"Hochwasser in Heidelberg.... iiiiih"

5. Juni 2013, 11:52 Uhr

Mit einem Twitter-Foto, auf dem sie stolz mit Handtasche auf Sandsäcken posiert, löste Georgina Fleur einen Shitstorm aus. Inzwischen hat die Heidelbergerin reagiert - und macht alles noch schlimmer.

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Vor dem Hochwasser posieren und gleichzeitig auf den eigenen Fernsehauftritt hinweisen - diesen Spagat kriegen nur wenige so widerspruchsfrei hin wie Georgina Fleur©

Unglücke und Katastrophen ziehen immer auch Schaulustige und Profiteure an, die sich an dem Szenario ergötzen wollen, oder noch schlimmer: es für ihre Zwecke ausschlachten. Ein besonders peinliches Beispiel liefert Georgina Fleur, bekannt aus den Fernsehsendungen "Der Bachelor" und dem RTL-"Dschungelcamp". Sie postete vor einigen Tagen via Twitter ein Foto, das sie auf Sandsäcken stehend vor dem Neckar zeigt, während sie stolz ihre Handtasche präsentiert. Dazu schreibt sie: "Hochwasser in Heidelberg.... iiiiih, jetzt Lil Dinner, dann fernsehen. Bin später bei Prominent. Don't miss it!"

Zwar entfernte sie später das "iiiiih", das änderte aber nicht mehr viel. In einem kurzen Tweet schnörkellos vom Hochwasser auf ihr Abendessen zu kommen, um mit einem Hinweis auf ihren TV-Auftritt bei der Sendung "Prominent" abzuschließen - das ist so dreist, dass einem zunächst die Worte fehlen.

"Die Katastrophe steht dir gut!"

Zumindest die Twitter-Gemeinde fand sie jedoch schnell wieder - und reagierte mit deftiger Kritik an dem schamlosen Posting. "Die Katastrophe steht dir gut! Super wäre noch ein Kind zu halten das weint weil es sein zu Hause gerade verloren hat", spottet ein User. Ein anderer schreibt: "Wer auf Sandsäcken herumpost, macht auch Handybilder von eingeklemmten Fahrzeuginsassen auf der A3." Manche reagieren mit Häme: "Wieso hat sie denn nur niemand geschubst."

Auch bei Facebook muss die Ex-"Bachelor"-Kandidatin Prügel einstecken. Auf ihrer Seite fordert die Drag-Queen Nina Queer, Georgina möge doch bitte in den Irak fahren, sich dort mit Leichen fotografieren lassen und dabei ihre wunderschöne neue Handtasche präsentieren. Später postete sie eine Fotomontage, die genau dieses Bild zeigt: Georgina mit Täschchen zwischen toten Irakern.

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Georgina posiert vor der abstürzenden Hindenburg: "iiiiih"©

Die Rothaarige ist auch der Mittelpunkt eines eigenen Fotoblogs, der sie vor den großen Katastrophen der letzten 100 Jahre zeigt: dem einstürzenden World Trade Center, der untergehenden Titanic, dem abstürzenden Luftschiff Hindenburg oder vor dem Reaktor in Fukushima.

"Ich würd' auch meine alten High Heels spenden"

Inzwischen hat Georgina auf den Shitstorm reagiert, so richtig scheint sie das Problem jedoch nicht verstanden zu haben. Anstatt sich zu entschuldigen, attackiert sie ihre Kritiker: "Ich finde, die Leute, die bei Facebook was posten, sollen sich erstmal selber an die Nase fassen. Sollen mal hier herkommen, sollen mal fragen, ob sie sich engagieren können - anstatt vor Facebook zu sitzen und irgendwelche dummen Kommentare zu schreiben", sagt sie im RTL-Interview.

Dann wird es komplett absurd. "Ich würd' auch meine alten High Heels spenden, wenn ihre Klamotten kaputt sind - aber in Heidelberg ist wirklich keiner umgekommen." Ob High Heels die richtige Bekleidung bei Hochwassser sind und sich Menschen wirklich über ihre ausgelatschten Schuhe freuen würden, sei dahingestellt. Die Begründung, keine Schuhe zu spenden, weil ja keiner umgekommen sei, setzt dem ganzen die Krone auf.

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