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Ratgeber Kinderkrankheiten

Wenn das Sandmännchen versagt

Was Sie tun können

Auch wenn Sie noch so gestresst und übermüdet sind, weil Ihr Sprössling Sie jede Nacht wach hält: Geben Sie ihm keine Medikamente! Arzneimittel machen es Ihrem Kind noch schwerer, ein regelmäßiges Schlafmuster zu entwickeln. Die Chemikalien lassen das Gehirn auch tagsüber müde und träge werden. Zudem machen die Wirkstoffe schnell süchtig – auch Erwachsene sollten daher nur in Ausnahmefällen Schlaftabletten schlucken.

Auch wenn manche Eltern darauf schwören, das Kind nachts einfach schreien zu lassen: Sie sollten darauf verzichten. Zwar wirkt die Methode relativ zuverlässig, weil ein Kind schnell merkt, dass niemand auf das Gebrüll reagiert. Es fühlt sich dann verlassen und stellt frustriert seine Hilferufe ein. Dabei sind viel körperliche Nähe und Zuwendung im Kleinkindalter sehr wichtig. Beides trägt dazu bei, dass Ihr Kind später selbstbewusst und selbständig wird. Bringen Sie Ihrem Kind besser auf sanfte Art bei, alleine einzuschlafen.

Das Schlafprotokoll zeigt Ihnen, was Ihr Kind braucht

Babys und Kinder brauchen unterschiedlich viel Schlaf. Wie viel Ruhe Ihr Nachwuchs benötigt, können Sie mit einem Schlafprotokoll herausfinden. Denn Eltern, die wissen, dass Ihr Säugling beispielsweise nur 14 Stunden Schlaf braucht statt der erwarteten 18, müssen sich nicht weiter abmühen, Ihr Kind zum Schlafen zu bringen.

Möglicherweise wird Ihr Kind morgens nur langsam wach und ist tagsüber nicht besonders aktiv. Dann bekommt es wahrscheinlich zu wenig Schlaf. Lassen Sie es ein paar Tage schlafen, wie es will, um herauszufinden, wie viel Schlummerzeit es braucht.

So geht’s: Tragen Sie im Schlafprotokoll die Zeiten ein, zu denen Ihr Kind einschläft und aufwacht. Desweiteren können Sie notieren, wie lange Ihr Sprößling geschlafen hat und wann Sie ihn gefüttert haben. So ermitteln Sie, wie viel Schlaf Ihr Kind wirklich braucht. Anschließend können Sie beginnen, die Schlafphasen zu verschieben. Je kürzer das Mittagsnickerchen, desto länger der Nachtschlaf. Wer früher zu Bett geht, steht auch morgens früher auf. Wacht Ihr Kind nachts häufiger auf, versuchen Sie, die Schlafphasen am Tag zu verkürzen. Allerdings müssen Sie meist zwei Wochen Geduld haben, bis sich Ihr Kind auf die neuen Zeiten eingestellt hat.

Streitfrage Familienbett: ja oder nein?

In vielen Ländern schlafen Kinder jahrelang im Bett ihrer Eltern. Auch hierzulande war das bis zum Beginn des Industriezeitalters normal. Das hat Vorteile: Ihr Kind fühlt sich nachts geborgen und braucht nicht nach Ihnen zu rufen. Zudem kann es seinem Bedürfnis nach Körperkontakt nachkommen.

Zur Sicherheit Ihres Kindes sollten Sie jedoch beachten:

  • Sie sollten Nichtraucher sein.
  • Sofa, Wasserbett oder sehr weiche Matratzen eignen sich nicht als Familienbett.
  • Verzichten Sie auf dicke Decken und große Kissen, die über Ihr Kind rutschen könnten.
  • Das Bett darf keine offenen Stellen haben, in denen das Kind festgeklemmt werden könnte.
  • Sie sollten auf Alkohol oder Medikamente verzichten, die Ihre Aufmerksamkeit beeinträchtigen könnten.
Antje Helms
Seite 1: Wenn das Sandmännchen versagt
Seite 2: Harmlose Wachphasen
Seite 3: Schlafstörungen
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