Trinken und gurgeln, wickeln und wärmen

Zur Schnupfensaison halten die Apotheken eine Vielzahl an chemischen Mitteln bereit, das die Pharmaindustrie gegen Erkältungen erfunden hat. Dabei helfen Hausmittel genauso gut.

Bei einer Erkältungoder Grippe hat Ihr Abwehrsystem viel zu tun. Sie können es unterstützen: mit viel Wärme, viel Schlaf, viel Flüssigkeit. Vitamin C in Obst und Gemüse ist gut, Sie sollten seine Wirkung aber nicht überschätzen.

Grundsätzlich gilt bei Erkältung und Grippe: Vermeiden Sie jede Form von Stress. Denn der verlangt Ihrem Immunsystem zusätzlich einiges ab. Schonen Sie Ihre Stimme und vermeiden Sie es zu rauchen. Bleiben Sie bei starker Erkältung oder Grippe am besten im Bett und halten Sie sich warm. Im Schlaf ist Ihr Abwehrsystem besonders aktiv und kann die Erreger schnell vertreiben. Wer Fieber hatte, sollte sich danach mindestens drei Tage lang schonen.

Mehr trinken bei Fieber

Wenn Sie stark verschleimt sind oder Fieber haben, sollten Sie viel trinken. Bei 38 Grad Fieber benötigen Sie einen halben Liter Flüssigkeit zusätzlich. Steigt die Temperatur noch höher, braucht Ihr Körper mit jedem weiteren Grad einen Liter mehr Flüssigkeit. Leiden Sie zudem an Erbrechen und Durchfall, müssen Sie noch mehr trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

Am besten geeignet sind Wasser und heißer Tee, etwa Lindenblüten- oder Holunderblütentee. Geben Sie zwei Teelöffel getrocknete Blüten in eine Tasse und überbrühen Sie sie mit kochendem Wasser. Lassen Sie den Lindenblütentee fünf, den Holunderblütentee zehn Minuten ziehen, bevor sie ihn abseihen, und trinken Sie ihn möglichst heiß. Kratzt der Hals, wirkt heiße Milch mit Honig lindernd.

Vitamine verkürzen Symptome vielleicht um einen Tag

Über die Wirkung von Vitamin C bei Erkältungen streiten sich die Forscher. Es gibt Hinweise darauf, dass es wirkt, andere Studien belegen das Gegenteil. Aber schädlich ist das Vitamin keinesfalls: Probieren Sie es daher aus. Vitamin-C-haltige Nahrungsmittel zur Vorbeugung gelten generell als hilfreich.

Einige Untersuchungen zeigen, dass eine Erkältung um etwa einen Tag verkürzt werden kann, wenn regelmäßig 0,2 Gramm Vitamin C eingenommen werden. Denn Vitamin C schützt die Immunzellen. In hoher Konzentration ist es in Sanddornbeeren, Paprikagemüse, Broccoli, schwarzen Johannisbeeren, Stachelbeeren, Fenchel, Zitrusfrüchten, Kartoffeln, Kohl, Spinat und Tomaten enthalten.

Wohltuender Dampf

Die Inhalation ist ein altbewährtes Heilmittel bei Erkältungskrankheiten: Übergießen Sie in einer Schüssel ungefähr eine Handvoll Kamillenblüten mit heißem Wasser. Halten Sie Ihr Gesicht über die Schüssel und legen Sie ein Handtuch über den Kopf, so dass der Dampf nicht entweichen kann. Atmen Sie mehrmals mit geschlossenen Augen tief durch die Nase ein.

Wiederholen Sie die Inhalation mehrmals täglich für einige Minuten. Die Schleimhaut Ihrer Atemwege wird dadurch befeuchtet, das Sekret abtransportiert und die festsitzenden Krusten werden gelöst. Zudem schädigt heißer Dampf den Schnupfenviren: Viele dieser Erreger sind hitzeempfindlich.

Kamille lässt die Schleimhaut abschwellen und erleichtert das Atmen. Weitere bewährte Inhalationsstoffe sind: Thymian, Japanisches Minzöl, Latschenkiefernöl (nicht bei Asthma und Keuchhusten), Eukalyptusöl, Teebaumöl, Pfefferminzöl (nicht bei Kindern).

Warme Wickel für die Abwehr

Bei seinem Kampf gegen Bakterien und Viren helfen Sie Ihrem Abwehrsystem, wenn Sie die Durchblutung mit einem warmen Halswickel steigern. Wickeln Sie ein feuchtes Baumwolltuch um den Hals und decken Sie es mit einem Handtuch ab. Je wärmer der Wickel, desto besser. Nur in der akuten Phase sollten Sie ein kaltes Tuch nehmen und warten, bis es warm geworden ist.

Ruhen Sie mit dem Wickel eine Zeit lang unter der Bettdecke. Trocknen Sie sich danach sorgfältig ab und halten Sie sich weiterhin warm. Neben der wohltuenden Wärme können ein paar Tropfen Lavendelöl auf dem Wickel den Hustenreiz drosseln. Besonders Kindern kann das zu einem ruhigen Schlaf verhelfen.

Schutz für die Schleimhäute

Lüften Sie Ihre Wohnung regelmäßig und achten Sie auf eine hohe Luftfeuchtigkeit, vor allem im Winter. Stellen Sie mit Wasser gefüllte Schälchen auf die Heizung oder hängen Sie nasse Handtücher darüber. Das verdunstende Wasser befeuchtet die Raumluft, und das schützt die Schleimhäute vor dem Austrocknen. Wenn Sie kein Fieber mehr haben und sich kräftig genug fühlen, gehen Sie wenigstens einmal am Tag spazieren und atmen Sie dabei tief durch.

Hustenbonbons oder Halspastillen schützen die Schleimhaut ebenfalls vor dem Austrocknen, weil sie den Speichelfluss anregen. Der Speichel enthält außerdem bestimmte Stoffe, die gegen Bakterien wirken. Halsschmerzen werden durch das Gurgeln gelindert: Verrühren Sie dafür einen halben Teelöffel Salz in einem Viertel Liter warmem Wasser.

Dusche die Nase

Mit einer Nasenspülung befeuchten Sie die Schleimhäute, waschen den Schleim samt Keimen heraus und lösen verhärtete Krusten. Verrühren Sie dafür einen halben Teelöffel Salz in einem Viertel Liter warmem Wasser und füllen Sie die Lösung in eine Nasendusche. Beugen Sie Ihren Kopf über das Waschbecken und halten Sie ihn leicht schräg zu einer Seite. Öffnen Sie den Mund und füllen Sie das lauwarme Salzwasser in das oben liegende Nasenloch. Durch dass untere Nasenloch läuft es wieder hinaus. Schnäuzen Sie die Nase jetzt leicht und wechseln Sie anschließend die Seite.

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