Ratgeber Kinderkrankheiten

Wenn das Sandmännchen versagt

Machen Kinder die Nacht zum Tag, sieht man das auch den Eltern an: Bei Babys, die erst ein paar Monate alt sind, gehören Augenringe bei Vater und Mutter dazu. Später können Sie Ihrem Sprößling beibringen, wie er abends alleine einschläft und nachts nicht wach wird.

Schlaflosigkeit bei Kindern, Schlafstörungen, Schlaf

Allein ein- und dann durchschlafen? Es dauert eine Weile, bis Kleinkinder das können©

Schläft es schon durch?" Diese Frage kennt jeder, der gerade Mutter oder Vater geworden ist. Ein Kind, das nachts keine Ruhe geben will, stresst jedes Elternpaar. Viele fühlen sich zusätzlich durch die Erwartung unter Druck gesetzt, dass ein Baby bereits mit drei Monaten alleine ein- und durchschlafen sollte.

Tatsächlich brauchen Kinder unterschiedlich viel Schlaf. Neugeborene schlafen am Tag und bei Nacht etwa gleich viel. Manche Säuglinge brauchen nur 12 Stunden Ruhe, andere wiederum bis zu 20 Stunden. Sie schlafen nicht etwa durch, sondern machen meist nach einer Stunde die Augen wieder auf: So lange dauert bei Neugeborenen ein Schlafzyklus. Er besteht zu einem Großteil aus leichtem Traumschlaf und nur zu einem kleinen Teil aus Tiefschlaf.

Schlaf ist ein kompliziertes Gebilde: Bei Erwachsenen dauert ein Schlafzyklus etwa 90 Minuten, dabei wechseln sich leichtere Phasen mit Traumschlaf mit solchen mit festerem Tiefschlaf ab. Dann beginnt ein neuer Zyklus. Schlafen wir ein, sinken wir zu Beginn der Nacht ziemlich schnell in eine tiefe Ruhe, aus der wir nur schwer zu wecken sind: Die Muskeln sind entspannt, und die Frequenz der Gehirnströme nimmt ab, je tiefer wir schlafen.

Nach etwa 60 Minuten tauchen wir allmählich aus der Tiefschlafphase auf, um am Ende des Zyklus für etwa 20 Minuten einen leichteren Traumschlaf zu durchleben, den so genannten REM-Schlaf. REM bedeutet Rapid Eye Movement: Die Augen bewegen sich in dieser Phase schnell. Das Gehirn ist dann ähnlich aktiv wie im Wachzustand, wir zucken im Schlaf und atmen unregelmäßig. Der REM-Schlaf wird anschließend wieder vom Tiefschlaf abgelöst. Je näher der Morgen rückt, desto kürzer dauert der Tiefschlaf.

Träumt das Baby, schneidet es Grimassen

Auch Säuglinge haben zwei Schlafphasen: Während des REM-Schlafs atmet das Kind unregelmäßig, lächelt hin und wieder oder schneidet Grimassen. Arme und Beine zucken. Während des Tiefschlafs sind auch Babys sehr ruhig. Im Gegensatz zu älteren Kindern oder Erwachsenen haben sie jedoch eine längere REM-Phase und kürzere Abschnitte des Tiefschlafs. Ein Zyklus dauert bei Säuglingen nur etwa 50 Minuten. Darum wachen sie auch in den ersten Wochen etwa jede Stunde auf: Sie haben noch nicht gelernt, zwischen den Zyklen wieder einzuschlafen, so wie Erwachsene es können.

Aber mit jeder Lebenswoche lernt das Kind dazu: Es nimmt den Wechsel zwischen Tageslicht und dunkler Nacht wahr. Es merkt, dass tagsüber Leben im Haus ist, nachts Ruhe herrscht. Mit 15 Wochen haben die meisten Babys einen Schlaf-Wach-Rhythmus entwickelt. Sie schlafen nachts etwa sechs bis acht Stunden durch. Denn das Gehirn, das den Schlaf steuert, entwickelt sich bei Säuglingen schnell. Allerdings geschieht das von Kind zu Kind in unterschiedlichem Tempo. Mit sechs Monaten halten die meisten tagsüber zwei Nickerchen und holen sich den Großteil ihres Schlafs nachts.

Je älter Kinder werden, desto weniger Schlaf brauchen sie. Wie viel, kann individuell sehr verschieden sein - genau wie bei Erwachsenen auch. Zweijährige beispielsweise brauchen noch 10 bis 16 Stunden täglich, Zehnjährige nur noch 8 bis 12 Stunden.

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Seite 2: Harmlose Wachphasen
Seite 3: Schlafstörungen
Seite 4: Was Sie tun können
 
 
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