Ermittlung gegen Beamte
Drogenring im Darknet? Zollbeamter und Polizist im Verdacht

Unter den Verdächtigen sind auch ein Zollbeamter und ein Polizist. (Symbolbild) Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
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Ermittler stoßen auf ein Netzwerk, das im Darknet mehr als 1.000 Drogengeschäfte abgewickelt haben soll. Unter den Verdächtigen sind auch zwei Beamte. Was bei der Razzia noch ans Licht kam.

Ein Zollbeamter, ein Polizist und zwei weitere Männer sollen mit Drogen im Wert von mindestens einer halben Million Euro im Darknet gehandelt haben. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Oldenburg mit. Die drei mutmaßlichen Haupttäter - der Zollbeamte und zwei Komplizen - sitzen in Untersuchungshaft. Sie stammen aus Oldenburg, Bad Zwischenahn und dem Raum Hamburg. Der Polizist blieb auf freiem Fuß. 

Wie die Drogendealer vorgegangen sein sollen

Die Männer im Alter zwischen 31 und 37 Jahren stehen demnach unter Verdacht, seit Februar 2019 im großen Stil Drogen wie Cannabis, Amphetamin, Kokain und Ecstasy vertickt zu haben. Sie sollen die Ware im Darknet sowie über Messenger-Dienste gegen Kryptowährung verkauft haben. Die Ermittler gehen von mehr als 1000 Fällen aus. 

Die Verdächtigen sollen laut der Generalstaatsanwaltschaft arbeitsteilig vorgegangen sein: Der Zollbeamte soll die Drogen beschafft und im Bereich Bad Zwischenahn gebunkert haben. Sein Komplize soll sie verpackt und versandt haben, ein Dritter soll sich um die Zahlungen gekümmert haben. 

Dabei soll ihnen ein Beamter der Polizeidirektion Oldenburg geholfen haben. Er hat demnach Lager für die Drogengeschäfte betrieben. Gegen ihn laufen Ermittlungen wegen des Verdachts der Beihilfe.

Was die Ermittler sicherstellten

Einsatzkräfte durchsuchten nach eigenen Angaben am Mittwoch zehn Wohn- und Bürogebäude in Oldenburg, Bad Zwischenahn, Wilhelmshaven und Hamburg. Sie nahmen die drei Hauptverdächtigen fest und fanden kiloweise Cannabis und Amphetamin, mehrere Tausend Ecstasy-Tabletten sowie Geräte zu Herstellung und Verpackung von Betäubungsmitteln. Außerdem stellten sie Bargeld im hohen fünfstelligen Bereich, teure Uhren, diverse Unterlagen, Datenträger, Speichermedien und Kommunikationsmittel sicher. 

Im Darknet können Webseiten nicht über übliche Suchmaschinen oder Browser abgerufen werden. Die Kommunikation wird verschlüsselt, Urheber und Konsumenten wollen meist anonym bleiben. Die Inhalte haben häufig einen kriminellen Hintergrund.

dpa