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Spiegel der Seele

Bekommen Sie Pickel, wenn Sie sich nicht gut fühlen? Juckt es Sie, wenn Sie wütend sind? Auch wenn die Psyche nicht hinter jedem Hautausschlag steckt: Stress und Angst können Hautkrankheiten auslösen.

  Das Wechselspiel von Körper und Seele zeigt sich deutlich auf unserer Haut.

Das Wechselspiel von Körper und Seele zeigt sich deutlich auf unserer Haut.

Unsere Haut zeigt Gefühle: Furcht kann Gänsehaut verursachen, wir erblassen vor Schreck oder erröten vor Scham. Auch das Wechselspiel von Körper und Seele zeigt sich besonders deutlich auf unserer Haut - emotionale und psychische Konflikte, die wir nicht verarbeiten, können sie krank machen und sogenannte psychosomatische Beschwerden auslösen.

Das enge Zusammenspiel von Seele und Haut zeigt der Fall eines Medizinstudenten, der zum Examen von beiden Elternteilen je eine nickelhaltige Uhr bekam. Die Mutter hatte die Familie vor Jahren wegen eines anderen Mannes verlassen, seither war das Verhältnis zu ihrem Sohn angespannt. Nur ihr Geschenk löste bei ihm ein Kontaktekzem aus. Die Uhr vom Vater konnte er ohne Probleme tragen.

Ein weiteres Beispiel: Ein 38-jähriger Geschäftsmann entwickelte prompt eine Schuppenflechte, als er die Verantwortung in der elterlichen Firma übernahm und gleichzeitig Vater wurde. Später verschlimmerte sich die Krankheit jedes Mal, wenn er unter Stress und Versagensängsten litt.

Haut, Herz und Hirn spielen zusammen

Doch nicht alle Hautprobleme haben seelische Ursachen. Ziehen Sie keine vorschnellen Schlüsse, wenn es im Gesicht oder an den Ellenbogen wieder einmal blüht, brennt oder juckt. Fachleute warnen jedenfalls davor, hinter jedem Symptom eine angeschlagene Psyche zu vermuten. Es gibt viele angeborene Krankheiten und auch solche, die durch Kontakt mit bestimmten Substanzen oder Keimen ausgelöst werden. Ihr Verlauf wird nicht von der seelischen Verfassung des Betroffenen beeinflusst. Untersuchungen zeigen aber, dass der Anteil der psychischen Gründe bei Hautkrankheiten zwischen 30 und 60 Prozent schwankt.

Ziehen Sie daher nur dann eine begleitende psychotherapeutische Behandlung in Betracht, wenn Ihre Beschwerden nachweislich von starken Ängsten oder emotionalen Konflikten ausgelöst, verlängert oder verschlimmert werden. Um möglichen seelischen Ursachen auf die Spur zu kommen, sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt immer auch die Frage klären, ob Ihre Krankheit Auswirkungen auf Ihr soziales oder berufliches Leben hat - und, besonders wichtig, ob sie sich in bestimmten Belastungssituationen verschlechtert.

Zwar ist die Datenlage insgesamt noch recht dünn, aber es gibt immer mehr Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Stress und Hautkrankheiten. So beobachteten japanische Wissenschaftler nach dem schweren Erdbeben von Kobe 1995, dass sich bei fast 40 Prozent der rund 1500 Neurodermitiker, die in der Region lebten, die Krankheit massiv verschlimmerte.

Auch zur Nesselsucht und zur Weißfleckenkrankheit gibt es einige Studien, die den Einfluss von Stress, innerer Unruhe und Depression belegen. Mehrere Forschergruppen konnten in den vergangenen Jahren nachweisen, dass es bei Stress eine enge Wechselwirkung zwischen Gehirn, Hormon- und Immunsystem gibt. Vieles spricht also dafür, dass unsere Gefühlslage das Immunsystem und damit auch den Verlauf zahlreicher Hautkrankheiten beeinflussen kann.

Tipps

Sie haben den Verdacht haben, dass bei Ihrer Hautkrankheit psychische Faktoren eine Rolle spielen? Dann besprechen Sie das mit Ihrem Hautarzt. Oder suchen Sie gleich eine psychosomatische Klinik auf. Falls es in Ihrer Nähe eine Uniklinik gibt, ist die dortige dermatologische Abteilung ebenfalls eine gute Anlaufstelle.

Leiden Sie gleichzeitig unter Hautproblemen und heftigem Beziehungsstress, ist eine begleitende Psychotherapie zur hautärztlichen Behandlung besonders zu empfehlen. Und zwar unabhängig davon, ob die familiären Turbulenzen die Krankheit ausgelöst haben, oder ob der Liebesstress sich erst als Folge des Befunds entwickelt hat - zum Beispiel weil Ihr Partner oder Ihre Partnerin nicht mit Ihrer schlimmen Schuppenflechte klarkommt oder Sie selbst aufgrund einer quälenden Nesselsucht extrem reizbar sind.

Keine Angst: Sie müssen jetzt nicht jahrelang zur Psychoanalyse rennen. Oft hilft es schon, wenn Sie lernen, sich zu entspannen. Verhaltenstherapien, die sowohl in Einzel- als auch in Familien- oder Gruppensitzungen durchgeführt werden, sind sehr erfolgreich. Bei dieser Behandlung üben Sie zum Beispiel Techniken, die eine bessere Selbstkontrolle ermöglichen.

Auch ein Training zur Stressbewältigung kann bei bestimmten Beschwerden helfen. Viele Ärzte und Psychologen bieten entsprechende Gruppenkurse an. Bringen Sie aber Geduld mit: Wenn Sie regelmäßig üben, stellt sich der Erfolg nach einigen Monaten ein. Experten empfehlen, mindestens dreimal pro Woche 15 Minuten lang zu trainieren.

Wenn Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder Qi Gong in eine ärztliche oder verhaltenstherapeutische Behandlung eingebettet sind, übernehmen die Krankenkassen teilweise die Kosten dafür. Häufig erstatten sie auch dann einen Teil der Gebühren, wenn diese Kurse von fachlich qualifizierten Kräften in Praxen, an Volkshochschulen oder anderen Einrichtungen durchgeführt werden.

Expertenrat

Experte Professor Uwe Gieler, Psychosomatiker und Dermatologe an der Uniklinik Gießen, beantwortet Ihre Fragen:

Wann besteht der Verdacht, dass psychische Ursachen bei einer Hautkrankheit eine Rolle spielen?

Etwa wenn Ihr Hautarzt Ihnen die Ursache und den Zusammenhang einer Hauterkrankung nicht logisch und folgerichtig erklären kann. Dann besteht grundsätzlich schon der Verdacht, dass es sich in diesem Fall um eine auch psychisch mitbegründete oder psychosoziale Konflikte nach sich ziehende Hautveränderung handeln könnte. Es ist in so einem Fall sehr wichtig, dass man dem Arzt Gelegenheit gibt, mögliche Einflussfaktoren psychosozialer Natur mit in die Überlegungen einzubeziehen. Nur dann ist zu entscheiden, ob diese Aspekte zu vernachlässigen sind oder ob vielleicht eine gezielte psychosomatisch-psychotherapeutische Behandlung weiterhelfen könnte. Hierzu ist natürlich erforderlich, keine Hintergründe zu verschweigen, denn selbst der beste Arzt ist kein Hellseher.

Kann Psychotherapie bei Neurodermitis helfen?

Eine Studie konnte bei Neurodermitikern in psychodynamischer Psychotherapie im Vergleich zu einer Kontrollgruppe mit nur hautärztlicher Behandlung zeigen: Diejenigen, die zusätzlich zur dermatologischen Therapie eine Psychotherapie machten, hatten deutlich mehr symptomfreie Zeiten. In einer Umfrage bei den Innungskrankenkassen wurde von den Neurodermitiskranken die Durchführung einer Psychotherapie ähnlich positiv bewertet wie die Behandlung mit Kortison.

Können bestimmte Gefühle oder Gedanken den Verlauf von Hautkrankheiten beeinflussen?

Das ist sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht möglich. Nur so ist beispielsweise zu erklären, dass Menschen allein durch den Anblick von ekelerregenden Bildern einen Lippenherpes entwickeln können, vorausgesetzt sie neigen zu dieser Hautreaktion. Manchmal genügt sogar der Anblick von schmutzigem Geschirr: Die Psychologin Angelika Buske-Kirschbaum von der Universität Dresden zeigte Versuchspersonen ein Tablett mit bekleckerten Gläsern - eine potenzielle Infektionsquelle für Herpes. Eine Kontrollgruppe sah sich neutrale saubere Objekte an. 48 Stunden nach dem Ekelreiz spürten vier von zehn Probanden Bläschen an der Lippe keimen. In der Kontrollgruppe trat dagegen keinerlei Reaktivierung der Viruserkrankung auf.

Rüdiger Braun

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