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7. Mai 2009, 14:37 Uhr

Milchschnitte und Möchtegern-Diva

Im Schatten des Annemarie-Hypes sangen sich Sarah Kreuz und Daniel Schuhmacher bis ins Finale von "Deutschland sucht den Superstar". Jetzt ist die Annemarie-Show vorbei. Übrig sind zwei Kandidaten, von denen man kaum etwas weiß. Wieso eigentlich? Von Katharina Miklis

DSDS, Annemarie, Sarah Kreuz, Daniel Schuhmacher, Deutschland sucht den Superstar

Ohne Annemarie-Appeal und Medlock-Gene: Sarah Kreuz und Daniel Schuhmacher setzen im Finale von DSDS allein auf ihre Stimmen© Henning Kaiser/DDP

Annemarie Eilfeld, Quoten-Zicke und "Everybody's Arschloch" wird trotz der Nummern-Panne in der letzten Show von "Deutschland sucht den Superstar" nicht im Finale auftreten. Damit hat die DSDS-Soap um Intrigen und Zickereien ihre wichtigste Hauptdarstellerin verloren. Was bleibt sind zwei laienhafte Nebendarsteller, die am Samstag um den Titel als Deutschlands neuer Superstar kämpfen: Sarah Kreuz und Daniel Schuhmacher. Doch wer sind die letzten beiden Kandidaten eigentlich, die sich in den letzten Wochen im Schatten des Annemarie-Hypes ins Finale sangen?

Das ist schwer zu sagen. Im Gegensatz zu Annemarie Eilfeld blieb es stets still um Kreuz und Schuhmacher. Eilfeld hatte alles gegeben: Sie machte mit der "Bild"-Zeitung gemeinsame Sache. Zog sich für das Boulevardblatt aus, machte die Castingshow, bei der es eh nicht mehr um die beste Stimme geht, zu einem medienwirksamen Trash-Spektakel. Der interessierte DSDS-Zuschauer weiß, dass Annemarie Eilfeld seit zwei Jahren keinen Sex mehr hatte. Er kennt ihre Körbchengröße, weiß, dass sie sich mit Oliver Pocher SMS schreibt und schon als kleines Kind sein wollte wie Britney Spears.

Über Sarah Kreuz und Daniel Schuhmacher weiß man so etwas nicht. Obwohl man die beiden genau wie die 19-Jährige Blondine Eilfeld in den letzten Monaten Woche für Woche auf der DSDS-Bühne gesehen hat, ist nichts hängen geblieben, was sie ausmacht. Annemarie war wenigstens die Quoten-Zicke, ein falsches Biest, ein Kameradenschwein...

Und Sarah Kreuz? Sie polarisiert nicht. Sie macht keine Show. Sie fällt nicht auf. Sie ist die graue Maus von DSDS. Daran konnte auch Bruce Darnell nichts ändern, der ihr eine gewisse Bühnenpräsenz beibringen sollte. Auf der Bühne wirkt die 19-jährige Sinti aus dem bayrischen Poppenhausen stets unglücklich und mies gelaunt. Sie kann sich nicht bewegen, hat Texthänger. Die schlechtesten Voraussetzungen für einen Superstar. Singen kann sie. Doch ihre Stimme bleibt nicht im Ohr. Man weiß von Sarah Kreuz, dass sie die Hauptschule ohne Abschluss abgebrochen hat. Ihr Englisch ist dürftig. Wenn sie auf der Bühne steht reiht sie auswendig gelernte Worte aneinander, die sie nicht versteht. Ist das Deutschlands neuer Superstar? Der ehemalige DSDS-Juror Bär Läsker sagte über die arbeitslose Kreuz: "Die beste Stimme dieser Staffel. Sie ist nicht hässlich, aber dumm wie Brot!". Von der Jury um Dieter Bohlen wird Kreuz gerne als "Diva" bezeichnet. Doch man braucht mehr als ein langes Kleid um eine Diva zu sein. Die Eltern der 19-Jährigen scheinen sich jetzt auch nicht mehr auf Sarahs Stimme alleine verlassen zu wollen. Sie sollen ihr Auto verkauft haben, um die Prepaid-Handys der gesamten Familie aufzuladen, damit sie am Samstag für Sarah anrufen.

Frei von Annemarie-Appeal und Medlock-Genen

Auch von Konkurrent Daniel Schuhmacher weiß man nicht viel. Außer, dass er wohl der neue Superstar wird. Beim Internet-Versandhaus Amazon gab es letzte Woche schon für kurze Zeit sein Siegeralbum vorzubestellen. Ein Versehen. Dieter Bohlen versucht, den 22-jährigen Pfullendorfer in der Show als den neuen Teeniestar zu platzieren. Er hat jedoch kein Profil. Keine Ecken, keine Kanten. Ein pausbäckiger Schmusesänger mit der Ausstrahlung einer Milchschnitte. Er ist sehr feminin. Annemarie Eilfeld verbreitete das Gerücht, er sei schwul. In der Schule wurde er verprügelt, weil er "so anders" war. In Interviews betont er immer wieder gerne, was für ein "total crazy Typ" er doch ist. Doch er ist kein Daniel Küblböck, kein Lorenzo, kein Mark Medlock. Bei DSDS macht er mittlerweile zum zweiten Mal mit. An seinen Auftritt in der letzten Staffel kann sich keiner mehr erinnern. Und fraglich bleibt, ob man in einem Monat noch weiß, wer Daniel Schuhmacher eigentlich ist.

Das ist das Problem der beiden Finalisten. Sie bleiben nicht im Ohr, nicht im Kopf. Man regt sich nicht über sie auf. Sie hauen einen aber auch nicht um. Sie haben beide gute Stimmen. Doch sie schaffen es nicht darüber hinaus bei den Zuschauern in Erinnerung zu bleiben. Ihnen fehlt der Annemarie-Appeal. Dieter Bohlen wird nicht müde zu betonen, dies würde das beste Finale in der Geschichte der Castingshow. Aber das sagt er bei jeder Staffel. Jetzt, wo die Rampensau Annemarie Eilfeld nicht mehr dabei ist, droht das Finale in der Belanglosigkeit zu versinken. Keine Zickereien, keine großen Showeinlagen, keine Intrigen, Aufreger oder Skandälchen. Einfach nur zwei nette, unauffällige Vorstadt-Teenies, die brav Bohlens Schnulzensong aufführen. Das klingt nach Musikschul-Aufführung - nur mit besseren Lichteffekten und großer Bühne. Zwei blasse Kandidaten, die wochenlang von dem Medienhype um das blonde Trash-Mariechen profitierten, müssen jetzt zeigen, dass es auch ohne den Faktor "Annemarie" geht. Bleibt zu befürchten, dass einer bei der ganzen Sache auf der Strecke bleibt: der Zuschauer.

Abstimmung

Wer wird Deutschlands neuer Superstar?

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Von Katharina Miklis
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
HJDeuster (11.05.2009, 15:45 Uhr)
Falsche Sichtweise
Wenn es ein Zeichen für Superstars ist, dass sie sich prostituieren müssen, damit der gelangweilte Zuschauer mal aus seinem Sessel geifert, dann will ich solche nicht. Daniel und Sara sind Menschen wie Du und ich mit dem Unterschied excellent singen zu können, besser als jeder andere ehemalige Sieger. Anscheinend muss man schwul sein oder irgendwie anders auffällig auftreten (z.B. Lorietta), um fernsehfähig zu werden, Talent ist nicht mehr so wichtig. Diese Entwicklung ist sehr bedauerlich. Anstelle, dass man beiden, Sara und Daniel, alles Gute wünscht, wird an ihrer Normalität herumgemäkelt. Gott sein Dank gibt es noch hin und wieder Zuschauer, die nicht nur Exzentriker wie Daniel Kübelböckl und Co. gut finden, sondern auch noch nach Talent schauen. Ich habe jedenfalls große Hochachtung vor den beiden, Daniel und Sara,was sie geleistet haben, unabhängig davon ob sie nun Superstars werden oder nicht. Den Kommentar des Stern halte ich schlicht weg für die Unterstützung einer Lebensauffassung, die ich ablehne, weil nur noch der Schein das Sein bestimmt.
verdad (10.05.2009, 00:22 Uhr)
verdammt
typisch Deutschland jetzt schnell alles kaputt machen, bei so tolle Sänger aber nein ihr findet nur gut was von usa kommt nicht war? und annemarie hat das zeug dazu die Amis richtig nachzumachen kopfloses volk ich aus Peru
felice4711 (07.05.2009, 17:06 Uhr)
Hauptschulabbrecherein
Ja, das muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen: Sich über andere mokieren, aber selber nicht gescheit schreiben können. Hahaha... typischer Fall von Trick 17 mit Selbstüberlistung.
TheFreeman (07.05.2009, 17:03 Uhr)
Lächerlich
ist das sogenannte Finale.
Eine gelangweilte Hauptschulabbrecherein - das muss man sich echt mal auf der Zunge zergehen lassen - und eine Soft-Memme.
Da wirds mir übel....
felice4711 (07.05.2009, 16:33 Uhr)
Na also,
so übel sind die zwei Finalisten nun auch nicht, dass man sie derart beleidigen und niederschreiben muss. Es soll wohl auch noch Menschen geben, die ohne Allüren und sich in Szene zu setzen, was ordentliches von sich geben. Die sind halt einfach nur nett, zumindest soweit man dies vor dem Fernseher sitzend beurteilen kann. Sind schlechtes Benehmen, lästern, nervig extrovertiertes Auftreten tatsächlich die Attribute, die man braucht, um "Superstar" bezeichnet zu werden? Kann ganz schnell umschlagen in "Superarsch". Mir sind die (bis jetzt) Normalgebliebenen eindeutig lieber. Und Sarah Kreuz als Mitglied eines immer wieder gerne despektierlich behandelten Volksstammes gönne ich den Sieg daher noch ein wenig mehr als Daniel, der doch ein einfacheres, besser in die Gesellschaft integriertes Leben aufweisen kann. Im Grunde sind beide zu recht im Finale und wer letztlich gewinnt, das nimmt sich nicht viel. Die Versenkung wartet (leider) schon....
Hoss77 (07.05.2009, 15:43 Uhr)
Das einzige...
Vernünftige was DSDS je hervorgebracht, war die Aufmerksamkeit auf einen gewissen Max Buskohl, der keine Lust auf Bohlen Songs hatte, ausgestiegen ist und nun mit seiner Band Musik macht. "Empty Trash" hat ein grandioses Album hingelegt, das seinen Weg abseits des Mainstream Pops geht.
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Guter voller Sound, gute Stimme, abwechslungsreiche Songs.
Blacky007 (07.05.2009, 15:07 Uhr)
Daniel
fehlt es zwar noch an Personality, Habe gestern bei Stern-TV ein wenig mehr mitbekommen und muss sagen, dass seine Stimme einen sehr hohen Wiedererkunngswert hat, den man bei vielen Sängern lange suchen muss. Wenn der Junge anständiges Artist-Development erfahren würde, könnte er durchaus eine Nummer im Geschäft werden.
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