Liebesgrüße nach Moskau

12. August 2013, 16:30 Uhr

Ein Zebrastreifen in Regenbogenfarben, Wodkaboykott oder ein "Kiss in": Mit lustigen und kreativen Aktionen demonstrieren Menschen weltweit gegen Putins Homosexuellengesetze. Die schönsten Beispiele. Von Jens Maier

Homosexuelle, Russland, Putin, Diskriminierung, Protest

Auf dem Weg zur Arbeit muss der russische Botschafter jetzt hier vorbei: bunter Zebrastreifen in Stockholm.©

Ein Zebrastreifen für die Liebe: In der schwedischen Hauptstadt haben Schwulenaktivisten den Zebrastreifen vor der russischen Botschaft in den Farben des Regenbogens angemalt. Der Regenbogen ist das Symbol aller Lesben und Schwulen. Bei der Gay-Parade Anfang August hatte sich die russische Botschaft in Stockholm - im Gegensatz zu anderen Ländervertretungen - geweigert, die Regenbogenfahne auf dem Gelände zu hissen. Jetzt haben sie das Zeichen für Liebe und Gleichstellung direkt vor der Haustür.

Mit diesen und anderen kreativen Aktionen protestieren Homosexuelle auf der ganzen Welt gegen die diskriminierenden und menschenverachtenden Gesetze in Russland. Am 30. Juni hatte Präsident Wladimir Putin das sogenannte Gesetz gegen "Homosexuellen-Propaganda" unterzeichnet. Es verbietet Menschen, sich als schwul oder lesbisch zu outen. Selbst Händchen halten in der Öffentlichkeit ist damit de facto verboten und kann mit Geld- oder sogar Gefängnisstrafen geahndet werden.

Viel schlimmer noch sind allerdings Misshandlungen und Übergriffe, denen Homosexuelle in Russland schutzlos ausgeliefert sind. Immer wieder werden Schwule Opfer von Angriffen russischer Neonazis. Diese veranstalten sogenannte Safaris - brutale Übergriffe -, bei denen meist junge schwule Männer über Internet-Plattformen zu Treffen eingeladen und dann vor laufenden Kameras brutal zusammengeschlagen werden. Die Videos veröffentlichen die Täter im Internet, um ihre Opfer zu verhöhnen. Die Polizei bleibt untätig.

Menschenfreunde auf der ganzen Welt wollen sich mit der Diskriminierung von Homosexuellen in Russland nicht abfinden. Mit einfallsreichen und pointierten Aktionen wie dem Regenbogen-Zebrastreifen machen sie auf die Lage der Schwulen und Lesben in der ehemaligen Sowjetrepublik aufmerksam. Statt nur mit Transparenten und Plakaten Stimmung gegen Putin zu machen, demonstrieren sie auf positive Weise für Toleranz und ein Recht auf Liebe für alle. Hier die schönsten Beispiele:

Kuss-Attacke vor dem russischen Konsulat

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"To Russia with Love" hieß angelehnt an den Namen eines James-Bond-Films eine Aktion vor dem russischen Konsulat in der belgischen Stadt Antwerpen. Hunderte Schwule und Lesben trafen sich zum gemeinsamen "Kiss In" und demonstrierten mit Küssen gegen Putin.

Wodka ohne Nastrovje

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Nicht zum kollektiven Besäufnis, sondern zum Boykott von russischem Wodka riefen Jugendliche in New York auf. Vor dem russischen Konsulat schütteten sie literweise in Russland destillierten Wodka weg. Schwulenbars wurden aufgerufen, auf Hochprozentiges made in Russia zu verzichten. Viele Lokale weltweit sind dem Aufruf bereits gefolgt. Die Aktion zeigt Wirkung. Der russische Spirituosenhersteller Stolichnaya ("Stoli") hat auf seiner Facebook-Seite das russische Gesetz gegen "Homo-Propaganda" kritisiert und sich mit Schwulen und Lesben solidarisiert.

Liebesgrüße aus Moskau

Homosexuelle, Russland, Putin, Diskriminierung, Protest

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Mutige Aktion von Oscar-Preisträgerin Tilda Swinton. Die 52-Jährige hat trotz drohender Strafen direkt am russischen Machtzentrum gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben protestiert. Swinton hielt vor der berühmten Basilius-Kathedrale am Kreml eine Regenbogenfahne hoch und veröffentlichte das Foto auf Twitter. Im Hintergrund ist sogar ein Polizeifahrzeug zu sehen. Doch offenbar war die britische Schauspielerin schneller als die Beamten.

Alles so schön bunt in Amsterdam

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Mit wehenden Fahnen wurde Russlands Präsident Putin im April in Amsterdam empfangen. Sowohl private als auch einige öffentliche Gebäude zeigten Flagge für die Menschenrechte und hissten die Regenbogenfahne.

Trink keine Cola mit Putin

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"Enough is enough" heißt die Aktion, mit der Druck auf die Sponsoren der Olympischen Winterspiele in Sotschi ausgeübt werden soll. Die Macher haben dazu die Werbesprüche verschiedener Marken abgewandelt. Zum Beispiel: "Visa - die Freiheit nehm' ich mir", "Wir sind das GE in Gesetzesabschaffung" oder "Gratis zum McMenü: Verantwortung - I'm lovin' it". Die entsprechenden Plakate sind auf Facebook zu bewundern.

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