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19. Juni 2009, 13:16 Uhr

Polizei geht weiterem Fall aus Rheine nach

Wer ist der unheimliche Entführer aus der Jugendherberge? Offenbar hat es in Rheine bereits vor zwei Monaten einen ähnlichen Vorfall gegeben, wie die Polizei jetzt bestätigte. Damals hatte sich ein unbekannter Mann an das Bett eines Zehnjährigen geschlichen, wurde aber von dessen älterer Schwester in die Flucht geschlagen.

Dennis, Entführung, schwarzer Mann, Jugendherberge, Junge

Diese Phantomzeichung des sogenannten "Schwarzen Manns" wurde von der "Soko Dennis" herausgegeben© DPA

Der Mann, der im nordrhein-westfälischen Rheine einen Jungen aus einer Jugendherberge entführt und belästigt hat, wollte womöglich auch ein anderes Kind aus der Stadt in seine Gewalt bringen. Ende April war ein Unbekannter nachts in eine Wohnung eingedrungen, hatte sich an das Bett eines Zehnjährigen gesetzt und ihn an Bauch und Beine gefasst, wie die Staatsanwaltschaft Münster am Freitag bestätigte. Der Mann sei durch Schreie in die Flucht geschlagen worden. "Wir können noch nicht sagen, ob ein Zusammenhang besteht", sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer.

Am vergangenen Wochenende hatte ein Mann einen schlafenden Jungen aus der Herberge in Rheine in einen Park getragen. Dabei musste das Opfer die Hose ausziehen. Der Täter hatte das Kind aus Osterode dann gehen lassen. Es war ebenfalls zehn Jahre alt.

Schwester schlägt Mann in die Flucht

Im jetzt veröffentlichten Fall vom April hatte der Junge ausnahmsweise im selben Zimmer wie seine Schwester geschlafen. Der Eindringling hatte einen Schraubenzieher bei sich, mit dem er die Türkette der Wohnung beseitigt hatte. "Er sagte, es passiere nichts, wenn ich mitginge", erinnerte sich der Junge in Zeitungsinterviews an das Horror-Erlebnis vor gut zwei Monaten. Als das Kind vor Schreck weinte, wachte seine Schwester auf und schlug den Mann in die Flucht.

Die Polizei sei damals davon ausgegangen, dass der Unbekannte ein Verehrer der 19 Jahre alten Schwester gewesen sei. "Aus damaliger Sicht war das durchaus verständlich", sagte Schweer. Allerdings bedauert der Oberstaatsanwalt, dass er von der Polizei erst sehr spät über die Vorgänge informiert wurde. Der Täter aus der Jugendherberge soll groß gewesen sein und weiße Schuhe getragen haben. "Wir haben jetzt noch einige Vernehmungen durchzuführen", sagte Schweer der "Halterner Zeitung". Das sei nicht ganz einfach, da sich die Zeugen aus der Jugendherberge mittlerweile "in alle Winde zerstreut hätten".

Die Entführung in Rheine hat Erinnerungen an den Fall des in Niedersachsen entführten Dennis geweckt, dessen gewaltsamer Tod 2001 Menschen in ganz Deutschland erschüttert hatte. Bei der Sonderkommission "Dennis" der Polizei Verden, die nach Jahren intensiver Ermittlungen insgesamt 43 ähnliche Fälle meist in Norddeutschland zusammengetragen hat, sieht man "offenkundig gewisse Parallelen". Immer wieder geht es um Entführung - vornehmlich aus Zeltlagern oder Schullandheimen, um sexuellen Missbrauch und in fünf Fällen auch um bestialischen Mord. Diese Verbrechen könnten alle auf das Konto eines Serien-Sexualtäters gehen.

joe/DPA
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
gaga007 (20.06.2009, 18:58 Uhr)
Erschreckend !
Die Polizei ist offensichtlich überfordert , nicht informiert, was in anderen Regionen und Bundesländern passiert und scheinbar auch nicht motiviert, etwas mehr als den üblichen Dienst zu tun ?! Als Eltern kann man sich nicht auf die Polizei verlassen ! Aber immer schön mit dem Streifenwagen im Kreis fahren ... ist ja auch bequemer.
butcher99 (19.06.2009, 15:10 Uhr)
Polizei Dein Freund und Helfer
Bei diesen polizeilichen Glanzleistungen kann man sich doch echt geborgen fühlen.
Aber Knüppel beantragen, um die Einsatzkräfte zu schützen. Wie lange wollen wir eigentlich noch zuschaun, bis wirklich aller gesunder Menschenverstand den Bach runtergegangen ist. Freier der Schwester, jau, das Klingt so wie, lasst uns den Toten vor das Rathaus tragen, Gymnasium kann ich nicht schreiben, wenn ich das Protokoll aufsetzen muss.
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