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2. August 2010, 14:52 Uhr

Impfkommission rät Erwachsenen zu Masernschutz

Die Ständige Impfkommission hat neue Empfehlungen veröffentlicht. Unter anderem legt sie als Konsequenz aus der Schweinegrippe-Pandemie Schwangeren die Influenza-Immunisierung nahe. Und junge Erwachsene sollten eine Masern-Impfung in Betracht ziehen.

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Ein Arzt verabreicht eine Grippeschutzimpfung© Ralf Hirschberger/DPA

Schwangere sollten sich künftig in jedem Fall gegen Grippe impfen lassen - das empfiehlt jetzt die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut. Zur Immunisierung zur nächsten Grippesaison raten die Experten werdenden Müttern, weil bei ihnen etwa bei der Schweinegrippe ein deutlich erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe beobachtet worden sei.

Auch Neugeborene könnten von der Impfung profitieren, da die Antikörper über den Mutterkuchen an das Kind weitergegeben würden, teilt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit. In den ersten Monaten nach der Geburt habe der Säugling dadurch einen gewissen Schutz. Durch eine Schutzimpfung verhindere eine junge Mutter auch die Ansteckung ihres Kindes durch sie. Bei der Impfung gegen Röteln, die für Schwangere ebenfalls wichtig ist, empfiehlt das Robert-Koch-Institut inzwischen, dass alle Frauen im gebärfähigen Alter zweimal geimpft sein sollen.

Gegen Grippe sollten sich nach den Empfehlungen der Bundesbehörden in diesem Herbst aber auch weiterhin Senioren über 60 und insbesondere Bewohner von Alten- und Pflegeheimen impfen lassen. Der Rat gilt auch für chronisch Kranke, Medizinpersonal und Personal in Pflegeeinrichtungen.

Der übliche saisonale Grippeimpfstoff setzt sich in diesem Herbst aus den drei aktuell am häufigsten auftretenden Influenza-Virustypen zusammen. Auch das Schweinegrippevirus H1N1/California/2009, das im vergangenen Jahr um die Welt zog, ist darin enthalten. Eine spezielle Impfempfehlung für die Neue Grippe gibt es deshalb nicht mehr. Die Bundeszentrale empfiehlt auch Menschen, die sich bereits gegen die Schweinegrippe impfen ließen, den neuen Grippeschutz im Herbst. Denn in diesem Winter würden vermutlich auch andere Grippe-Virustypen auftreten.

Empfehlung für alle nach 1970 Geborenen

Eine weitere Neuerung bei den Impfempfehlungen: Die Stiko rät Erwachsenen, die nach 1970 geborenen wurden, zu einer Masern-Impfung - vorzugsweise mit dem Kombiwirkstoff gegen Masern, Mumps und Röteln. Dies gilt allerdings nur für die, die in ihrer Kindheit gar nicht oder nur einmal gegen die Masern geimpft worden oder nicht mehr wissen, ob sie eine Immunisierung erhalten haben. Besonders wichtig sei diese Empfehlung für Menschen, die im Gesundheitsdienst, in der Betreuung von immungeschwächten Menschen oder in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiteten.

Diese Empfehlung hat die Stiko erweitert, da es in Deutschland immer wieder zu Masernausbrüchen kommt und insbesondere unter den jüngeren Erwachsenen einige nicht geimpft sind. Auch bei Jugendlichen gibt es laut RKI weiterhin deutliche Lücken im Masernschutz. Bei ihnen greife die schon seit Jahren bestehende generelle Empfehlung, alle im Kleinkindalter versäumten Impfungen vor dem 18. Geburtstag nachzuholen.

Ziel dieser Impfungen ist es nicht nur, einzelne Menschen vor schweren Krankheitsverläufen zu schützen. Die Masern sollen vielmehr weltweit ausgerottet werden. Das wird aber nur gelingen, wenn alle Länder hohe Impfquoten erreichen. In Deutschland gibt es keine Impfpflicht.

DPA
 
 
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