Forscher warnen vor Gefahr einer Pandemie

7. August 2013, 06:28 Uhr

In kurzer Zeit forderte die Vogelgrippe H7N9 Dutzende Opfer in China. Dann gab es kaum Ansteckungen, doch die Gefahr ist nicht gebannt: Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist offenbar möglich.

Vogelgrippe H7N9, Pandemie, WHO

Das neue Vogelgrippevirus H7N9 ist Forschern zufolge ein geeigneter Kandidat, um eine Pandemie auszulösen.©

Forscher haben neue Hinweise darauf gefunden, dass sich Menschen untereinander mit der tödlichen Vogelgrippe H7N9 angesteckt haben. "Unsere Befunde unterstreichen, dass das neue Virus eine Pandemie auslösen könnte", schreibt das Forscherteam um den Wissenschaftler Bao Chang-jun vom Centre for Disease Control and Prevention in der südchinesischen Stadt Nanjing. Die Forscher veröffentlichen ihre Studienergebnisse im "British Medical Journal".

Im März war die neue Form der Vogelgrippe H7N9 erstmals bei Menschen nachgewiesen worden. In den Wochen danach stieg die Zahl der Infizierten schnell an. Bei vielen löste der Erreger eine Lungenentzündung aus. In den meisten Fällen gingen die Behörden davon aus, dass sich die Menschen bei Geflügel angesteckt hatten. Tausende Tiere wurden gekeult und Märkte mit lebendem Geflügel geschlossen.

Dann kamen kaum noch neue Ansteckungen hinzu. Insgesamt registrierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis Juli 133 Infizierte. 43 von ihnen kamen ums Leben. Schon im April hatte die WHO die Übertragung von Mensch zu Mensch in seltenen Fällen als wahrscheinlich bezeichnet und von drei Familien gesprochen, in denen sich das Virus direkt unter den Verwandten ausgebreitet haben könnte.

Direkte Übertragung wohl möglich

Bao Chang-jun und seine Kollegen schauten sich ebenfalls eine Familie genauer an. Ein 60 Jahre alter Vater hatte sich im März mit dem Virus infiziert. Seine 32 Jahre alte Tochter kümmerte sich ohne Schutz am Krankenbett um ihn. Später wurde auch sie krank, ohne dass es einen Nachweis für einen direkten Kontakt von ihr mit Geflügel gab. Vater und Tochter starben an multiplem Organversagen. Die Wissenschaftler wiesen bei beiden einen fast identischen Stamm des Erregers nach.

Für die Forscher ist eine direkte Übertragung zwischen Vater und Tochter die wahrscheinlichste Erklärung. Einen abschließenden Beweis gebe es jedoch nicht. Die Studie gebe keinen direkten Hinweis darauf, dass das Virus näher vor dem Ausbruch einer Pandemie stehe. Die Experten betonten aber: "Es ist eine Erinnerung daran, dass wir wachsam bleiben müssen: Die Gefahr von H7N9 ist auf keinen Fall vorbei."

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