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6. Januar 2010, 19:11 Uhr

Wie Bohlen aus Scheiße Geld macht

Die siebte Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) ist gestartet. Knapp 35.000 Bewerber hoffen, Dieter Bohlens fiese Sprüche zu überstehen, um Karriere im Showbusiness zu machen. Auch bei RTL setzt man voll auf Bohlen - nicht nur als Quotenbringer. Von Björn Erichsen

Keiner kommt an ihm vorbei: Dieter Bohlen richtet über die Karriere junger Möchtegern-Popstars© Ulrich Perrey/DPA

Neuer Teilnehmerrekord bei "Deutschland sucht den Superstar": 34.420 junge Leute, über 3000 mehr als letztes Jahr, haben sich zum Auftakt der siebten Staffel aufgemacht, um sich den Traum vom Showbusiness per Castingshow zu erfüllen. Sie trotzen der Gefahr, mit irgendeinem Mariah-Carey-Song gründlich abzuschmieren und sich dann von Chef-Juror Dieter Bohlen Kommentare wie "Du klingst wie Kermit, wenn man hinten drauf tritt" zu kassieren. Bohlen ist aber nicht nur Hoffnungsträger für all die ambitionierten Bewerber, sondern vor allem auch für den Sender RTL.

Dort wird er dringend gebraucht, gilt es doch die enorme Quotenlücke zu füllen: In diesem Jahr verzichtet RTL auf das "Dschungelcamp", da die Produktionskosten hoch, die Werbeeinnahmen im Vergleich dazu wohl eher niedrig waren. Und die einzige Showgröße, die beim Kölner Sender sowohl hinsichtlich Quote als auch öffentlicher Aufmerksamkeit für ähnlichen Wirbel sorgt wie der Madenschmaus abgehalfterter Promis, ist nun mal Dieter Bohlen.

Großangriff auf Gottschalk

Erst kurz vor Weihnachten hatte der RTL-Chefinquisitor im Auftrag seines Heimatsenders den Hundedresseur Yvo Antoni samt zugehörigen Jack-Russell-Terriers namens PrimaDonna zum "Supertalent" gekürt und dabei zeitweise mehr als neun Millionen Zuschauer erreicht. Von diesem Erfolg beflügelt, fühlte er sich offensichtlich zur verbalen Großattacke bemüßigt: "Ich will Gottschalk ganz unter unsere Quote drücken", polterte er gegen "Wetten, dass ..?", höchstens drei, vier Jahre solle das noch dauern.

Derart langfristige Absichten ihres Quotenzugpferdes wird man in der Kölner Senderzentrale gern vernommen haben, rüstet man sich doch dort gerade für die siebte Staffel von "DSDS": Den Marathon von 20 Sendungen bis zur Kür des Superstars wird erneut Marco Schreyl moderieren, Bohlen zur Seite stehen wieder die pflegeleichten Mit-Juroren Nina Eichinger, ehemalige MTV-Moderatorin, sowie Musikmanager Volker Neumüller.

Bei RTL weiß man genau, was man an dem langjährigen Mitarbeiter hat: "'DSDS' wäre ohne Dieter Bohlen nur schwer denkbar", sagt RTL-Sprecherin Anke Eickmeier und schwärmt dann ein bisschen von seiner "Fachkenntnis und Personality", die die Show stark geprägt haben. Letztendlich ist es genau diese Fähigkeit - immer wieder Geschichten zu liefern, die begierig und noch nicht mal nur von den Boulevardmedien aufgenommen werden - die Bohlen einer einfach braven Quotenqueen wie Inka Bause voraus hat.

Quotenträger und Geschichtenlieferant

So wird der Casting-Motzki aus Tötensen regelmäßig von ehemaligen Weggefährten attackiert: "Für billigen Applaus macht Bohlen alles. Ich kenne ihn nur als Ekel"; schlug etwa Heinz Henn per "Bild" zurück, der vermutlich wegen Widerworten gegen den großen Meister aus der Jury der Show entsorgt wurde. Pünktlich zum Beginn der siebten Staffel lästert auch Ex-Juror Andreas Läsker in einem Interview mit "jetzt.de": Bohlen sei "fleischgewordener Boulevard", so der Manager der Fantastischen Vier. Er verwechsele stets "Qualität und Erfolg" und daher könnten bei den Castings keine echten Topstars entdeckt werden.

Bohlen schert derartige Kritik herzlich wenig. Und auch bei RTL hat man keine Zweifel daran, dass das derzeit wohl wichtigste Sendergesicht mit DSDS auch in diesem Frühjahr wieder Traumquoten einfahren wird. Für die neue Staffel hat Bohlen sich publikumswirksam einen "Maulkorb" verpasst, will jedes Mal einen Euro in ein Sparschwein stecken, wenn er das Wort "Scheiße" sagt. Es soll einem guten Zweck zufließen, daher ist durchaus spannend, was da nach 20 Sendungen zusammen kommen wird. Spötter meinen allerdings ohnehin, die ganze Sparschwein-Aktion diene Bohlen allein dazu, sein mit Abstand größtes Talent mal ganz plastisch auf der Bühne vorzuführen: aus Scheiße Geld machen.

Von Björn Erichsen
 
 
KOMMENTARE (10 von 32)
 
Administrator (07.01.2010, 16:17 Uhr)
Liebe User,

vielen Dank für Ihre Kommentare. Wir schließen die Debatte an dieser Stelle.

Herzliche Grüße,

Ihre stern.de-Admins

tannebaum (07.01.2010, 16:13 Uhr)
scheiße zieht scheiße an...
so einfach ist das zu erklären.

dsds ist keine deutsche kultur. es ist der beweis, dass es mit dieser eher recht schlimm aussieht.

das casting ist ein haufen nixblicker und nullkönner, die alle den traum haben, einmal was zu sein. besser ein tag berühmt im fernsehen als ein leben an der werkbank. und das auch dann und mit nachdruck, wenn sie selbst weder noten lesen oder eine musikalische ausbildung haben. aber geanu so dumme braucht der dieter, die verstehen dann ja auch die knebelverträge nicht.

und das dumme volk der rtl-gucker freut sich. weil es sieht, dass andere noch dümmer als sie selbst sind.

iosono (07.01.2010, 13:42 Uhr)
Nationaltrainer
Wenn Bohlen Nationaltrainer waere,Dann waer er schon laengst weg vom Fenster.Wo sind denn die Superstars?
Superstars kennt man auch im Ausland-wer kennt schon weltweit Bohlens Talente?
Wer mal ein Superstar werden will,der sollte bloss nicht zu Bohlen gehen.
Deutschland braucht sowieso Ingenieure,Wissenschaftler,Erfinder---einen Superstar hat Deutschland gerade selbst gekuert ---nicht mein Fall aber Peter Fox ist eine gute Wahl ,und das ganz ohne Bohlen.
Preston (07.01.2010, 12:39 Uhr)
Dieter Bohlen vs Simon Cowell (2)
Exakt; und der zweite Unterschied:
mit Paul Potts und Susan Boyle locken die Engländer regelmäßig Talente aus dem Hintergrund, die nicht nur Scooter-Songs trällern können (was normalerweise ja jeder schaffen müßte; mit ein bißchen Übung) - sondern Opern singen können. Also große Kunst.
DAS könnte man dann -ab und zu- tatsächlich unter "Kultur" einsortieren.
spamonmass (07.01.2010, 12:32 Uhr)
nun
ich will herrn bohlen nicht musikalisch bewerten, aber kaufmännisch hat er es drauf. mein prof hat seinerzeit mit bohlen in göttingen bwl studiert, und bohlen hat sein studium so gelegt, dass er nur richtige knackfächer belegt hat. diese hat er sogar erfolgreich abgeschlossen.
dalamar (07.01.2010, 12:07 Uhr)
Lustige Kategorie

Wieso DSDS unter "Kultur" eingeordnet wird, entzieht sich meiner Kenntnis. Aussagekräftig ist dies allemal.
Ramunu (07.01.2010, 11:45 Uhr)
Dieter Bohlen vs Simon Cowell
Der Hauptunterschied zwischen dem Original (Cowell - Pop Idol, X Factor, American Idol) und der Kopie (Bohlen) ist, dass Cowell zwar giftig aber niemals ordinaer ist und seine Kritik Hand und Fuss hat. Bei unserm Didda ist das nicht der Fall.
sportartmakler (07.01.2010, 11:32 Uhr)
@danov
"hasr du dich eingepischert?";-)))) nönönö, war nur nochmal kurz vorher auf toilette.

@hamskibamski: wer in dieser branche was werden will muß nunmal ne harte schule durchlaufen. und wer absolut nichts kann, sich aber für den gößten hält, dem muß noch härter gezeigt werden wo es langgeht. in der hoffnung dass diese leute aufwachen und was sinnvolles mit ihrem leben anstellen.
wwwilly (07.01.2010, 11:32 Uhr)
Immer der gleiche Mist
Kurz vorm Finale geht nochmals zu Stefan Raab und am Ende kommt wieder ein standard Dieter Bohlen Songs mit Detlef D Soost Einheitsgezappel raus was kurz darauf unter One-Hit-Wonder abzuhaken ist. Laaaaaaangweilig...

danov (07.01.2010, 10:57 Uhr)
@ Hamskibamski
(auch ein interessanter Nick...) Du vergisst bei Deinem Posting eine Kleinigkeit: NIEMAND wird gezwungen, bei DSDS mitzumachen. Diese Leute WOLLEN das! Und teilweise (siehe gestern) WISSEN sie auch, dass sie von DB fertig gemacht werden. Diese Leute sind nur dermaßen TV-geil, dass es Ihnen egal ist! Einfach mal darüber nachdenken...
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