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22. Juli 2011, 21:01 Uhr

Der Zwist der Wetterfrösche

"Alles Blödsinn", lästert der eine. Der andere kontert: "Die besten Jahre hat er hinter sich." Die Wetterexperten Jörg Kachelmann und Dominik Jung liefern sich einen Wetterkrieg um korrekte Regenmengen und Unwetterwarnungen. Von Jens Maier

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Wetterkrieger: Jörg Kachelmann mag Dominik Jung nicht© Arnd Wiegmann/Reuters

Freunde werden die beiden in diesem Leben wohl nicht mehr. "Hey, Lausitzer Rundschau, elf Liter pro Quadratmeter von 8 bis 20 Uhr gefallen, fehlen noch 90 bis 130 bis zur Vorhersage von Herrn Jung von wetter.net!", lästerte Jörg Kachelmann am Mittwochmorgen auf Twitter über die Vorhersage seines Kollegen Dominik Jung. Der so gescholtene kontert jetzt.

Anlass ist eine Unwetterwarnung von wetter.net für den Osten Deutschlands, die unter anderem von der "Lausitzer Rundschau" aufgegriffen worden war. Dort hatte Diplom-Meteorologe Dominik Jung für den Süden Brandenburgs weit über 100 Liter Regen pro Quadratmeter prophezeit. Kachelmann hielt dagegen: Zwar regne es ganz gehörig im Südosten Deutschlands, aber Panikmache sei unseriös und damit nicht sein Thema.

Jung kontert die Kachelmann-Vorwürfe

Am Freitag veröffentlichte Jung eine Pressemitteilung, in der er die Vorwürfe kontert. Der "Ex-Wettermoderator" Kachelmann habe "sein persönliches Waterloo" erlebt und sich "in seinem selbstgebastelten TV-Kellerstudio" übereifrig gezeigt. "Statt Kollegenschelte zu betreiben, wäre ein genaueres Studium der aktuellen Wetterlage angemessen gewesen", schreibt Jung und führt aus, dass Kachelmann keine zwölf Stunden nach seiner "Entwarnung" die Warnstufe von orange bis auf violett habe heraufsetzen müssen. "Die besten Jahre hat er scheinbar lange hinter sich gelassen", bilanziert Jung.

Bereits im Frühjahr hatten sich die beiden Wetterexperten wegen angeblich falscher Prognosen öffentlich angefeindet. Als "Germany's next Gaga-Vorhersage" oder als "erbärmlich" bezeichnete Kachelmann damals die Vorhersagen Jungs und spottete: "Fast schon 'ne Kunst, so selten richtig zu raten."

"Hanebüchener Unsinn"

Und was könnte der Hintergrund der Auseinandersetzung sein? Jung schreibt für die von Kachelmann verhasste "Bild"-Zeitung. Außerdem soll Jungs Firma wetter.net Kachelmanns Firma Meteomedia Aufträge weggeschnappt haben. Umgekehrt halten viele Meteorologen Jungs Langzeit-Prognosen für unseriös. Der wollte bereits im Februar wissen, wie das Wetter im Frühling wird. "Dominik Jung ist der neue Stammkunde für Glaskugel-Prognosen", sagt Frank Abel von der MeteoGroup Deutschland GmbH in seinem Wetterblog. Alle Langzeitprognosen seien jedoch "hanebüchener Unsinn".

Und wer hatte mit seiner Prognose für Südbrandenburg nun recht? "Das ist eine Frage der Kriterien", sagt ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes zu stern.de. Es käme darauf an, wo und in welchem Zeitraum man messe. Dabei könnten unterschiedliche Methoden zum Einsatz kommen, die wiederum zu unterschiedlichen Ergebnissen führen könnten.

Für den 20. Juli verzeichnete der DWD in Cottbus 21 Liter pro Quadratmeter Regen und am 21. Juli insgesamt 33. Oder wie die Südbrandenburgerin Karin Mann es ausdrückt: "Wir haben Dauerregen und es ist verdammt nass."

Von Jens Maier
 
 
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