Viele Lebensmittel gären, das ist natürlich. Das passiert bei Bananen genauso wie bei Sauerkraut, Traubensaft oder Roggenbrot. Daher produzieren sie kleine Mengen Alkohol. Je reifer und älter ein Nahrungsmittel ist, um so mehr enthält es. Eine Banane von rund hundert Gramm kann zwei Wochen nach dem Kauf fast ein Gramm Alkohol enthalten. Sorgen brauchen Sie sich deswegen aber nicht zu machen: Sie nehmen Alkohol aus natürlichen Gärungsprozessen meist nur in Spuren zu sich.
Allerdings setzen Nahrungskonzerne vielen Lebensmitteln Alkohol zu - als so genannten Trägerstoff für Aromen. Das muss in der Zutatenliste nicht erwähnt werden. Häufig benutzen Hersteller auch andere Bezeichnungen für Alkohol: Äthylalkohol oder Ethylalkohol, Äthanol oder Ethanol, Weingeist, Spiritus, Glycerin. Nicht selten enthalten auch Fertigprodukte wie Cocktailsoßen, Marzipan, Marmelade, Tüten- und Dosensuppen oder Kuchen in geringen Mengen Alkohol. Meist liegt der Anteil zwischen 0,01 bis 0,2 Prozent. Das ist verhältnismäßig wenig, verglichen etwa mit Traubensaft, der bis zu einem Prozent Alkohol enthält.
Für trockene Alkoholiker scheinen versteckte Mengen Alkohol nur dann gefährlich zu sein, wenn Sie darum wissen oder bewusst den Geruch oder Geschmack wahrnehmen. Das ist allerdings bei vielen Lebensmitteln der Fall, denn Alkohol ist schon in sehr geringer Konzentration zu riechen. Kinder sollten Speisen mit Alkoholgeschmack oder -aroma nicht kosten - nicht mal ein kleines Eis mit Rumaroma. Denn sie könnten sich an den Geschmack gewöhnen und später Lust auf richtigen Alkohol bekommen.
Viele Arzneien kommen ohne Alkohol nicht aus, seien es Hustensäfte, Baldriantropfen oder auch homöopathische Mittel. Trockene Alkoholiker sollten solche Produkte meiden, denn der Alkohol darin ist hoch dosiert und deutlich zu schmecken. Für Kinder gibt es Hustensäfte ohne Alkohol. Bei homöopathischen Mitteln hilft ein Trick, den Alkohol zu meiden: Lösen Sie die Tropfen in etwa 80 Grad heißem Wasser. Der Alkohol verdampft, der Wirkstoff bleibt.