stern.de für unterwegs
. .

Ratgeber Kopfschmerz

RSS Mobil Wetter stern.de Blogs Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Günther Jauch
sternTV - Information und Unterhaltung mit Günther Jauch

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

 

Bakteriengift löst verkrampfte Muskeln

Botox hat eine Karriere als Schönheits-Spritze gegen Falten gemacht. In der Medizin wird das Nervengift schon lange gegen Muskel-Krankheiten eingesetzt. Auch chronische Kopfschmerzen können mit der Substanz gelindert werden.

Zoom
Botox, Kopfschmerzen, Kopfschmerz, Migrä,ne, Migraene

Eine Woche nach der Injektion entspannt sich die Lage, die Schmerzen lassen nach© Philipp Gülland

Botox, oder korrekter: Botulinum-Toxin wird in der Medizin seit mehr als zwanzig Jahren erfolgreich eingesetzt, um Schielfehler, einen Schiefhals oder Muskel-Spastiken zu behandeln. Das Nervengift löst nicht nur Verkrampfungen auf. Es lindert auch die chronischen Schmerzen, die dadurch entstanden sind.

Botulinum-Toxin ist ein Bakteriengift, das bestimmte Lebensmittel-Vergiftungen verursacht. Der Wirkstoff verhindert, dass der Botenstoff Acetylcholin aus den Nervenfasern freigesetzt wird. Wird Botox direkt in Muskeln gespritzt, kann Acetylcholin nicht an die Muskelfaser andocken. Den Muskeln fehlt damit der Befehl, sich zusammenzuziehen: Sie erschlaffen. Schmerzhafte Muskel-Verspannungen lassen sich so lösen.

Botox wirkt offenbar nicht nur am Muskel. Denn die Substanz lindert Schmerzen schneller als sie die Muskel-Verkrampfung löst. Die Schmerznerven werden anscheinend durch das Botulinum-Toxin unmittelbar beeinflusst. Dadurch fällt der Schmerzreflex weg, der zu noch mehr Verspannungen führt. Die Folgen: Der Muskel wird besser durchblutet und transportiert die schmerzvermittelnden Botenstoffe schneller ab.

Spritzen kommen auch ins Gesicht

Der Arzt injiziert das Botulinum-Toxin direkt in die betroffenen Muskeln. Bei Kopfschmerzen werden die Muskeln des Gesichts, der Schläfen, der Augen sowie des Halses und des Nackens behandelt. Der Arzt ertastet schmerzhafte Verhärtungen oder Knötchen in den Muskeln und spritzt in diese Punkte Botulinum-Toxin, um sie als Schmerzquelle auszuschalten Die Entspannung setzt nach ungefähr einer Woche ein; der Effekt hält in der Regel drei bis sechs Monate lang an. Die Spritze wirkt nicht auf den gesamten Stoffwechsel ein wie muskelentspannende Medikamente.

Ob die Behandlung mit Botox bei chronischen Spannungs-Kopfschmerzen sinnvoll und empfehlenswert ist, ist noch nicht hinreichend erforscht. Auch bei Migräne scheint Botulinum-Toxin zu wirken, die Häufigkeit und die Stärke der Anfälle kann die Substanz vermindern.

Die Behandlung mit Botox ist nicht zugelassen

Wenn Sie eine Behandlung mit Botulinum-Toxin erwägen, sollten Sie folgendes beachten:

  • Für die Behandlung von Kopfschmerzen ist Botox nicht zugelassen.
  • Wird zu viel Gift injiziert, kann der betreffende Muskel gelähmt sein.
  • In seltenen Fällen können auch weiter entfernte Muskeln aus Versehen mit gelähmt werden.

Die genannten Nebenwirkungen sind nicht von Dauer. Alle Schäden bilden sich vollständig wieder zurück. Hinweise für bleibende Organschäden fanden sich in zehn Jahren Anwendung bisher nicht.

Yamina Merabet

Adobe Flash Player

Zehn Übungen für den Nacken

Schmerzt Ihr Nacken? Unsere Übungen helfen Ihnen, Kopfschmerzen vom Spannungstyp vorzubeugen.