Gürtelrose - gemein und gefährlich

So harmlos der Name auch klingt - eine Gürtelrose fühlt sich grässlich an: Sie haben fürchterliche Schmerzen am Bauch oder im Gesicht, Ihre Haut ist übersät mit Flecken und brennenden Bläschen.

21 Bewertungen
Herpes zoster, Gürtelrose, Hautkrankheit, Zoster, Zoster-Virus

Typisch für Gürtelrose: Bläschen, die ineinander laufen und ein Band bilden©

Sie fühlen sich nicht wohl in Ihrer Haut, sind angeschlagen und mit Ihren Nerven am Ende. Ein dumpfer Schmerz meldet sich links in Ihrer Brust, er strahlt langsam aus und droht Sie zuzuschnüren. Ein paar Tage später blühen rote Flecken an Ihrer Brust auf, die sich zu einem Band oder Gürtel gruppieren. Spätestens jetzt ist klar: Sie haben eine Gürtelrose, auch Herpes Zoster genannt.

Schuld an dieser schmerzhaften Krankheit ist ein bestimmter Erreger, das sogenannte Varicella-Zoster-Virus (VZV). Stecken Sie sich das erste damit Mal an, bekommen Sie Windpocken. Das geschieht meist in der Kindheit. Haben Sie die Krankheit überstanden, sind Sie zwar ein Leben lang vor Windpocken geschützt. Aber Sie können sich ein zweites Mal mit dem Erreger infizieren und eine Nervenentzündung bekommen - eben die berüchtigte Gürtelrose.

Die Viren tricksen das Immunsystem aus

Dass Ihr Immunsystem die Zoster-Viren nicht aus Ihrem Körper verbannen kann, liegt an einem ganz gemeinen Trick: Während die Windpocken wüten, nistet sich das Virus in den Nervenknoten ein, die in der Nähe des Rückenmarks liegen. In diesen sogenannten sensorischen Ganglien schlummern die Erreger dann ein Leben lang. Normalerweise hält Ihr Immunsystem sie in Schach.

Ist die Körperabwehr aber geschwächt, weil Sie zum Beispiel zu viel Stress haben, starke Medikamente nehmen müssen oder gar an einer Immunschwäche wie Aids leiden, können die Viren wieder aktiv werden und eine Gürtelrose auslösen. Die Erreger vermehren sich dann wie wild und dringen in die Nervenzellen ein. Diese entzünden sich, und Sie verspüren dort Schmerzen. Dann wandern die Viren weiter in die Haut, wo sie großen Schaden anrichten: Sie sehen rote Flecken, die sich später in Bläschen verwandeln. Die Flüssigkeit in diesen Zosterbläschen ist hoch ansteckend.

Herpes zoster bekommen meist Ältere

Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland rund 350.000 Menschen an Gürtelrose, über die Hälfte der Betroffenen ist älter als 60 Jahre. Die Viruskrankheit kann Sie aber trotzdem in jedem Alter treffen. Da die Windpockenerreger die Gürtelrose auslösen, sollten Sie auf sich und Ihre Familie Acht geben - wer die Kinderkrankheit noch nicht hatte, kann sich jetzt ganz schnell infizieren und bekommt dann Windpocken.

Bei der Hälfte der Schmerzgeplagten tritt die Gürtelrose am Rumpf auf, bei jedem Fünften am Kopf. Sie kann aber überall ausbrechen - an den Armen, am Hals, im Innenohr oder im Auge. Im Sehorgan können die Zoster-Viren die Binde- und Hornhaut so stark schädigen, dass Sie unter Umständen erblinden.

Seite 1: Gürtelrose - gemein und gefährlich
Seite 2: Symptome
Seite 3: Diagnose
Seite 4: Therapie
Seite 5: Expertenrat
Seite 6: Forschung
 
 
MEHR ZUM THEMA