27. November 2012, 22:58 Uhr

Bundesinstitut hält Adventskalender für ungefährlich

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält den Verzehr von Schokolade aus Adventskalendern für unbedenklich. Ein Beruhigungsversuch nach den alarmierenden Ergebnissen von Stiftung Warentest.

Ein Bundesinstitut beruhigt besorgte Verbraucher: Schokolade in bestimmten Adventskalendern ist trotz Rückständen von Mineralöl nach Einschätzung nicht gesundheitsgefährdend. Der Verzehr eines Schokoladenstücks am Tag führe nur zu einem "sehr geringen zusätzlichen Anteil" der normalen täglichen Aufnahme dieser Stoffe, teilte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) am Dienstag mit. "Unsere Besorgnis ist nicht allzugroß", sagte Detlef Wölfle aus der Abteilung Sicherheit verbrauchernahe Produkte beim BfR.

Stiftung Warentest hatte in der Schokolade Spuren von Mineralölen gefunden. In 9 der 24 Fälle warnten die Tester Kinder vor dem Verzehr. Zwölf Kalender waren nur gering belastet. Die winzigen Ölreste könnten aus der Farbe auf Kartonverpackungen aus recyceltem Altpapier stammen. Stiftung Warentest hatte sich bei den Bewertungen nach eigenen Angaben an Erfahrungswerten von Experten orientiert. Mehrere Supermarktketten nahmen die beanstandeten Kalender aus den Regalen.

BfR: Gesundheitsgefahr ist nur ein Verdacht

Das Institut für Risikobewertung, das dem Verbraucherschutzministerium untersteht, erklärte, es gehe im schlimmsten Fall um 7 Milligramm sogenannter Kohlenwasserstoffe pro Kilogramm Schokolade, also 0,022 Milligramm pro Schokoladenstück. Wölfle sagte, man könne zwar ein krebsgefährdendes Potenzial solcher Stoffe nicht ausschließen. "Aber das ist eben nur ein Verdacht. Es gibt keinen konkreten Nachweis, dass hiervon eine wirkliche Gesundheitsgefahr ausgeht."

Wölfle betonte: "Wir sehen aber, dass es Adventskalender gibt, in denen die Schokolade kein Mineralöl enthält. Daraus leiten wir die Forderung ab, dass die Industrie sich bemühen sollte, Lebensmittel herzustellen, die solche Stoffe nicht enthalten."

Mehrere Schokoladen-Hersteller setzten sich nach der Veröffentlichung des Tests zur Wehr. Das Bremer Unternehmen Hachez Chocolade warf den Testern vor, Unsicherheiten zu verbreiten, "die völlig bei den Haaren herbeigezogen sind". Eine Gesundheitsgefährdung könne "nicht einmal ansatzweise nachgewiesen" werden. Die Untersuchung erzeuge nur Aufmerksamkeit für die Stiftung Warentest.

Den vollständigen Testbericht gibt es unter www.test.de/adventskalender

mlr/DPA
 
 
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