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8. Juni 2009, 15:49 Uhr

Die böse Zunge des Dschungelcamps

Für viele sind die zynischen Attacken der Moderatoren Sonja Zietlow und Dirk Bach das Beste der Dschungel-Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!". Hinter den Lästereien steckt Zietlows Mann, Gagschreiber Jens Oliver Haas. stern.de verriet er, wie schwer es ist, böse zu sein. Von Katharina Miklis

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",Ich bin ein Star",, Dschungelcamp, Jens Oliver Haas, Sonja Zietlow, Moderation

Sie ist gut, wenn er so richtig böse ist: Dschungelcamp-Gagschreiber Jens Oliver Haas mit Ehefrau und Moderatorin Sonja Zietlow© RTL/Stefan Menne

Wenn Sonja Zietlow und Dirk Bach gegen sieben Uhr morgens australischer Zeit im Dschungelcamp auf Sendung gehen, steht jede einzelne ihrer giftigen Verbalattacken fein säuberlich auf Moderationskärtchen. Jens Oliver Haas hat dafür seine Nacht zum Tag gemacht und die fiesesten Sticheleien notiert, die ihm zu Peter Bond, Lorielle London oder Giulia Siegel einfallen. "Nur wenig ist spontan", gesteht Haas, Chef-Autor der RTL-Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" und deutsche Synchronstimme von Dschungelarzt Dr. Bob im Gespräch mit stern.de. "Die Sendung ist komplett durchgeschrieben."

Erst um 18 Uhr beginnt der etwas verschobene Arbeitstag von Jens Oliver Haas. Ein Tag voller Sticheleien, Spott und Sarkasmus. Er trinkt einen Kaffee, macht ein bisschen Sport und fährt los. 30 Minuten braucht er von seinem Appartement bis auf die Basis im Busch. Um 20 Uhr gibt es "Frühstück", der Ablauf der Sendung wird besprochen. Bis halb zwei Uhr nachts bleibt dann Zeit für konzentriertes Gagschreiben. Dann fallen die Moderatoren im Camp ein. Die Texte werden besprochen, "gefühlte 20 Tassen Kaffee später" werden Zietlow und Bach dann geschminkt, nebenbei lernen sie ihre Texte. Und los geht's mit der Sendung.

"Günther ist doch nur hier, weil RTL wieder mehr
Brüste im Camp sehen wollte."

Dirk Bach über Günther Kaufmann

Seit sechs Jahren ist Jens Oliver Haas mit Sonja Zietlow verheiratet. Seit fünf Jahren, also seit der ersten Staffel, arbeitet er für die RTL-Show. Er hat schon vielen Moderatoren die Worte in den Mund gelegt: Oliver Geißen, Hape Kerkeling, Günther Jauch. Er hat für die "Harald-Schmidt-Show" geschrieben, für "Samstag Nacht" und "Switch". Aber die Show Down Under, in der sich zehn Prominente zwei Wochen lang zwischen Ekel-Prüfungen, Konkurrenzkampf und Zuschauergunst durch den TV-Busch kämpfen, lässt sich mit keiner Studioproduktion vergleichen. Haas: "Es ist viel schneller und viel direkter. Es bleibt wenig Zeit für Bedenken, Übervorsichtigkeit und falsche politische Korrektheit. Fern der Heimat dürfen wir uns einmal im Jahr sprachlich und inhaltlich mal so richtig austoben. So entstehen Drehbücher, die es in Deutschland nie geben würde."

Es sind vor allem die Texte der Moderatoren, die den Erfolg der Sendung ausmachen. Sonja Zietlow und Dirk Bach sind böse, ihre Kritik ist mal subtil, mal krawallig, mal über das Ziel hinaus, vor allem aber selbstironisch. Sie ziehen über die Dschungel-Promis her, Kollegen wie die Effenbergs und sogar den eigenen Arbeitgeber. "Es braucht schon einen RTL-Redakteur wie Markus Küttner, um diese Bissigkeit zuzulassen. Der Mann hat ein breites Kreuz", verrät Haas.

Sie machen Trash, ja. Aber stehen dazu. Ein professionell aufgezogenes Schmierentheater. Und wenn im Busch nichts passiert, liegt es an den Moderatoren, der Show eine Dramaturgie zu erteilen. Dann gibt Dirk Bach den RTL-Finanzberater Peter Zwegat und rechnet den Zuschauern die Schulden der Ex-Prominenz vor. Sonja Zietlow ekelt den selbstverliebten Peter Bond raus. Die Auschnitte und Kommentare über Giulia Siegel werden so gewählt, dass kein Zweifel daran bleibt, dass sie eine böse Zicke ist. Es liegt in der Hand der Autoren. Aber dass die Phobien-Tussi nervt und 00-Bond eine Memme ist, nehmen wir ihnen zu gerne ab.

"Gundis hat für dieses Jahr keine Vorsätze gemacht.
Das ist gut so, da kann man nichts brechen."

Dirk Bach über Bulimikerin Gundis Zambó

Und dann ist da noch ein Nico Schwanz, der mit seinem Nachnamen natürlich die ideale Steilvorlage für Gagschreiber bietet. Da muss Haas sich selbst schon mal zügeln. Für Wortspielereien mit diesem Namen wurde in dem Gaga-Format extra ein Sparschwein für "Schwanz-Sprüche" errichtet. "Diese Vorlage", so Haas, "ist uns persönlich fast schon zu 'steil' - ich weiß, 50 Cent ins Schwein. Es ist extrem schwer, Witze über etwas zu machen, bei dem 95 Prozent der Zuschauer die Pointen schon auf der Zunge rumlungern. Da ist es eher der Ehrgeiz, den logischen Kalauer intelligent einzubinden oder so, dass er doch wieder überraschend ist."

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",Ich bin ein Star",, Dschungelcamp, Jens Oliver Haas, Sonja Zietlow, Moderation

Zwei Wochen lang sehen sich Zietlow und Haas nur auf der Basis. Wegen der unterschiedlichen Arbeitszeiten wohnen sie in zwei Apartments© RTL/Stefan Menne

Jens Oliver Haas und sein Team (auch Mickey Beisenherz, Autor von "Atze", schreibt mit) nehmen kaum ein Blatt vor den Mund. Ob Busen-OPs, Bulimie, private Insolvenzen oder Karriereende - die Moderationen sind schonungslos. Ein schlechtes Gewissen hat Haas nicht: "Die Akteure wissen inzwischen genau, auf was sie sich einlassen, und wie wir sie ins Visier nehmen." Dennoch überlege er sich jedes Mal, ob er die Texte auch hinterher vor den Prominenten vertreten kann. Eine Schmerzgrenze ist in undefinierbaren Bereichen gesetzt.

Die Gags für die eigene Frau zu schreiben, ist für Haas auch nach Jahren noch eine Herausforderung. Einerseits ist es leicht, "weil ich sie und ihre Stimmungen und Neigungen so gut kenne. Ich weiß genau, was oder wen sie mag, und kann so viel gezielter und ohne Reibungsverluste für sie schreiben." Das Problem sei allerdings, dass "manchmal natürlich auch die professionelle Distanz fehlt - alles, was sie dann mal nicht mag, nimmt man viel persönlicher und auch mit nach Hause."

Sonja Zietlow, die giftigste Schlange im Dschungelcamp, ist also nur halb so gefährlich wie der Mann, der für sie schreibt. Jens Oliver Haas' dunkelste Seite ist derzeit im australischen Busch stark gefordert. Nur wenn er so richtig böse ist, ist seine Frau richtig gut.

Von Katharina Miklis
KOMMENTARE (8 von 8)
 
felban (22.01.2009, 12:50 Uhr)
Danke, Stern!
Um ehrlich zu sein, ich bin dem Stern dankbar, dass er sich des Themas Dschungelcamp annimmt. Ein völlig belangloses Thema, mit welchem man sich befassen kann, ohne sein Hirn anstrengen zu müssen. Ideal für die Mittagspause. Was das Niveau des Stern anbelangt. Da höre ich schon immer, dass der Stern früher einmal mehr Niveau hatte. Das muss dann allerdings vor meiner Geburt gewesen sein. So suhle ich mich halt in diesem vermeintlich so primitiven Niveau, auch auf die Gefahr, mich dabei anzustecken.
snorri (22.01.2009, 12:37 Uhr)
Haas Norris
Toll, ich hab mich ja fast weggeschmissen... Sooo lustige Sprüche... Das Haasi da bei den Chuck Norris Facts klaut, nein wie kreativ! Vielleicht sollte Frau Miklis für wen anders schreiben, vielleicht für die BRAVO. Vielleicht aber auch für Herrn Haas. Wer Sonja Zietlow heiratet beweist nicht gerade Resthirn im eigenen Magen.
dieterschultz (22.01.2009, 11:40 Uhr)
Es WAR einmal ein STERN....
Ich finde, Frau Miklis und diverse andere Kommentatoren (?) des STERN sollten sich auch die Texte von Herrn Haas schreiben lassen. Die sind geistreicher.....
Schuett (22.01.2009, 10:53 Uhr)
Aufregen - und trotzdem lesen!!
Ich verstehe euch nicht. Liest den "Sch..." einfach nicht und konzentriert euch auf die "richtigen" Artikel im Stern!
djchrisi (21.01.2009, 19:27 Uhr)
Chuck norris facts gegoogelt
Das ist der Typ, der offensichtlich im internet nach Chuck Norris facts gesucht und dann "Chuck norris" mit "Peter Bond" vertauscht hat. Clever
Ford.Prefect (21.01.2009, 17:46 Uhr)
Jetzt...
Jetzt haben die Dschungelcampgagschreiber schon gefühlte 10.000 Witze über die Bewohnerschaft geschrieben. Wird es da nicht mal langsam Zeit für einen lustigen?
MaGreen (21.01.2009, 16:57 Uhr)
wie ein Fähnchen im Wind.......
Liest man den Stern-Artikel von Michael Rossié vom 12.01.09, so wird die Moderation (Zietlow/Bach) als ultramies dargestellt. Katharina Miklis dagegen schreibt "es sind vor allem die Texte der Moderatoren, die den Erfolg der Sendung ausmachen". Also was nun?
Ansonsten kann ich mich nur der Meinung von "Druss" anschliessen, der Stern suhlt sich geradezu im Dreck, den die Sendung verschleudert.
Wie gesagt, es gibt auch andere Homepages und Magazine, die die Wichtigkeit dieser Sendung nicht so gandenlos überschätzen.
Druss (21.01.2009, 16:19 Uhr)
Interessant?
Hmmm auf Stern.de wird man echt jeden Tag vom Affencamp belästigt... mich verteibt das langsam, es gibt auch gute andere Nachrichtenseiten.
Naja ihr bringt nur das was die leute wollen... das ist das schlimmste daran.
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