabend in Düsseldorf. Allerdings konnten auch Vodafone-Kunden nicht mehr mit T-Mobile- Kunden telefonieren. Vodafone hat 36 Millionen Mobilfunk-Kunden in Deutschland. Auch der Festnetzanbieter Arcor in Frankfurt, der etwa drei Millionen Kunden zählt und mit Vodafone verschmolzen wird, hatte nach eigenen Angaben keine Probleme im eigenen Netz.

T-Mobile Rund 40 Millionen Menschen in Deutschland telefonieren mit ihrem Handy über T-Mobile. Die Mobilfunk-Sparte der Deutschen Telekom AG ist hierzulande Marktführer und ging 1993 unter dem Namen DeTeMobil an den Markt. Das Unternehmen mit Sitz in Bonn hat knapp 5400 Mitarbeiter und ist als hundertprozentige Tochter der T-Mobile International AG organisiert. Der Gesamtumsatz betrug 2006 nach Unternehmensangaben 8,2 Milliarden Euro. Im Oktober 2008 musste die Telekom einräumen, dass T-Mobile gut zwei Jahre zuvor mehr als 17 Millionen Datensätze gestohlen wurden.

woe/san/bla/fdi/AP/DPA/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 20)
 
minihami86 (22.04.2009, 19:09 Uhr)
Entschädigung geplant
Wer heute die Nachrichten verfolgt hat, weiß Bescheid. Interessanterweise wird das Ganze teils als "eher dürftig" bezeichnet... ich persönlich find das extrem kulant!
minihami86 (22.04.2009, 16:17 Uhr)
Ich würde
den meisten Vorredner hier voll und ganz zustimmen. Wo verdammt noch mal liegt das Problem? Ok, man kann sich VIELLEICHT darüber streiten, dass die Telekom für sich selbst als Service-Testsieger wirbt. Aber was soll der Blödsinn? Es ist vollkommen normal, dass solch ein Ausfall nicht unmittelbar registriert werden kann. Dementsprechend konnte einigen Kunden noch nicht direkt Auskunft gegeben werden - durch diese Kunden konnte T-Mobile dann aber eine entsprechende Überprüfung einleiten und das Problem schnellstmöglich beheben.
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Ich selbst bin defintiv kein großer Freund des pinken Konzerns, aber man kann es auch übertreiben. Zum Thema "der Service wusste von nichts": Ich war in besagtem Zeitraum snookern. Der Besitzer des Ladens hat irgendwann auch festgestellt, dass das Handy nicht funktioniert. Ihm wurde komischerweise die Auskunft erteilt, dass es Serverprobleme gibt. So schlimm, wie es hier z.B. von gaga dargestellt wird, ist es also definitiv nicht gewesen.
Knuffiman (22.04.2009, 15:54 Uhr)
gaga007 und badfriend das bitte lesen
dann kommentieren - was sich damit erledigt hätte
http://www.t-mobile.de/privat/0,1788,18018-_,00.html
Dewerth (22.04.2009, 15:28 Uhr)
Deutschland Entschädigungsland
Schon kommen die 3-Stunden-Geschädigten aus ihren Löchern. Wo bleibt eigentlich die längst fällige psychologische Nachbereitung der Opfer dieser Katastrophe? Eigentlich müsste ich Entschädigung dafür bekommen, dass mein Leben die ersten 50 Jahre ohne diese Kacke auskommen musste.
Knuffiman (22.04.2009, 14:39 Uhr)
BadFriend
disqualifizieren werden sich hier die pingeligen. es gibt immer eine vorlaufzeit, bis etwas bemerkt wird. und dies geschieht meist durch anruf eines, oder einiger kunden. der autofahrer merkt auch meist erst das sein rücklicht kaputt ist, wenn er entweder durch einen freundlichen verkehrsteilnehmer oder durch die polizei darauf hingewiesen wird. ich würd ja mal die kirche im dorf lassen und mich entspannen.....
BadFriend (22.04.2009, 14:20 Uhr)
@gaga007
Ich gebe dir recht und die anderen disqualiifizieren sich hier selber.
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Es geht darum, dass man bei der Telekom gestern angerufen hat und denen keine Störung bekannt war! Man hatte also den Service selber angerufen.
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Das andere erklärt sich doch selbst und ich schätze gaga nicht ein, dass er so dumm ist.
Knuffiman (22.04.2009, 14:14 Uhr)
gaga007
bei 40 mio kunden wären die aber im august mit benachrichtigen noch nicht fertig oder wie stellen sie sich das vor ?? war halt ein ausfall, na und ?? wenn beim bäcker der backofen ausfällt ruft er auch nicht jeden im dorf an um ihm mitzuteilen, das er heute keine brötchen hat. für den einen oder anderen mag es sicherlich ärgerlich sein, mal ein paar stunden sein mobil-fon nicht nutzen zu können. ich denke aber alle T-kunden haben überlebt.
Stony2005 (22.04.2009, 14:12 Uhr)
@gaga007
Sie disqualifizieren sich als Diskusionspartner.
Mal eben 39 Mio Kunden über Festnetz erreichen. Muhahahaha Ja nee ist klar.
Schöne Träume haben Sie.
By the Way: Ich bin kein T.Mobile Kunde.
alwo (22.04.2009, 14:06 Uhr)
gaga07
Sie können ja einen Kalender bei besagtem Anbieter anfordern in welchem alle zukünftigen technischen Ausfälle vorvermerkt sind !
gaga007 (22.04.2009, 14:02 Uhr)
Stony2005 (22.4.2009, 13:55 Uhr) ...
... die Antwort ist ganz einfach: das Festnetz funktionierte und niemand im sogenannten Servicebereich der Telekom wußte etwas von einem Netzausfall. In einer kommunikativen Geschäftswelt kann vom größten Anbieter (eig.Werbung) mehr Service und Information erwartet werden. Der eigentliche Netzausfall war nicht das Problem ...
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