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27. Juli 2007, 10:19 Uhr

Kiffen verdoppelt das Psychose-Risiko

Wer häufig Haschisch raucht, verdoppelt sein Risiko, an einer Psychose zu erkranken. Das berichten britische Ärzte, die 35 Studien zum Thema ausgewertet haben. Kiffern drohen auch Halluzinationen, Wahn und Orientierungsstörungen.

Kiffen gilt als harmlos. Doch wer es häufig tut, hat ein höheres Risiko, an Psychosen zu erkranken© Friso Gentsch/DPA

Ärzte warnen: Der Konsum von Haschisch oder Marihuana erhöht das Risiko für psychische Krankheiten im späteren Leben um bis zu 41 Prozent. Das berichtet eine Gruppe um Stanley Zammit von der Universität Cardiff im Medizinjournal "The Lancet". Sie hatten 35 andere Studien zu Cannabis analysiert. "Wir haben haben nun genug Beweise, um junge Menschen zu warnen, dass der Gebrauch von Cannabis ihr Risiko erhöht, in späteren Jahren eine Psychose zu bekommen", schreiben die Mediziner.

"Langzeitfolgen werden übersehen"

Haschisch ist das Harz aus der weiblichen Blüte der Hanfpflanze, deren getrocknete Blätter auch als Marihuana geraucht werden. Das weltweit verbreitete Rauschgift wird meist als Joint oder in Pfeifen geraucht, kann aber auch verspeist werden. Es wird vielfach als vergleichsweise harmlose Droge bezeichnet - zu Unrecht, erklären die Mediziner. In ihrer Untersuchung zeigte sich eine Abhängigkeit von der Dosis: Wer die Droge häufiger nimmt, hat ein höheres Psychose- Risiko. Bei den stärksten Nutzern ist es mehr als doppelt so groß wie beim Gelegenheitsraucher.

Unter dem Begriff Psychose werden zahlreiche mittelschwere bis schwere psychische Leiden zusammengefasst. Sie gehen meist mit einem - unterschiedlich ausgeprägten - Realitätsverlust einher. Beispiele sind Bewusstseins-, Gedächtnis- und Orientierungsstörungen sowie Wahn, Halluzinationen und manisch-depressive Erkrankungen.

In einem begleitenden Kommentar urteilt Merete Nordentoft vom Universitätskrankenhaus Kopenhagen: "In der öffentlichen Debatte wird Cannabis im Vergleich zu Alkohol oder Opioiden als mehr oder weniger harmlose Droge angesehen. Die potenziellen Langzeitfolgen von Cannabis im Hinblick auf Psychosen scheinen übersehen worden zu sein, und die Öffentlichkeit muss vor diesen Gefahren gewarnt werden."

Zammit weist in dem Journal darauf hin, dass in Ländern wie den USA und Großbritannien rund 20 Prozent der Jugendlichen Erfahrung mit dem Rauschgift haben. In Deutschland sind es nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 26 Prozent. Demnach ist Haschisch die am weitesten verbreitete illegale Droge in Deutschland. Das Wissen der meisten Konsumenten sei gering.

DPA
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
Malt (27.07.2007, 18:03 Uhr)
Am schlimmsten...
...sind doch eh' die ganzen Marihuana-Junkies, die sich Ihre Haschisschtrips ins Ohrläppchen spritzen... das erinnert mich an eine Simpsons Folge: "Wir haben eine Substanz erfunden, die 10mal mehr abhängig macht als Marihuana".
Lächerlich diese Studie, ebenso wie die Argumente der Politiker-Idioten ala Beckstein, Schünemann und Co.... am besten das Atmen auch gleich verbieten, denn durch den Feinstaub kann die Lunge geschädigt werden... aber auf jedem Bierfest selbst den Maßkrug in die Kamera der Reporter schwenken. Scheinheilige Affenbande!
havranek (27.07.2007, 17:06 Uhr)
Kann aber auch helfen!
Und was ist mit all den tausenden die Cannabis, sogar in Kalifornien / USA!!! legal auf Rezept erhalten, damit sie ihre Krankheit besser in den Griff kriegen??
Und die meisten Kiffer rauchen einen Joint zur Beruhigung, sind friedlich und locker drauf! Das ist mir jedenfalls tausendmal lieber, als aggressive und anpöbelnde Alkoholiker, oder zugekokste Manager!
Tierpfleger (27.07.2007, 15:04 Uhr)
@BenThor
"Was bringt jetzt diese Erkenntnis? Verboten ist der Konsum doch schon, soll Cannabis jetzt noch mehr verboten werden?" - falls diese "Studie" die Drogenpolitik in Großbritannien beeinflussen sollte, so könnte das in schärferen Gesetzen und einer radikaleren Strafverfolgung der Konsumenten enden. Obgleich das zunächst "nur" Großbritannien beträfe, bleibt abzuwarten wie die EU-Staaten (Verfassung?) die "Klassifizierung" von Rausch- & Betäubungsmitteln zu einem Konsens bringen... und falls in ferner Zukunft Amerikas "Little brother" ebenfalls der EU beitritt wird die Debatte mit Sicherheit erneut geführt werden.
BenThor (27.07.2007, 14:31 Uhr)
Na und?
Was bringt jetzt diese Erkenntnis? Verboten ist der Konsum doch schon, soll Cannabis jetzt noch mehr verboten werden?
Wie DerJurist schon sehr treffend geschrieben hat ist Cannabis nicht das große Problem der Gesellschaft sondern der dauerhafte Konsum von Alkohol, Zigaretten und Medikamenten.
Der Autor scheint ansonsten auch nicht wirklich Ahnung vom Thema zu haben. "getrocknete Blätter werden als Marijuana geraucht". Blödsinn. Die Blätter enthalten so gut wie keine Wirkstoffe deshalb werden grundsätzlich nur getrocknete, weibliche Blüten konsumiert.
Wenn Konsumenten besser ärzttlich betreut werden sollen um eventuelle physische und psychiche Langzeitschäden einzudämmen müssten die Konsumenten erstmal aus der Illegalität geholt werden und dies geht eben nur durch eine Legalisierung. Siehe Holland & Schweiz.
schlotti (27.07.2007, 13:48 Uhr)
@DerJurist
Hallo,
Sie verderben mir mit solchen Äußerungen die Lust am kommentieren ;-)
Ihrem Beitrag ist beim besten Willen nichts hinzuzufügen!
Gratulation
mfG
Schlotti
sportartmakler (27.07.2007, 13:29 Uhr)
medikamentenabhängigkeit
ist traurigerweise noch verbreiteter als alokoholismus und canabiskonsum zusammen(in DTL).
DerJurist (27.07.2007, 13:15 Uhr)
Traue keiner Statistik die Du nicht selber gefälscht hast !
Interessantes Ergebnis der Forscher. Was dabei aber nicht erwähnt wird ist, dass die Langzeitfolgen von Cannabiskonsum zwar auch schwerwiegend sein können, gegenübergestellt mit den Langzeitfolgen des Alkohols sind diese aber immer noch deutlich weniger schlimm. Des weiteren wird auch nicht erwähnt, das die in der Studie untersuchten Menschen aufgrund der Illegalität der Cannabisbeschaffung auch häufig über ihren "Dealer" andere Drogen kaufen können. Vielmals wird dies auch getan. Der Konsum anderer Drogen durch Cannabiskonsumenten verschlechtert diese Statistik insgesamt noch ein wenig. Trotz dieser Erschwernis ist sie aber besser als beim Alkohol.
Die Forscher haben hier also nicht bewiesen das Cannabis gefährlicher sei als Alkohol, nur das es auch gefährlich sein kann. Das Alkohol an berauschenden Suchtmitteln allderings noch immer der globale Killer number one ist wird hier dezent im argen gelassen.
Tierpfleger (27.07.2007, 13:12 Uhr)
Logische Konsequenz...
... nachdem nun Gordon Brown an der Macht ist und bereits vor seiner Ernennung zum neuen Premier seine Einstellung zu Drogen im Allgemeinen & Cannabis im speziellen bekannt waren, wundert es mich nicht das eine entsprechende "Studie" den weg in die Medien geschafft hat. Das bereits mehrfach ent- und wieder verschärft Gesetz im Umgang mit den auf der Insel in drei Kategorien unterteilten "Gefahrenstufen" in Bezug auf Drogen wird mit Sicherheit erneut überarbeitet werden - diese Studie dient mit Sicherheit als Argument.
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