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25. Januar 2011, 21:05 Uhr

Filmproduzent Bernd Eichinger ist tot

Die Filmwelt ist geschockt: Starproduzent Bernd Eichinger ist im Alter von 61 Jahren gestorben. Der Tod kam völlig unerwartet bei einem Essen im Freundes- und Familienkreis.

Deutschlands berühmtester Filmproduzent, Bernd Eichinger, ist tot. Eichinger starb mit 61 Jahren in Los Angeles, wie seine Familie mitteilte. Er erlitt am Montagabend während eines Essens mit Familie und Freunden einen Herzinfarkt. Der Münchner hatte einen zweiten Wohnsitz in Hollywood.

Zu Eichingers Werken gehörten Filme wie die Süßkind-Verfilmung "Das Parfum", der Hitler-Film "Der Untergang" oder "Fräulein Smillas Gespür für Schnee". Seinen Durchbruch feierte er 1981 mit dem Film "Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo". Spätestens 1984 wurde Eichinger mit der Michael-Ende-Verfilmung "Die unendliche Geschichte" (Regie: Wolfgang Petersen) zu einer der internationalen Größen im Filmgeschäft. Der von ihm produzierte Film "Nirgendwo in Afrika" (Regie: Caroline Link) gewann 2002 den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film.

"Wir alle sind geschockt von dieser unfassbaren Nachricht"

Viele langjährige Weggefährten und Kollegen erfuhren vom Tod Eichingers bei der Verleihung des Medien-Preises "Diva" im Bayerischen Hof und zeigten sich geschockt: "Der Bernd war ein ganz Großer", sagte ein sichtlich bewegter Ralph Siegel, der auf dem roten Teppich vom unerwarteten Tod des Produzenten hörte. "Es tut mir wahnsinnig Leid." Martin Krug, der Ex-Mann von Veronica Ferres, meinte, Eichinger habe Filmgeschichte geschrieben. "Er war einer der Größten in Deutschland."

"Schrecklich, schrecklich. Ich möchte gar nichts mehr dazu sagen. Das ist fürchterlich", so der Schauspieler Herbert Knaup. Und der Präsident der Spitzenorganisation der deutschen Filmwirtschaft (SPIO), Steffen Kuchenreuther, brachte zunächst nur ein "Ich bin völlig fertig" über die Lippen.

"Wir alle sind geschockt von dieser unfassbaren Nachricht und fühlen mit der Familie und den Angehörigen, denen unsere tiefe Anteilnahme und herzliches Beileid gilt", teilte Eichingers Produktionsfirma Constantin Film mit. "Mit Bernd verlieren wir einen Freund und Weggefährten, unsere Trauer und den Schmerz kann man nicht in Worte fassen." Mehr als 30 Jahre lang sei Eichinger das Herz der Constantin Film gewesen und habe die Filmindustrie international geprägt. Der Münchner war zeitweise Chef der Firma Constantin, die 1999 an die Börse ging.

Filme waren seine Obsession

Er sei "filmsüchtig", sagte Eichinger einst über sich selbst. Zwei, drei Filme pro Nacht anschauen, das sei kein Problem. Seine Obsession prägte sein Leben seit den frühen 70er-Jahren, als der streng katholisch erzogene Junge aus dem Bayerischen Wald zum Studium an die Münchner Hochschule für Fernsehen und Film kam. Seitdem war er Produzent, Drehbuchschreiber, Regisseur. Sogar als Schauspieler versuchte er sich einmal in einer kleinen Rolle.

Eichinger hinterlässt seine Ehefrau Katja und eine Tochter. Die 29 Jahre alte TV-Moderatorin Nina Eichinger wurde einem breiten Publikum als Jurorin der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" bekannt.

mad/ukl/DPA
 
 
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