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Fentanyl – schlimmer als Heroin

US-amerikanische Behörden kämpfen seit Jahren gegen Rauschmittel wie Kokain und Heroin. Nun breitet sich das Opioid Fentanyl rasant aus. Es ist gefährlich – und in hohem Maße tödlich, wie eine TV-Doku zeigt.

  "Death by Fentanyl": Eine Dokumentation zeigt, wie sich das gefährliche Opioid in den USA verbreitet.

"Death by Fentanyl": Eine Dokumentation zeigt, wie sich das gefährliche Opioid in den USA verbreitet.

Amerika hat ein Drogenproblem: Seit Jahren steigt die Zahl der Konsumenten – und auch die der Drogentoten. Allein für Heroin hat sich in den letzten Jahren die Zahl der tödlichen Überdosen verfünffacht, von rund 2000 im Jahr 2004 auf über 10.000 Fälle im Jahr 2014, meldet das "National Institute on Drug Abuse". Nun schwemmt eine weitere Droge US-amerikanische Großstädte: das Opioid Fentanyl. Es wirkt bis zu 80-mal stärker als Morphin.

Ein US-amerikanisches Filmteam hat eine Doku-Reihe über Fentanyl erstellt und auf der Website Fusion veröffentlicht. In acht Filmen zeichnen die Journalisten den Weg des Opioids nach und erklären, wie es hergestellt wird und in Umlauf gerät. Wo die Droge auftaucht, kostet sie Menschenleben. Gezeigt wird das am Beispiel der Stadt Chicago.

Tatsächlich handelt es sich bei Fentanyl um keine neuartige Designerdroge, sondern um ein starkes Schmerzmittel, das bereits seit vielen Jahren im Einsatz ist. Krebspatienten erhalten das Opioid etwa in Form eines Pflasters, das auf die Haut geklebt wird. Das Mittel wirkt schmerzlindernd, reduziert die Wahrnehmungsfähigkeit und führt abhängig von der Dosis zu einem schlafähnlichen Zustand.

Das Fentanyl, das in den USA im Umlauf ist, unterliegt jedoch keinerlei Kontrollen: Drogendealer handeln es unter dem Namen "China White". Es stammt meist aus Mexiko, wo es mit Heroin vermischt und im Anschluss über die Grenze geschmuggelt wird. In dieser Kombination ist eine Überdosierung viel leichter möglich.

Fentanyl – ein Opioid mit tödlichen Nebenwirkungen

Ein Missbrauch des Mittels zieht gravierende Nebenwirkungen nach sich: So macht Fentanyl in hohem Maße abhängig und führt zu einer verlangsamten Atmung – bis hin zum Atemstillstand. Bereits geringe Mengen des Mittels sind tödlich. Im Bundesstaat New Hampshire starben im vergangenen Jahr 399 Menschen an einer Überdosis. 261 gingen auf das Konto von Fentanyl oder Fentanyl in Kombination mit anderen Drogen. Zum Vergleich: Heroin kostete 31 Menschen das Leben.

Auch in Deutschland ist die Droge bereits aufgetaucht – ein entsprechender Bericht stammt allerdings bereits aus dem Jahr 2013. Damals wurden in Frankfurt am Main 700 Gramm Heroin mit einem deutlich erhöhten Fentanylanteil beschlagnahmt. Nach Angaben der Pharmazeutischen Zeitung kommt es auch immer wieder zu einem Missbrauch der Schmerzpflaster: Süchtige kochen die Pflaster aus und injizieren sich das Mittel im Anschluss intravenös.

ikr

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