Die "Gebühreneinzugszentrale" ist eine Behörde, die zum Eintreiben der Gebühr auf Provision arbeitende Drückerkolonnen beschäftigt. Für ihre Energie und Hartherzigkeit ist sie berüchtigt, da hilft auch keine Sympathiewerbung. Mit der Haushaltsabgabe soll die GEZ manierlicher werden, nicht mehr schnüffeln, sondern nur noch Daten mit den Einwohnermeldeämtern abgleichen. Aber warum? 175 Millionen Euro kostet diese Behörde. Wenn doch nun klar ist, dass die Haushaltsabgabe zwar keine Steuer ist, aber jeder sie zahlen muss - warum soll es dann keinen Vertrag mit den Finanzämtern geben, dass diese stellvertretend den Betrag einziehen? So wie bei der Kirchensteuer. Die wird durch diese "technische Hilfe" des Staates ja auch nicht verstaatlicht. Dies geht über das Kirchhof-Gutachten hinaus, wäre aber konsequent. Jetzt gibt es also die Möglichkeit, die teure GEZ-Bürokratie komplett abzuschaffen. Aber wer ergreift die Initiative?
Verzichten ARD und ZDF nicht auf Werbung, könnte man auf die Idee kommen, dass nicht die Institution der Rundfunkanstalten an sich, sondern lediglich deren Inhalte durch die Haushaltsabgabe finanziert werden dürfen. Etwa Sendungen wie die "Tagesthemen", die für eine demokratische Öffentlichkeit wichtig sind. Dann könnten aber auch die komplett werbefinanzierten Systeme, also das Privatfernsehen, im Gegenzug einen Teil-Zugriff auf die Haushaltsgebühr beanspruchen. Wenn ARD und ZDF auf Werbung bestehen, wäre es logisch, einen Teil der Haushaltsabgabe (sagen wir 10 bis 15 Prozent) auch für besondere Inhalte anderer Anbieter zu öffnen. Warum soll nicht ein Fördergremium beschließen, dass auch die RTL-Dokumentation zu Afghanistan, die ProSieben-Serie zur Bundestagswahl oder ein Sat.1-Portal zur deutschen Geschichte ein von allen Haushalten zu zahlendes öffentliches Gut ist? Rundfunkflatrate für alle hieße dann nicht nur, dass alle zahlen müssen, sondern auch, dass sie allen zugänglich ist, die besondere, nicht marktkonforme Inhalte anbieten.
Die Ministerpräsidenten und die Abgeordneten der Landesparlamente, die am Ende die Finanzumstellung beschliessen müssen, sollten ihre Köpfe also durchaus zu mehr benutzen als nur zum Abnicken der Kirchhof-Vorschläge. Ein bisschen was zu beraten ist da noch.