Eine brasilianische Hautärztin hatte die Idee, den Wirkstoff Phosphatidylcholin in unerwünschte Fettpolster hineinzuspritzen und diese so zum Verschwinden zu bringen. Phosphatidylcholin unterstützt den Stoffwechsel beim Fettabbau und löst Fettzellen auf.
Offiziell ist der Wirkstoff für kosmetische Zwecke in Deutschland bisher nicht zugelassen. Ärzte verwenden ihn aus medizinischen Gründen, wenn sich Fettpropfen in den Blutgefäßen gebildet haben, bei stark erhöhtem Cholesterinspiegel im Blut oder Schädigungen der Leber. Trotzdem bieten einige Kliniken in Deutschland die Injektion an.
Der Arzt spritzt in die obere Fettschicht das Phosphatidyl-Cholin. Die Fettzellen lösen sich auf, der Körper baut das zersetzte Fett ab und scheidet es aus. Bei großen Mengen bleibt allerdings ein Rest der aufgelösten Fettzellen im Gewebe. Es kann sich entzünden oder verhärten. Außerdem können sich Zysten bilden. Mit welchen Risiken Sie rechnen müssen, ist bisher wissenschaftlich nicht erforscht. Schon 2003 wiesen zwei medizinische Gesellschaften - die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie (DGPRÄC) und die Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgie (VDÄPC) - darauf hin, dass es keine Studien gibt, die die Wirkungsweise und den Erfolg der Injektions-Lipolyse belegen.
Es gibt in Deutschland bisher keine wissenschaftlich geprüften Erfolgsmeldungen.
Die Erstbehandlung kostet mindestens 180 Euro, jede weitere Behandlung mindestens 90 Euro.