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Ratgeber Haut

Die Haut richtig pflegen und hegen

Trockene Haut braucht Fett, fettige Haut Feuchtigkeit – das ist die goldene Regel. Bei Neurodermitis, Schuppenflechte und Ekzemen gilt sie allerdings nur bedingt.

Cremes, Salben, Basispflege, Therapie, Behandlung

Die richtige Creme hilft der Haut und kleistert sie nicht zu.© Colourbox

Cremes bestehen hauptsächlich aus Wasser und Öl: Leichtere Cremes erhalten mehr Wasser, fettere mehr Öl. Für fettige Haut sind wässrige Cremes geeignet, trockene Haut verträgt besser fettende Cremes. Salben werden hauptsächlich aus Fett hergestellt, sie sind also reichhaltiger als Cremes und deshalb für fettige Haut manchmal eine Belastung.

Haben Sie keine Probleme mit Ihrer Haut, brauchen Sie sie nicht intensiv zu pflegen. Wollen Sie dennoch etwas Gutes tun, sollten Sie Feuchtigkeit spendende Produkte wählen, die die Haut nicht zu stark einfetten. Für die Tagespflege des Gesichts empfehlen Fachleute bei normaler Haut Feuchtigkeits-Cremes, die mehr Wasser als Fett enthalten - so genannte Öl-in-Wasser-Emulsionen. Für die Nacht können Sie Cremes mit einem etwas höheren Fettanteil verwenden. Den übrigen Körper sollten Sie ebenfalls mit den leichteren Öl-in-Wasser-Emulsionen pflegen.

Trockene Haut sollten Sie immer pflegen. Besonders wenn Sie an einer chronischen Hautkrankheit wie etwa der Schuppenflechte oder an Neurodermitis leiden, sollten Sie sich eincremen - auch zwischen den Schüben. Ihr Hautarzt wird Ihnen eine bestimmte Creme oder Salbe empfehlen können. Möglicherweise hält er aber eine spezielle Mixtur für besser, diese muss der Apotheker erst für Sie anmischen. Dann gibt der Arzt Ihnen ein Rezept, auf dem alle Zutaten stehen.

Haben Sie zum Beispiel gerade ein Ekzem, sind Lotionen oder Cremes mit einem geringeren Fettanteil sinnvoll. Sonst verschließt das Fett die Haut, das verschlimmert die Entzündung. Um die kranke Haut zu beruhigen, kann Ihre Hautärztin den Apotheker anweisen, entzündungshemmende Wirkstoffe in die Creme zu mischen, etwa Kortison.

Neigen Sie zu Ekzemen, haben aber gerade keine entzündeten Stellen, sind Pflegeprodukte auf Wasser-in-Öl-Basis empfehlenswert. Sie enthalten mehr Fett als Wasser. Zusatzstoffe wie Harnstoff, Glyzerin oder Milchsäure sind empfehlenswert, denn sie wirken wie ein Wassermagnet und befeuchten auch die Hornschicht.

Leiden Sie unter Schuppenflechte, sind Wasser-in-Öl-Emulsionen am besten, also fettreiche Cremes. Zudem sollten die Wassermagneten Harnstoff und Milchsäure der Salbe zugemischt sein, sie entfernen die Schuppen und machen die verdickten Hautstellen weicher. Manchmal treten bei der Schuppenflechte auch eitergefüllte Bläschen auf. Dort helfen eher leichte, wenig fettende Cremes, also Öl-in-Wasser-Emulsionen. Solche Lotionen verhindern, dass die Talgdrüsen verstopfen.

Achten Sie daher darauf, in welchem Zustand Ihre Haut sich gerade befindet und wählen Sie die passende Pflege. Was Ihre Haut braucht, zeigt Ihnen unser Check.

Expertenmeinung Elke Weisshaar, Berufs- und Umweltdermatologin am Universitätsklinikum Heidelberg:

Cremes und Salben sind bei vielen Hauterkrankungen wie Ekzemen, Schuppenflechte und Neurodermitis eine notwendige Basistherapie. Sie regulieren die Hautfeuchtigkeit und verbessern durch eine Rückfettung die Schutzfunktion der Haut. Oft verschreibt der Arzt sie zusammen mit Kortison ähnlichen Substanzen, so genannten Kortikosteroiden. Harnstoff sollte bei akut entzündeter oder aufgekratzter Haut nicht angewendet werden, weil er dann auf der Haut brennen kann.

Arnd Schweitzer
 
 
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