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1. März 2010, 13:05 Uhr

Die ermattete Familienshow

Plumpe Witze, maue Quote: "Wetten dass ..?" schwächelt wie nie. Doch die Zuschauerentwicklung über die drei Stunden zeigt: Die ZDF-Show ist noch nicht am Ende. Und dann ist da noch Michelle Hunziker. Von Kathrin Buchner

Arg gebeutelt von sinkenden Einschaltquoten: Showmaster Thomas Gottschalk© Jörg Koch/DDP

Allzeittief beim ZDF: Es war die niedrigste Einschaltquote in der Geschichte von "Wetten, dass ..?". Nur 7,8 Millionen Zuschauer wollten Gottschalks Revival-Party für ältere Semester sehen. Mit einem Marktanteil von 25,3 Prozent brachte der Showmaster die Führung noch ins Ziel, doch die Konkurrenten sind in Sichtweite. Verheerend ist vor allem der Abstand zur Sendung im Januar dieses Jahres, als das ZDF-Flaggschiff sich über die Marke von zehn Millionen retten konnte.

Diesmal wurde die familientaugliche Unterhaltungsshow allerdings kräftig in die Zange genommen. RTL konkurrierte mit Dieter Bohlen und "DSDS", bei der ARD gab es Olympia-Berichterstattung. Dort fieberten fast sechs Millionen Zuschauer nach 22 Uhr bei der Entscheidung im Viererbob mit. Noch im Januar gelang es Gottschalk, Bohlen deutlicher auf Distanz zu halten: mit zehn gegen 7,09 Millionen Zuschauern. Bei der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen hat "DSDS" dagegen die Nase deutlich vorn. Nur 20,2 Prozent der jüngeren Zuschauer sahen "Wetten, dass ..?", während 27,8 Prozent die Castingshow verfolgten. Und das, obwohl Bohlen mit diesem Wert erstmals unterhalb der 30-Prozent-Hürde blieb und das bisher schlechteste Ergebnis der neuen Staffel hinnehmen musste.

Quotenmisere und Qualität stehen nicht zwangsläufig in Relation

Doch woran liegt das Quoten-Fiasko? An der Qualität der Sendung? Gottschalk, der einst so spritzig mit flotten Sprüchen parierte, wirkte fahrig und überfordert. Kaum ein Gag gelang ihm, er verlor sogar die Kontrolle über seine Gäste. Den aufgedrehten Schauspieler Matthias Schweighöfer stutzte er wenig charmant zurecht: "Du stiehlst mir die Show." Sophia Loren musste sich einen plumpen Witz Gottschalks über die Ohrstöpsel anhören: "Ich dachte, es sei ihr Hörgerät." Kevin Costner zeigte ihm die Allüren eines abgehalfterten Hollywoodstars. Die Bühnendekoration für seine Gesangseinlage hatte ihm nicht gepasst, und so verschwand Costner alsbald nach seinem Auftritt. Vorher leistete sich Gottschalk aber noch einen drastischen Fauxpas, der tief blicken ließ in die mangelnde Vorbereitung des Moderators: Er sang ein Hohelied auf Costners "Waterworld", der als einer der größten Rohrkrepierer der Kinogeschichte gilt. Noch einen drauf setzte er bei der Baggerfahrer-Wette: "Wenn Frau Käßmann noch entgegenkommt, dann wird es natürlich ganz schwierig." Für diesen Witz entschuldigte er sich sogar via "Bild"-Zeitung.

Dennoch: An mangelnder Qualität der Sendung kann die Quotenmisere nicht liegen. Die Zahlen der Fünf-Minuten-Auswertung, die stern.de vorliegt, belegen: Die 19- bis 49-jährigen Zuschauer schalteten zwar erst später ein, blieben dann aber konstant bis zum Schluss dabei. Lag die Quote in dieser Zielgruppe um 20.15 Uhr lediglich bei 1,26 Millionen Zuschauern, erreichte sie um 21.45 Uhr mit 2,92 Millionen den höchsten Wert - just nachdem die Übertragung des spektakulären Eisschnelllauf-Halbfinales mit Anni Friesinger beendet war.

Das heißt: Es liegt weder an Gottschalk noch an der Besetzung der Gästecouch, wenn die Sendung schlechte Quoten hat. Vielleicht ist die Zeit der Samstagabendshow für die gesamte Familie einfach vorbei.

Immerhin einen Lichtstrahl am Horizont gibt es für Gottschalk: Michelle Hunziker hat bereits eine Verlängerung ihres Vertrags unterschrieben. Die 33-jährige Schweizerin wird bis Herbst 2011 den alternden Showmaster mit ihrem sonnigen Gemüt und dem tiefen Dekolletée dabei unterstützen, die Zuschauer bei der Stange zu halten.

Mitarbeit: Mark Stöhr

Von Kathrin Buchner
 
 
KOMMENTARE (10 von 21)
 
Vincent_Vega (03.03.2010, 10:57 Uhr)
Wetten daß..? eben keine Verblödungssendung mit Fortsetzung
ist eben keine Show mit Fortsetzung, wo der Zuschauer animiert wird, einen der weniger miesen Kandiaten rauszuwählen.
Bei Wetten daß..? darf der Zuschauer gespannt zuschauen und die nächste Show hat nichts mit der vorherigen zu tun.
Verpasst man einmal DSDS weiß man nicht mehr, wer wie wo mit wem irgendwie gejodelt der gevö... hat und muss sich die Woche über das Aufwärmen auf RTL II antun.
Verblödungssendung mit Fortsetzung eben
laketahoe (03.03.2010, 10:57 Uhr)
Gottschalk-Groupies mit dünnem Nervenkostüm.....
Die beleidigte-Leberwurst-Kommentare einiger Anhänger von Gottschalk sind wahrscheinlich unterhaltsamer als der Moderator und seine Sendung.

Da werden Stern-Abos gekündigt und die Keule wird geschwungen. Das alles, weil es auch Leute gibt, die Gottschalk nicht gut finden.

Sagt mal, Gottschalk-Groupies, könnt ihr wirklich nicht damit leben, dass nicht jeder hier vor Gottschalk ehrfürchtig auf die Knie geht und fünf Vaterunser betet, damit uns der Übervater der Samstagabendunterhaltung noch möglich lange erhalten bliebe.
Brauni59 (02.03.2010, 16:53 Uhr)
Lieber Wetten, dass ...? schauen als den stern lesen
Und genau wegen solchen einseitigen und schlecht recherchierten Berichten (Waterworld - bereits an anderer Stelle treffend kommentiert) habe ich mein stern-Abo vor Jahren gekündigt!
milli3 (02.03.2010, 10:28 Uhr)
Wetten Das
ist die einzigste Sendung warum man seinen Fernseher nicht wegschmeissen sollte. Alles andere ist Dreck.
Gonomic (02.03.2010, 09:35 Uhr)
Schlecht recherchiert...
Waterworld war zwar alles andere als ein Kassenknüller und gilt auch weiterhin als einer der größten finanziellen Flops der Filmgeschichte, dennoch wurde der Film von Kritikern und Zuschauern nicht wirklich schlecht aufgenommen. Die damaligen Einnahmen von 264 Millionen Dollar waren halt bei weitem nicht genug, um bei den immensen Kosten von einem finanziellen Erfolg zu sprechen.

Der ware Rohrkrepierer hingegen stammt zwar ebenfalls von Costner, heißt aber "Postman". Der Film spielte bei 80 Millionen Dollar Produktionskosten gerade einmal 17 Millionen ein. Neben 5 goldenen Himbeeren und weltweit vernichtenden Kritiken gilt der Film, nach "Showgirls", als schlechtester Film des Jahrzehnts. Neben dem finanziellen Disaster kam also noch hinzu, das fast niemand, im Gegensatz zu Waterworld, diesen Film sehen wollte.

Der ware Rohrkrepierer ist meiner Meinung nach also ganz klar "Postman" und nicht Waterworld.
Miguelo (02.03.2010, 08:18 Uhr)
Was für ein Müll-Text
Die Quoten von Deutschlands erfolgreichster Unterhaltungsshow zu zerrupfen, wenn parallel Olympia läuft... na, Herzlichen Glückwunsch Frau Buchner und/oder Herr Stöhr.

Und natürlich zieht Thommy nicht die Jüngsten der Jungen an. Unsere Gesellschaft ist nun einmal so. Aber bei der nächsten Folge werden sicherlich wieder an die zehn Millionen gucken? Und was schreibt ihr dann?

Manmanman, dieser krankhafte Zwang des Sterns, immer konträr zu anderen großen Magazinen zu arbeiten ist ja fast so schlimm wie die Fan-Gruppierung von St. Pauli, die immer zwanghaft anders sein muss, als die anderer Klubs.
master_of_chaos (01.03.2010, 19:35 Uhr)
25 % - respekt
Bei 32 Analogen Kabelsendern und > 200 per Sat ein Viertel der Zuschauer abzugrasen ...

Anscheinend meinen hier einige ( auch die Redaktion ) noch in der Größenordnung zu rechnen, als RTL noch als Anchorman Karlchen hatte..
schmachti (01.03.2010, 18:55 Uhr)
Wetten, dass...?
Das Einzige, was an Wetten, dass ..? nervt, ist der immer gleiche negative Kommentar im Stern am Montag nach der Sendung. Da kann Gottschalk am Samstagabend trotz starker Konkurrenz die meisten Zuschauer anlocken, der Stern läßt trotzdem kein gutes Haar an der Sendung.
Ich denke, Thommy ist gut beraten, wenn er es wie die Deutsche Eiche hält. Sie stört es nicht, wenn ein Schwein sich an ihr kratzt.
SirDidimus (01.03.2010, 18:53 Uhr)
solange die bild
zeitung die sendung mit tg gut findet, mache ich mir keine sorgen, dass das provinzblättchen stern den untergang prophezeit...
laketahoe (01.03.2010, 18:35 Uhr)
@malt d'accord!
Gottschalk war immer schon so!

Er war nie besser und wahrscheinlich auch nicht schlechter.

Und mich stört der Mann auch nicht weiter, nachdem es keinen Wetten Dass Zwang gibt...... was mich peinlich berührt, ist die Legendenbildung, auch durch einige der Kommentatoren hier.

Und es ist auch ärgerlich, dass bei den Öffentlich Rechtlichen sehr gute Kinofilme, die gerade mal zwei Jahre alt sind und darüber hinaus zum Teil familientauglich sind, im Spätnacht- oder Frühmorgenprogramm während der Arbeitswoche für 100.000 Zuschauer oder weniger abgefeuert werden...

Und wenn wir schon dabei sind, Leute wie Gottschalk wurden von genau denselben 50+ Generationen groß und reich gemacht, durch die Dieter Bohlen mit seinem unsäglichen Primitivpop zum Millionär und Fachmann aller Klassen wurde. Fazit: Wir verdanken beide Gurus und Juwele der gepflegten Samstagabendunterhaltung dem erlesenen Geschmack der Generationen des kulturresistenten Wirtschaftswunder-.Deutschland!
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