So schützen Sie sich vor Gift aus recycelter Pappe

27. November 2012, 16:15 Uhr

Nicht nur Schokofiguren sind in recycelten Kartons verpackt: Die Pappe umhüllt auch andere Lebensmittel. So schützen Sie Reis- und Nudelprodukte vor Rückständen aus der Verpackung.

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Mineralöl, Verpackung, Stiftung Warentest, Adventskalender

Umweltfreundliches Recyceln: Bis unter die Decke stapelt sich das Altpapier. Doch Giftstoffe aus recycelter Pappe können in Lebensmittel übergehen.©

Nach dem Fund von Mineralöl in Kalenderschokolade sind viele Verbraucher verunsichert. Die Prüfer von Stiftung Warentest entdeckten in allen getesteten Schokofiguren Rückstände aus recycelten Verpackungskartons. Diese Mineralöle stehen im Verdacht krebserregend zu sein. Doch Schokofiguren sind bei Weitem nicht die einzigen Lebensmittel, die in diesen Kartons verpackt sind: Auch Nudeln, Cornflakes oder Reis zählen dazu.

Tatsächlich ist die Problematik nicht gerade neu. Schon seit einigen Jahren gibt es immer wieder Hinweise auf Rückstände aus Lebensmittelverpackungen, die aus recyceltem Papier gefertigt wurden. Die Substanzen stammen häufig aus Farben, die beim Zeitungsdruck verwendet werden. So gelangen die Öle in recycelte Lebensmittelverpackungen und von dort direkt in das Essen. Stiftung Warentest entdeckte bereits im Jahr 2010 Mineralöle in Kartoffelknödeln von Pfanni oder Norma. Die Zeitschrift ÖkoTest prüfte im selben Jahr Reis aus Pappkartons - auch hier wiesen sie in allen Sorten Mineralöle nach.

Innenbeutel schützen vor Giftstoffen

Wie kann man sich als Verbraucher gegen diese Schadstoffe schützen? Allein die Auswahl der Produkte ist schon entscheidend: Zu den Lebensmitteln, die besonders viel Mineralöl aufnehmen, gehören insbesondere fettreiche Produkte wie Schokolade. Auch in trockenen Lebensmitteln mit großer Oberfläche - etwa Cornflakes, Nudeln oder Reis - reichern sich die Gifte leicht an.

"Diese Stoffe wären vermeidbar", erklärt Wolfgang Hennig vom Chemischen und Lebensmitteluntersuchungsamt Dortmund. "Schon ein zusätzlicher Innenbeutel schützt die Lebensmittel vor einem direkten Kontakt mit der Pappe." Allerdings ist vielen Produkten ihr Innenleben nicht anzusehen. Abhilfe schafft hier ein einfacher Trick: Oft genügt es schon, die Produkte zu schütteln und genau hinzuhören. Produkte ohne zusätzlichen Beutel rasseln laut, gut verpackte Lebensmittel klingen dagegen leise und dumpf.

Kaufen, Umfüllen, Lagern

Weitere Tipps gibt die Verbraucherzentrale Hamburg: Sie rät die Lebensmittel nach dem Kauf direkt umzufüllen. Reis, Gries oder Frühstücksflocken ließen sich etwa gut in Vorratsdosen lagern. So kommen die Produkte nicht unnötig lange mit dem Karton in Berührung und weniger Schadstoffe gehen in das Essen über. Auch dunkle Kartons enthielten mehr Schadstoffe, warnt die Verbraucherzentrale. Das dunkle Papier deute auf einen höheren Recyclinganteil hin. Eine gute Alternative sind hier Verpackungen aus sehr heller Pappe - sie bestünden meistens aus Frischfasern und seien deswegen ungefährlich.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Mineralöl in Verpackungen hat das Bundesinstitut für Risikobewertung hier zusammengestellt.

Von Ilona Kriesl
 
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