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14. Dezember 2011, 18:46 Uhr

Polizei rasiert Punks

Umerziehung für Punks: In Indonesien wurden über 60 junge Leute nach einem Konzert festgenommen. Sie sollen durch die Polizei auf den rechten muslimischen Weg zurückgebracht werden. Und sich auch optisch anpassen.

Punks, Indonesien, Umerzeihung, Konzert, Aceh

Ein Teil der "Umerziehung": Den Punks werden die Köpfe geschoren bevor sie ihre Kleidung ablegen und sich reinwaschen müssen© DPA

Die Haare müssen ab, die Körper werden in einem Fluss reingewaschen und die enge Kleidung wandert in den Müll: Mit diesen Maßnahmen hat die Polizei in Indonesien versucht, aus 65 Punks "normale" Bürger zu machen. Um sie auf den rechten muslimischen Pfad zurückzuführen, müssen die jungen Leute nach der ersten Säuberung einen zehntägigen Kurs an der Polizeiakademie besuchen. Dort sollen die Punks zum Beispiel Religionsunterricht erhalten.

Sie wurden nach einem Konzert in der besonders streng muslimischen Provinz Aceh von der Polizei festgenommen. "Die Bevölkerung findet ihr Benehmen abartig, und wir wollen ihren Lebensstil verbessern", sagte der Polizeichef Iskandar Hasan der Deutschen Presse-Agentur in einem Telefoninterview.

"Ein freies Land, aber es gibt Grenzen"

Dass er die Gruppe zwang, sich zu rasieren, die Haare zu schneiden und zerrissene T-Shirts und enge Jeans gegen "normale" Kleidung zu tauschen, sieht der Polizist als notwendig an. Auch die Festnahme sei keine Verletzung der Menschenrechte. "Dies ist ein freies Land, aber es gibt Grenzen", erklärt er. Punks würden Frauen auf der Straße belästigen.

Indonesien ist mit rund 240 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt. Während die Menschen überwiegend einem moderaten Islam anhängen, gelten in der autonomen Provinz Aceh seit 2001 die strengen Gesetze der Scharia.

vim
 
 
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