15. April 2008, 15:43 Uhr

Achtjährige verlangt die Scheidung

Erstmals verlangt im Jemen eine Minderjährige die Scheidung von ihrem wesentlich älteren Ehemann. Weil er sie geschlagen und missbraucht haben soll, ist die achtjährige Nojood in Sanaa vor Gericht gezogen. Außerdem verklagt das Mädchen seinen Vater, weil er die Zwangsheirat eingefädelt hat. Von Frauke Weber

Der Fall der achtjährigen Nujood sorgt auch über den Jemen hinaus für Aufsehen©

Nojood Ali ist erst acht Jahre alt - und mit dem 22 Jahre älteren Faez Ali Thamer verheiratet. Jetzt verlangt sie die Scheidung. "Immer, wenn ich im Hof spielen wollte, hat er mich geschlagen und zu sich ins Schlafzimmer geholt", sagte das Mädchen der "Yemen Times". "Er war sehr streng zu mir und wenn ich ihn um Mitleid anflehte, schlug, ohrfeigte und missbrauchte er mich." Nojood habe zunächst ihre Eltern um Hilfe gebeten. Aber auch ihr Vater schlug sie und sagte ihr, dass er nichts für sie tun könne.

Keine Hilfe vom Gesetz

Vor zwei Wochen hatte Nojood endgültig genug, sie zog vor Gericht. Die Achtjährige klagt gegen ihren Mann, der sie über zwei Monate hinweg körperlich und sexuell missbraucht haben soll. Außerdem hat sie einen Prozess gegen ihren Vater angestrengt, der die Zwangsheirat veranlasst hatte. Allerdings wird sie vor Gericht einen guten Grund vorbringen müssen, der sie zur Scheidung berechtigt. Hilfe vom Gesetz kann die Achtjährige nicht erwarten. Zwar ist es auch im Jemen verboten, Kinder unter 15 Jahren zu verheiraten. Jedoch gibt es dort keine Instanz, die einen Verstoß bestraft. Das Parlamant in der Hauptstadt hat es gerade erst abgelehnt, sich mit einem entsprechenden Gesetz zu befassen.

In Muhammed Al-Qadhi fand Nojood einen einsichtigen Richter, der ihren Vater und ihren Ehemann zunächst in Gewahrsam nehmen ließ. Während der Vater aus gesundheitlichen Gründen wieder auf freiem Fuß ist, sitzt der Ehemann noch in Haft. Er zeigt jedoch keine Einsicht und will einer Scheidung nicht zustimmen. "Wie kann sie es wagen, sich über mich zu beschweren?", drohte er aus dem Gefängnis. Nach geltendem Recht im Jemen kann weder dem Vater noch dem Ehemann ein Verbrechen angelastet werden. Der Richter hielt sie nur in Gewahrsam, um das Kind zu schützen. Der Justizbeamte schickte Nojood zu ihrem Onkel, der sie in ihrem Vorhaben unterstützt. Mittlerweile hat das Mädchen Schutz in einem Waisenhaus gefunden.

Die Achtjährige wird es vor Gericht nicht leicht haben. "Sie ist keine Erwachsene. Somit ist die Entscheidung ihres Vormunds maßgeblich", sagt Shatha Muhammed Nasser, Anwältin des Obersten Gerichtshofs. Sie hat die Verteidigung des Mädchens übernommen. Die Anwältin appelliert an internationale Hilfsorganisation, Druck auf den Jemen auszüben, um solche Zwangsheiraten zu stoppen. Nujood hat noch eine jüngere Schwester, sechs Jahre alt. Ihr könnte das gleiche Schicksal drohen.

Dafür, dass Nujoods Geschichte überhaupt bekannt wurde, sorgte die Journalistin Hamed Thabet. Sie traf die Achtjährige am Gerichtsgebäude in Sanaa und war von dem Schicksal so beeindruckt, dass sie darüber in der "Yemen Times" berichtete.

Von Frauke Weber
 
 
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KOMMENTARE (10 von 22)
 
Administrator (16.04.2008, 14:33 Uhr)
Liebe User,
vielen Dank für Ihre Beiträge. Leider war es einem Großteil der Kommentatoren nicht möglich, sachliche Postings zu verfassen. Nachdem wir bereits um eine sachliche und höfliche Debatte gebeten hatten, diese aber immer wieder ausartet, bieten wir die Kommentarfunktion an dieser Stelle nicht mehr an.
Wir bitten all jene, die gern hier kommentiert hätten ohne menschenverachtend, beleidigend oder rassistisch zu werden, um Verständnis.
Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
Alex64 (16.04.2008, 14:12 Uhr)
Also gut.
nese: Mohammed ist seit 1500 Jahren tot?
Körperlich ja - in den Köpfen seiner Anhängerschaft, die in vielen muslimischen Ländern ganz in seinem Sinne handelt, aber eben (noch) nicht.
Sobald gläugbige Muslime ihren Propheten nicht mehr als leuchtendes, auch heute noch für den "wahren Gläubigen" einziges Vorbild an Menschlichkeit darstellen, werde ich es unterlassen, auf dessen Fehler und Verbrechen hinzuweisen.
Quid pro quo - oder?
Und nochmals Entschuldigung: Wer als Erwachsener meint, ein Kind heiraten und v....n zu müssen, ist ein triebgesteuertes, perverses Schwein.
Und wenn dann wie in diesem Fall noch der jeweilige Glaube als moralische Rechtfertigung nach aussen herhalten muss hat dieser perverse Abklatsch von Moral sehr wohl etwas mit Religion zu tun.
nese (16.04.2008, 13:52 Uhr)
@Alex
Ich finde es sehr lobenswert, das du deine "Urmenschentriebe" so gut kontrollieren kannst:)
Du moechtes damit aber doch nicht sagen, dass die Moslems Triebgesteuerte Wesen sind, oder? Was haben menschliche Triebe mit Religion zu tun? Und lass endlich den Mohammed in ruh, der Mann ist doch schon seit fast 1500 Jahren tod. Beschaeftige dich lieber mit den Lebenden, die Unfug treiben. Ich wuerde es sogar begruessen, wenn du deine Meinung über diese Wesen klar und deutlich ausdrueckst.
@Vincent_Vega: Ich teile Ihre Meinung voll und ganz!
Vincent_Vega (16.04.2008, 13:19 Uhr)
@Alex64
Sorry, aber zum Einen bin ich Christ und von so deutscher Abstammung, dass Klein-Addi seine wahre Freude daran gehabt hätte - ich allerdings nicht an ihm.
Ich finde es einfach nur dumm, Mohammed als pädophil darzustellen. Ich glaube, seriöse Historiker würden da die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.
Das ist einfach nur Hetze, die da betrieben wird. Wir verweisen immer nur auf unsere westliche Entwicklung und gott-wie-tolerant wir doch geworden sind. Dabei galten auch im Westen vor gar nicht allzulanger Zeit alleinlebende Frauen als liederlich und hatten mit zwanzig verheiratet zu sein. Der Vater einer Bekannten, die slber wierum Jahrgang 1970 ist, musste als Evangelischer zusichern, die Kinder von ihm und seiner katholischen Ehefrau auch im katholischen Glauben zu erziehen. UND DAS WAR 1970 in Deutschland.
Anfang der 1980er musste ein General vom MAD seinen Hut nehmen, nur aufgrund von Gerüchten, er sei Homosexuell.
Ic will auch keinen Mißbrauch von Kindern entschuldigen, das habe ich auch nirgends. Aber wer es sich so einfach macht, Mohammed aufgrund seines Halbwissens pädophil zu nennen, der läßt sich auch zu Anderen verleiten.
Dummheit hat es zu allen Zeiten gegeben; in Äthiopien (Anteil der Christen nur knapp 50% )wird sogar gesagt, dass es im Koran stünde, dass Frauen beschnitten werden müssten, wobei sich auch das angeblich durch einfache Korankenntnis widerlegen läßt.
Jesus und Mohammed hatten vielleicht beide das Ziel eine Art perfekte Religion oder Gottesauslegung zu schaffen; den Mißbrauch damit konnten sie aber nun mal nicht aus dem Weg räumen.
Als Vater einer Tochter laß mich Dir mal folgendes sagen: wenn meine Tochter (3Jahre) volljährig ist, ist sie hoffentlich so selbständig und -ich hoffe gebildet- dass sie mich nicht mehr wirklich brauchen wird, um im Leben das zu erreichen was sie will. Für mich ist meine Tochter eine Verantwortung die ich solange zu übernehmen habe, bis ich sie ziehen lassen muss; sie ist nicht mein Eigentum, mit dem ich irgendeinen Kuhhandel treiben kann. Ich muss aber versuchen, sie vor Dummeheiten wie vor dummen "Wahrheiten" zu bewahren, ob sie nun aus dem Orient oder Okzident oder von Links oder Rechts kommen.
Alex64 (16.04.2008, 12:41 Uhr)
...........
Mach dir doch nichts vor - natürlich versuchst du durch deine Schilderung der historischen Begleitumstände und den Verweis auf andere ebenfalls falsch handelnde Menschen anderer Ethnien euren Propheten im Sinne des Wortes zu "ent"schuldigen, d.h. eben immer noch "von einer (moralischen) SCHULD an seinen Taten" freizusprechen.
Was auch definitiv keine Aussage darüber ist, WARUM in sovielen islamischen Staaten aktuell nach dessen Vorbild gehandelt wird.
Und wenn das für dich überheblich klingt, solltest du anfangen, über DEINE Einstellung zu diesen Themen nachzudenken – ich für meinen Teil sehe mich durchaus sehr hoch geistig und moralisch über solchem "Steinzeitgehabe" (betreffend z.B. mein "männliches" Verhalten gegenüber dem anderen Geschlecht und der Kontrolle meiner "Urmenschentriebe") stehend und kann mir keinen Grund vorstellen warum ich meine Meinung über dieses Unwesen nicht klar und deutlich sagen sollte – ob du dieser nun widersprechen willst oder nicht.
---
Und taifun: zaxxon hat schon recht, wenn man "Nazi" in seiner meistgebrauchten Form (der geistigen Nähe zu den NSDAP-Anhängern des Dritten Reiches) mit den "Werten" des Nationalsozialismus gleichsetzt; so weit sind viele Moslems (betreffend ihre antisemitische und antidemokratische Einstellung) davon nicht entfernt…..
Vincent_Vega (16.04.2008, 12:38 Uhr)
@Alex64
Leider habe ich nur Wikipedia als Quelle; aber darin wird darauf verwiesen, das Buchari und al-Haddschādsch sich auf Hisahm ibn Urwa berufen würden, der nach einem wenn auch jungen Zeitgenossen von Mohammed wiederum unglaubwürdig sei.
Auf http://de.wikipedia.org/wiki/Aischa_bint_Abi_Bakr
gibt es einige Hinweise darauf, dass Aischa zumindest kein kleines Mädchen, mehr war sondern eher ein junger Teenager.
Davon abgesehen könnte man auch von einer politischen Heirat ausgehen, um den Vater der Braut, ein enger Freund Mohammeds, auch familiär an sich zu binden. Letzten Endes war Mohammed eben nicht nur Prophet, sondern auch politischer und militärischer Führer. Wer nun auf "Genozzide" hinweist, wie es an einem jüdischen Stamm während des Hedschras vorgekommen sein soll, der sei daran erinnert, dass die Byzantiner und Perser (Sassaniden) sich zeitgleich ebenfalls eine Art "Heiligen Krieg" lieferten und dabei nicht gerade zimperlich miteinander umgingen. Eine Hinrichtungsart war beispielsweise, den Delinquente in liegender Position einzumauern, ihm Essen und Trinken zu reichen, allerdings ohne Möglichkeit des Abflusses der Exkremente, sodass der Delinquent durch seine eigenen Ausscheidungen langgsam verfaulte.
nese (16.04.2008, 11:53 Uhr)
@Alex
Da hast du mich aber falsch verstanden, Alex. Ich entschuldige mich fuer niemanden, schon gar nicht fuer unser "leuchtendes Vorbild". Ich zaehle hier nur einige Fakten auf, damit Leute du endlich damit aufhoeren, ihre Ueberheablichkeit gegenueber Menschen anderen Glaubens zu demonstrieren. Ich habe naemlich auch so langsam die Schnauze voll, deine Hasstireaden gegen den Islam mir jedesmal anhoeren zu muessen. Ausserdem sind meine Wervorstellungen weder archaisch, noch steinzeitlich und schon gar nicht patriarchalisch.
Lieber Alex, ich habe nichts gegen deine Meinungsfreiheit. Du solltest aber lernen, deine Meinung 'gemaessigter' auszudruecken, wenn du nicht willst, dass ich dir jedesmal widerspreche. Und ob du auf meine Anwesenheit oder auf die Anwesenheit meiner Glaubensgenossen Wert legst oder nicht, ist mir ehrlich gesagt voellig egal.
Taifun (16.04.2008, 11:46 Uhr)
@zaxxon
ich müsste heulen, wenn es nicht so verdammt lustig wäre zu beobachten, wie Ihresgleichen nach zweierlei Maß urteilt; für sich in Anspruch nehmen andere Beleidigen zu dürfen, aber selber nichts einstecken können. Hey, wo bleibt Ihr Sinn für Fairness?
Ich Argumentiere mal auf Ihre Art: ich beleidige nicht, ich "provoziere" und "polarisiere"- ich nehme also nur mein Recht der freien Meinungtsäusserung war.
PS: mmhhh, Nazis waren/sind also gute buddies der Muslims....interessant..ich glaube ich werde dann mal demnächst freundlich auf einen zugehen, ihm die Hand schütteln, und ihn auf ein Kölsch einladen...auf Brüderlichkeit und so....
Alex64 (16.04.2008, 11:07 Uhr)
vincent
Ja, aber ....
"Laut den Überlieferungen (hadīth) in den beiden von orthodoxen Muslimen als am zuverlässigsten angesehenen Sammlungen von Buchārī und Muslim ibn al-Haddschādsch war Aischa bei ihrer Heirat mit Mohammed sechs und beim Vollzug der Ehe neun Jahre alt.
Die Überlieferung von Buchārī in Band 7, Buch 62, Nummer 64 zu diesem Thema lautet: „Aischa berichtete, dass der Prophet sie heiratete, als sie sechs Jahre alt war, und die Ehe vollzog, als sie neun Jahre alt war; danach blieb sie neun Jahre bei ihm“.
Nur nach Abd-al Rahman lässt sich ein "Ehealter" von 16-18 Jahren generieren; alle anderen (im übrigen auch in Wikipedia aufgeführten Quellen kommen auf ein Alter von min. 12 und max. 16 Jahren.
Und die Relativierung durch "die andere Seite war auch nicht besser" ändert nichts an den Fehlern des "Propheten" und deren Auswirkungen auf die heutige Zeit - ganz im Gegenteil zeigen diese "Gegenbeispiele", dass sich die eine Gesellschaft weiterentwickelt hat und solche Zustände überkommen sind und die andere eben immer noch die Moral eines 1400 Jhre alten Ziegenhirten als Maß aller Dinge ansieht....
Vincent_Vega (16.04.2008, 10:31 Uhr)
@manese
Auf Wikipedia gibt es im Artikel über "Mohammed" einen kurzen Einblick in die Problematik, dass seine Lieblingsfrau minderjährig war oder doch schon achtzehn und damit auch nach heutigen Maßstäben erwachsen.
Kaiser Friedrich II., seiner zeit um 1220 das "Staunen der Welt" wurde mit der vierzehnjährigen Tochter des damaligen (Titular-)Königs von Jerusalem verheiratet. Die Hochzeitsnacht verbrachte er aufgrund der Abweseneit seiner "Frau" dann stellvertretend mit einer etwas älteren Verwandten.
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