Fast drei Jahre nach dem Tod von „Friends“-Schauspieler Matthew Perry ist dessen damaliger Assistent zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und fünf Monaten verurteilt worden. Das berichteten die „New York Times“ und andere US-Medien unter Berufung auf eine Gerichtsentscheidung in Los Angeles.
Demnach hatte Kenneth Iwamasa zugegeben, dem Schauspieler in den Tagen vor seinem Tod mindestens 27 Ketamin-Injektionen verabreicht zu haben. Darunter seien auch drei Dosen am Tag seines Todes gewesen. Iwamasa hatte sich schuldig bekannt. Insgesamt wurden nach Perrys Tod 2023 fünf Personen, darunter Ärzte, Dealer und eben Iwamasa, der Assistent des Schauspielers, verurteilt.
Längste Haftstrafe für „Ketamin-Königin“
Im Mai war ein 56-Jähriger im Zusammenhang mit dem Todesfall zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Mann hatte sich schuldig bekannt, Perry im Oktober 2023 in den Wochen vor seinem Tod mehr als 50 Dosen Ketamin besorgt zu haben. Er war der Mittelsmann für eine als „Ketamin-Königin“ bekannte Dealerin, in deren Haus große Mengen verschiedener Drogen, darunter auch Methamphetamin und Ecstasy, gefunden wurden.
Einer der Ärzte erhielt im vorigen Dezember zweieinhalb Jahre Haft, sein Kollege wurde zu acht Monaten Hausarrest verurteilt. Die bislang längste Strafe von 15 Jahren Gefängnis wurde im April gegen die „Ketamin-Königin“ verhängt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft lieferte sie unter anderem die Dosis, die zum Tod des Schauspielers führte.
Perry kämpfte mit Suchterkrankungen
Perry war am 28. Oktober 2023 im Alter von 54 Jahren tot im Whirlpool seines Hauses in Los Angeles gefunden worden. Der Schauspieler hatte öffentlich über seinen Kampf mit Suchterkrankungen gesprochen. Berichten zufolge hatte er sich wegen Depressionen und Angstzuständen einer Ketamin-Therapie unter ärztlicher Aufsicht unterzogen. Zusätzlich soll er sich das Mittel auf dem Schwarzmarkt besorgt haben.
Ketamin ist ein seit Jahrzehnten bewährtes Narkosemittel. Ebenso können Menschen mit therapieresistenten Depressionen unter bestimmten Voraussetzungen mit Ketamin behandelt werden. Manche Partygänger nutzen das Mittel auch als illegale Clubdroge.