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19. März 2006, 11:10 Uhr

Tobias Regner ist neuer "Superstar"

Aus über 14.000 Kandidaten wurde er von den Zuschauern der RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) zum Sieger gewählt: Tobias Regner setzte sich im Finale gegen Mike Leon Grosch durch.

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"I still burn": Tobias mit seinem Siegertitel© Ralph Orlowski/Getty Images

Sekunden lang stand ihm ungläubiges Staunen ins Gesicht geschrieben: Tobias Regner aus Freilassing ist der neue "Superstar". Sein Final-Konkurrent Mike Leon Grosch fiel nach Bekanntgabe des Ergebnisses dem Gewinner um den Hals, dessen Lippen immer wieder die Worte "Ich glaub' das nicht" formten. 55 Prozent der RTL-Zuschauer wählten den Bayern am Samstagabend zum Sieger von "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS): Nicht zuletzt hat es der Rocker damit Dieter Bohlen gezeigt, der auf den als Schmusesänger geltenden Grosch als Gewinner getippt hatte.

Regners erste hörbare Äußerung war ein lang gezogener Schrei der Erleichterung, seinen Sieg fand er "hammermäßig". Dann erklärte er strahlend: "Wir waren zwei ebenbürtige Konkurrenten". Sein Mitstreiter Grosch aus Köln - beide beteuerten immer wieder ihre Freundschaft und demonstrierten während der Sendung Zusammenhalt - sagte auf die Frage, wie er sich fühle: "Wie ein Gewinner, oder?" Er sei "verdammt hungrig und gefährlich" gewesen: "Aber dem Typen habe ich heute nicht das Wasser reichen können. Deutschland hat einen würdigen Superstar."

Lange lagen sich der Erste und der Zweite in den Armen, ehe der 23-jährige Regner noch einmal mit seinem Siegertitel, der Rock-Ballade "I Still Burn", auf die Bühne ging. Am Freitag soll das Lied als Single erscheinen und, prophezeite Bohlen, alsbald die Charts erobern. Der 29-jährige Grosch hatte als eigenen Finaltitel die sanfte Ballade "Don't Let It Get You Down" gesungen. In den vergangenen Monaten hatten sich die beiden Kandidaten gegen rund 14.000 Bewerber durchgesetzt.

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Hatte das Nachsehen: Mike Leon Grosch© Getty Images

Rocker kontra Schmusesänger

Regner war wegen seines für "Superstar"-Verhältnisse ungewöhnlich rockigen Auftretens frühzeitig aufgefallen, Grosch hatte mit seiner markanten Stimme begeistert. Seine frühere Beziehung zu einer Prostituierten hatte ihn zudem in die Schlagzeilen gebracht, ebenso seine frisch entflammte Liebe für Mit-Kandidatin Vanessa Jean Dedmon. Vor dem großen Finale war dem sichtlich nervösen Grosch die Anspannung stärker anzumerken als Regner, der selbstbewusst in die Kameras strahlte. Als Lieblingssong präsentierte Grosch "Angels" von Robbie Williams, während Regner mit dem rockigen "Beautiful Day" von U2 in die Show startete. Als Highlight aus den Mottoshows sang Grosch den Seal-Hit "Love's Divine", Regner entschied sich für "Purple Rain" von Prince.

Die Jury aus Dieter Bohlen, Heinz Henn und Sylvia Kollek hatte am Samstag nur begeistertes Lob für beide Kandidaten. So fand Bohlen seinen Favoriten Grosch "presslufthammermäßig", Henn nannte ihn "Deutschlands Gefühlsmeister vom Feinsten". Kurzzeitig brandeten Buhrufe auf, als Bohlen ankündigte, jetzt auch mal was Kritisches sagen zu wollen. Dann fragte er: "Scheiße, warum habe ich nicht so eine geile Stimme?"

Laut Bohlen noch nie so gute Kandidaten

Über Regner sagten die Juroren, er sei "auf dem Gipfel angekommen", Bohlen bescheinigte ihm einen "grandiosen Auftritt". Kollek und Henn tippten auf Regner als Sieger - und behielten Recht. Bohlen sagte anschließend, man habe noch nie so gute Kandidaten gehabt: "Wir haben ja auch gesehen, wie eng das heute war."

Der Sieger konnte sein Glück kaum fassen. "Ich kann mich noch erinnern, wie mein Vater mich zum ersten Casting gefahren hat", sagte er kopfschüttelnd, "und wir schon fast umdrehen wollten, weil wir das Hotel nicht gefunden haben." Grosch ließ sich derweil von Freundin Vanessa trösten. Die 18-Jährige war im Halbfinale der Casting-Show ausgeschieden und erklärte, sie habe mit ihrem Freund gefiebert: "Aber ich bin auch froh, dass ich ihn jetzt bei mir habe." Für Sieger Regner hingegen beginnt eine anstrengende Zeit voller Termine. Seine Eltern nahmen es dennoch gelassen: "Er wird schon wieder heimkommen, wenn's ihm zu viel wird."

In der dritten Staffel gab es bei "Deutschland sucht den Superstar" einige Änderungen. Neben der neu formierten Jury trat mit der Niederländerin Tooske Ragas und Marco Schreyl auch ein neues Moderatorenpaar auf. Für reichlich Schlagzeilen sorgten die Kandidaten - so übte Nevio Passaro Kritik an RTL und warf dem Sender unter anderem vor, durch gezielte Kameraführung die Ergebnisse zu beeinflussen. RTL hatte sich während der dritten Staffel überaus zufrieden mit den Quoten gezeigt - ob eine vierte Staffel folgt, ließ der Sender aber bislang offen. Der für überaus fiese Kandidaten-Kritik bekannte Bohlen kündigte jedenfalls bereits an, er werde sich für eine weitere Auflage der Sendung "neue Sprüche überlegen".

AP
 
 
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