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30. März 2011, 14:26 Uhr

Mann war zwei Jahre mit seinem Stuhl "verschmolzen"

Er wollte den Rest seines Lebens in seinem Sessel verbringen. Jetzt liegt er auf der Intensivstation. Ein übergewichtiger Mann musste am Sonntag im Bundesstaat Ohio aus seinem eigenen Haus gerettet werden.

Zwei Jahre bewegte er sich nicht von der Stelle. Das Aufstehen war ihm unmöglich, Fäkalien und Urin hatten ihn mit dem Gewebe seines Sitzes verschmelzen lassen. Dann wurde er bewusstlos. Rettungskräfte mussten den 43-jährigen Mann in Bellaire, Ohio, nach Angaben des US-Fernsehsenders WTRF aus seinem Stuhl schneiden und ins Krankenhaus bringen.

Kaum zu glauben: Der Mann lebte mit seiner Freundin und einem weiteren Mann zusammen. Er hatte selbst darauf bestanden, den Stuhl nicht zu verlassen. Seine Freundin wies er an, ihn mit Getränken und Essen zu versorgen. Am Sonntagmorgen fanden ihn seine Mitbewohner bewusstllos. Sie riefen den Notdienst.

Ein Wohnzimmer in Dreck und Schmutz. Maden kriechen aus dem Gewebe des Sessels. Es stinkt erbärmlich. Dieses Bild bot sich den Helfern als sie in dem Haus eintrafen. "Es ist unglaublich, dass jemand unter diesen Bedingungen leben kann", sagte ein Vertreter der Stadt dem Sender.

Zunächst war es den Einsatzkräften nicht möglich den Mann zu befreien. Sie mussten ein Loch in die Wand sägen, um ihn aus dem Haus zu tragen. Der 43-Jährige liegt momentan auf der Intensivstation. Sein Zustand ist kritisch.

Die Menschen vor Ort sind fassungslos: Wie konnte das passieren? Weder die Mitbewohner des Mannes noch seine Vermieterin griffen ein. "Man vermietet die Wohnung ja an einen Erwachsenen und denkt nicht, dass man ihnen vorschreiben muss, wie sie zu leben haben", verteidigt sich diese gegenüber WTRF. Außerdem habe der Mann bei ihren Besuchen immer unter einer Decke gesessen. "Ich hatte keine Ahnung über das Ausmaß der Situation."

Nach Angaben der Vermieterin arbeiten momentan sieben Personen daran, das Haus zu reinigen. Einer der Polizisten musste nach der Rettungsaktion seine Uniform entsorgen. Sie war nicht mehr zu reinigen.

liri/AFP
 
 
 
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