14. November 2012, 15:45 Uhr

Xavier Naidoo verstört mit satanischen Versen

Als Duo Xavas singen Xavier Naidoo und Kool Savas ein Lied über satanische Ritualmorde. Die Linksjugend wirft den Musikern Volksverhetzung und den Aufruf zu schwerer Gewalt vor. Von Elias Schneider

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Sie kennen sich seit mehreren Jahren und entwickelten eine Freundschaft: Rapper Kool Savas und Soulsänger Xavier Naidoo©

Warum liebst du keine Möse, weil jeder Mensch doch aus einer ist?" - Wegen dieser und anderer härterer Textzeilen hat die Jugendorganisation Solid zusammen mit der Landesarbeitsgemeinschaft Die Linke.queer NRW, beides Verbände der Linkspartei, Strafanzeige gegen die Musiker Xavier Naidoo und Kool Savas gestellt. Die Staatsanwaltschaft Mannheim bestätigte stern.de am Mittwoch den Eingang der Anzeige gegen Naidoo. Geprüft würden derzeit die Vorwürfe Aufruf zu Straftaten und Volksverhetzung. Ermittlungen seien noch nicht eingeleitet worden. "Wir werden diesen Tonträger analysieren und dann sehen wir weiter", sagte ein Sprecher.

In Hannover bestätigte Oberstaatsanwältin Irene Silinger, dieselben Vorwürfe gegen den Produzenten des Albums, die Tonpool Medien GmbH, zu prüfen. Nach Angaben der Linksjugend Solid liegt auch bei der Staatsanwaltschaft Berlin eine Anzeige vor, dort war zunächst niemand zu erreichen.

Verwirrende Textzeilen

Am Ende des Albums "Gespaltene Persönlichkeit" versteckt sich der Hidden Track "Wo sind", in dem es um satanische Ritualmorde an Kindern soll. Doch Josi Michalke, Bundessprecherin der Linksjugend, interpretiert die Zeilen anders: Der Text würde zu Gewalttaten aufrufen und "auf haarsträubende Art und Weise satanistische Rituale mit Kindesmissbrauch, Pädophilie und Homosexualität" gleichsetzen, sagt sie. Das alles werde einfach in einen Topf geworfen und sei sehr konfus, sagte Michalke stern.de. Xavier Naidoo hätte auf die Anfragen der Organisation geantwortet, dass der Text falsch verstanden würde - aber wie er zu verstehen sei, könne bisher keiner den Klägern sagen. Und in der Tat haben es die Liedzeilen in sich und klingen deshalb wohl für manche verwirrend:

"Ich schneid euch jetzt mal die Arme und die Beine ab, und dann ficke ich euch in den Arsch, so wie ihr es mit den Kleinen macht. Ich bin nur traurig und nicht wütend. Trotzdem würde ich euch töten. Ihr tötet Kinder und Föten und ich zerquetsch euch die Klöten. Ihr habt einfach keine Größe und eure kleinen Schwänze nicht im Griff. Warum liebst du keine Möse, weil jeder Mensch doch aus einer ist? Wo sind unsere Helfer, unsere starken Männer, wo sind unsere Führer, wo sind sie jetzt?"

Musiker sollen sich öffentlich distanzieren

Das Management von Naidoo und Savas gab am Mittwoch zum dem laufenden Verfahren keinen Kommentar - es werde abgewartet, was die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft ergeben. Den Inhalt des Stücks erklärte Naidoo dem Radiosender FFN: "Da geht es um furchtbare Ritualmorde an Kindern, die tatsächlich ganz viel in Europa passieren, über die aber nie jemand spricht, nie jemand berichtet." Unabhängig von einer möglichen strafrechtlichen Ermittlung fordern die Linksjugend-Aktivisten die Musiker auf, sich öffentlich von dem Lied zu distanzieren und es von dem Album zu entfernen.

Frank Laubenburg, Landessprecher der LAG Die Linke.queer NRW, forderte auch die Produzenten der Castingshow "The Voice of Germany" auf, sich von Xavier Naidoo, der als einer der Juroren der Show mitwirkt, zu trennen: "Es geht nicht an, dass Sat.1 und ProSieben einem christlich-homophoben Gewaltverherrlicher mit Führerkomplex Raum in ihren Sendungen geben."

Die TV-Sender wollen dem jedoch nicht Folge leisten. ProSieben-Sendersprecher Christoph Körfer sagte: "Xavier Naidoo hat in einem Interview zur Plattenveröffentlichung den Hintergrund hinreichend erklärt." Natürlich bleibe Naidoo weiter in der Show.

Von Elias Schneider
 
 
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