Zoodirektor bereut "Zuchtstuten"-Bezeichnung

21. Januar 2013, 14:22 Uhr

Der Berliner Zoochef entschuldigt sich für sein Verhalten und bleibt zunächst im Amt. Die Empörung über sein Führungsstil aber bleibt. Denn der sorgte nicht das erste Mal für Probleme.

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Berlins Zoo- und Tierparkchef Bernhard Blaszkiewitz bereut sein Verhalten und entschuldigt sich für entstandene "Missverständnisse"©

Der Berliner Zoo- und Tierparkchef Bernhard Blaszkiewitz hat am Dienstag in einer Erklärung an die Belegschaft seine umstrittenen Äußerungen über Mitarbeiterinnen und über die Annahme von Weihnachtsgeld bedauert. Einen Tag nach der Anhörung zu den Vorwürfen gegen Blaszkiewitz vor dem Präsidium des Aufsichtsrats richtete der Tierparkchef ein Schreiben an alle Mitarbeiter.

Blaszkiewitz, 58, war unter Druck geraten, nachdem er in internen Schreiben den Namen von Mitarbeiterinnen die Formel 0,1 vorangesetzt hatte. In der Zoo-Welt werden damit "Weibchen" gekennzeichnet, bei bestimmten Tierarten auch "Zuchtstuten". Blaszkiewitz räumte den Vorfall ein und kündigte in seiner Mitteilung an, dieses Kürzel künftig "nur noch im streng zoologischen Bereich zu benutzen". Es habe nicht in seiner Absicht gelegen, jemanden zu verletzen. Sollte dies so empfunden worden sein, bedauere er dies.

Blaszkiewitz bleibt zunächst im Amt

Zu der ebenfalls umstrittenen Formulierung, viele Mitarbeiter würden Weihnachtsgeld kassieren, obwohl sie "unchristlich" seien, betonte Blaszkiewitz, es habe "Missverständnisse und auch Fehldarstellungen" gegeben. Selbstverständlich würden alle Mitarbeiter eine im Tarifvertrag vereinbarte Sondervergütung erhalten. Dies, so betone er ausdrücklich, sei "unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft". Sollte ein falscher Eindruck entstanden sein, fügte Blaszkiewitz hinzu, "bedauere ich dies".

Gestern hat das Präsidium des Aufsichtsrates in einer dreistündigen Sitzung entschieden, dass der umstrittene Berliner Zoo- und Tierparkchef Bernhard Blaszkiewitz zunächst im Amt bleibt. Der Zoochef war zu den Vorwürfen angehört worden, er habe sich frauenfeindlich geäußert. Außerdem beschlossen die Aufsichtsräte, einen Posten für eine Gleichstellungsbeauftragte einzurichten; eine Anwaltskanzlei werde beauftragt, die strittigen Punkte "einer juristischen Würdigung zu unterziehen". Bis wann diese Entscheidungen umgesetzt werden sollen, blieb offen.

Aufsichtsrat will Arbeitsklima verbessern

Der Aufsichtsrat hofft, alle Mitarbeiter dazu zu bewegen, unter Zusicherung von Anonymität einige Missstände im Zoologischen Garten und Tierpark Friedrichsfelde aufzuklären. Bei bisherigen umstrittenen Vorgängen hieß es oft, dass ein schwieriges Arbeitsklima und zum Teil Druck von Blaszkiewitz Offenheit verhindert hätten

Blaszkiewitz Er war in den vergangenen Jahren mehrfach wegen seines rustikalen Tons gegenüber Medien und Mitarbeitern und mehrerer Entscheidungen auch zur Haltung des berühmten Eisbären Knut in die Kritik geraten.

Der Zoochef leitet den Tierpark im Ostteil Berlins seit 1991. Von 2007 an übernahm er auch den Chefposten im Zoologischen Garten nahe Bahnhof Zoo und Gedächtniskirche. Der 58-Jährige studierte Biologie an der Freien Universität Berlin und volontierte als Tierpfleger im Zoologischen Garten. Später war er auch tätig im Zoo von Frankfurt am Main und im Ruhr-Zoo Gelsenkirchen, ehe er nach Berlin zurückkehrte.

ger/tkr/DPA
 
 
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