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3. Juni 2011, 06:27 Uhr

Tödlicher Streit am Vatertag

Unfassbar: Mitten in der guten Laune des Vatertags eskaliert in Warnemünde eine Herrentagstour. Im Streit um ihre Wagen geraten zwei Gruppen aneinander. Ein 44-Jähriger wird totgeschlagen. Der mutmaßliche Täter, ein 24-Jähriger, ist in U-Haft. Von Manuela Pfohl

Rostock, Warnemünde, S-Bahn, Totschlag, Täter, Opfer

Tatort: Auf dem S-Bahnhof Rostock-Warnemünde wurde ein Mann erschlagen© Imago

Himmelfahrt in Rostock. Das Wetter ist ein Traum. Genau richtig, um aus der Stadt an den Strand nach Warnemünde zu fahren. Spaß haben, Bier trinken. Ein schöner Feier-Vatertag, der für einen 44-Jährigen allerdings abrupt mit dem Tod endet. Der Mann stirbt am späten Nachmittag, nachdem er offenbar von einem stark alkoholisierten 24-Jährigen erschlagen wurde. Auf Gleis 3 der S-Bahn in Warnemünde. Die Menschen in der Ostseestadt sind geschockt. Sie fragen sich: Warum tut jemand so etwas?

Donnerstagabend, um 19.20 Uhr, knapp drei Stunden nach dem Verbrechen, hatte die Polizei zunächst zwei Männer im Alter von 23 und 29 Jahren festnehmen können, die sich an derin einem Laden in Warnemünde versteckt hatten und dringend tatverdächtig waren. Bei ihnen war auch der 24-jährige spätere Hauptverdächtige. Doch bis heute Mittag konnten die Männer nichts zu dem Vorfall sagen, sie waren zu betrunken und mussten erst einmal ausnüchtern. Erst am frühen Nachmittag konnten die drei befragt - und bis auf den 24-Jährigen wieder entlassen werden.

Nach ersten Ermittlungen der Polizei eskalierte die Situation, nachdem zwei Gruppen von jeweils vier bis fünf Männern aneinander gerieten, die auf einer Herrentagstour unterwegs waren und am Bahnhof auf ihren Zug warteten. Auslöser des Dramas war wohl ein Streit um die Wagen, die beide Männergruppen dabei hatten, um Getränke und Proviant zu transportieren.

Warum der 24-Jährige nach Beendigung der Schlägerei plötzlich von hinten auf das spätere Opfer losging und ihm einen massiven Faustschlag gegen den Kopf versetzte, so dass dieser zu Boden fiel, ist noch nicht ganz klar.

Sicher ist nur, dass der entscheidende Hinweis auf die Tat von den Aufzeichnungen der Videokameras an den Bahnsteigen stammt. Was die Ermittler auf den Bildern sehen, ist unfassbar. Sie zeigen, wie es gegen 16.30 Uhr zu der Schlägerei gekommen war. Große Teile des Gewaltexzesses sind auf dem Video festgehalten. "Wir können einzelne Tatbeteiligungen deutlich zuordnen", sagte Karl Müller, Leitender Oberstaatsanwalt in Rostock.

Opfer hatte Begleiter

Einer der Schläger trägt ein auffälliges gelbes T-Shirt. Einer hat eine Glatze. Als ihr aus dem Landkreis Bad Doberan stammendes Opfer bewusstlos am Boden lag, verließen die Schläger ungehindert das Bahnhofsgelände. Dieses Szenario bestätigen auch Zeugen, die sich während der Auseinandersetzung auf dem Bahnhof aufhielten.

Nach Polizeiangaben versuchte ein herbeigerufner Notarzt zunächst erfolgreich den Verletzten zu reanimieren. Die Polizei hoffte schon, dass der Mann es schafft. Doch dann kam die Nachricht: In der Nacht zum Freitag war der 44-Jährige an seinen schweren Verletzungen gestorben.

In den vergangenen Wochen hatten brutale Attacken in U- und S-Bahnhöfen - vor allem in Berlin - wiederholt für Aufsehen gesorgt. In trauriger Erinnerung ist vor allem auch der Tod von Dominik Brunner an einem Münchener S-Bahnsteig 2009.

Von Manuela Pfohl
 
 
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