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19. Mai 2008, 16:04 Uhr

Kampfansage in der größten Not

Der Chor schallt aus Tausenden Kehlen: "China, gib Gas!" Nach den Gedenkminuten für die Erdbebenopfer steht das Volk auf in Chengdu, dort, wo die Katastrophe am härtesten zugeschlagen hat. Die Trauerfeier wird zur Prozession der Hoffnung. Die Menschen ballen die Fäuste und singen Revolutionslieder. Von Ellen Deng und Adrian Geiges, Chengdu

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China steht drei Minuten still: Auf dem Tianfu Platz in Chengdu gedenken die Menschen der Opfer© Feng Li/Getty Images

Die rote Fahne Chinas weht auf halbmast. Die Gedenkminute, die erste für die Opfer einer Naturkatastrophe in China überhaupt, beginnt mit kleinen Verwirrungen. Handykameras klicken, Leute bestätigen sich gegenseitig lautstark, dass dies jetzt der Beginn ist. Schnell aber werden sie von anderen zur Ruhe ermahnt. Den Unmut vieler erregt auch eine Frau mit buntem Sonnenschirm, sie muss ihn zusammenklappen.

Nach den drei Gedenkminuten gehen, offenbar spontan, Sprechchöre los. "Zhongguo, jiayou!", das bedeutet "China, gib Gas!", ein sonst eher von Fußballspielen bekannter Ruf, und "Xiongqi!", das in der eigenen Sichuan-Sprache eine ähnliche anfeuernde Bedeutung hat. Die starke patriotische Stimmung verbindet sich hier mit dem Willen, den Erdbebenopfern zu helfen. Einige singen das Revolutionslied "Einheit ist Kraft". Der Refrain: "Die Einheit ist kraftvoller als Stahl und Eisen."

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Viele strecken kämpferisch ihre Fäuste in die Höhe. "Noch nie waren wir Chinesen so vereinigt wie heute", sagt einer von ihnen, ein 25-jähriger Soldat, der heute nicht im Dienst ist und seinen Namen nicht nennen will. "Ich bin sehr aufgeregt."

Die Szenen auf dem Tianfu-Platz in Chengdu könnten dem ganzen Land Mut machen. Schließlich hat keine Region so unter dem Erdbeben gelitten wie Sichuan. Von den offiziell bestätigten 34.000 Toten kommen mehr als 32.000 aus der Provinz, dessen Hauptstadt Chengdu ist. Und die Zahl wächst stündlich.

Ganze Familien sind auf den Platz gekommen. Der 14-jährige Li Haoyang ist mit seiner Mutter aus einem 80 Kilometer entfernten Ort angereist, um verletzte Kinder in Krankenhäusern zu besuchen. Wie ein Erwachsener sagt er: "Ich hoffe, die Toten ruhen in Frieden und die Lebenden werden stärker."

Über dem Platz erhebt sich die weiße Marmorbüste von Mao. Das hat eine bittere Ironie. Kurz vor dem Tod des Diktators bebte 1976 im nordchinesischen Tangshan die Erde. Es war eine der größten Katastrophen der Menschheitsgeschichte: 242 000 Menschen starben. Doch die Katastrophe wurde als Staatsgeheimnis behandelt, Hilfe aus dem Ausland abgelehnt. Mao war die Ehre der Partei wichtiger als das Leben seiner Landsleute.

Heute ist das anders. Zwar nutzt die Führung das Erdbeben auch für die Propaganda. In TV-Shows sprechen Moderatoren mit pathetischer Stimme ihren "Dank an die Partei" aus. Doch gleichzeitig wird umfassend informiert, werden alle Kräfte mobilisiert, um den Opfern zu helfen.

Ganz in Schwarz gekleidet bindet, wie viele andere auch, die Möbelhändlerin Fan Wenli eine weiße Papierblume um Blätter der Büsche auf dem Tianfu-Platz. Traditionell ist in China Weiß die Farbe der Trauer, immer mehr setzt sich aber Schwarz durch. Fan Wenli hat die Papierblume selbst aus Toilettenpapier gebastelt. Schon am ersten Tag nach der Katastrophe brachte sie Wasser und Salz, ihre persönliche Spende, nach Mianzhu, eine der betroffenen Städte. "Dies ist der bewegendste Moment meines Lebens", sagt sie. "Niemand meiner Verwandten gehört zu den Opfern, aber diese Toten sind mir so nahe, als wären sie meine eigenen Familienmitglieder."

Von Ellen Deng und Adrian Geiges, Chengdu
KOMMENTARE (10 von 10)
 
shanshanzfzg (22.05.2008, 13:54 Uhr)
ärger!!!!!
ich bin chinese,nur studiere Deutsch für einige monaten.so,das ist schwer für mich diese wörter schreiben.Aber,ich muss ,denn ich fühle mich ärgerlich auf dieser Aufsatz und Kommentar .wenn ich kann diesen sätze nicht alles verstehen,aber ich weiß,ihe seid nicht freudlich,richtig?ihr seid kalte blut und amoralisch.wisst ihr China genau ?Oder nur hören aus euer idiot Medium.Jezte alle gutherzige Menschen sind voll mit die Trauer ,beten für die sichuansmenschen,aber ihr freudet sich?ich hoffe ,ihr kann mit euer kopf überlegen,fragt zu euer Herz ,was ist wirklich,wie werden ein wirkliche mann mit einem Herz und warme Blut.
LaoLu (22.05.2008, 00:03 Uhr)
was-ein-bullshit
what a nick
was-ein-bullshit (21.05.2008, 15:35 Uhr)
zu Schade ?!
Maedl z'vui Spatz'n g'fressn, oder auch schon brainwhased?
Gehoerst Du zu dem Club, der 3 Affen?
Wie kann man solche Statements abgeben wenn man angeblich, in China lebt?
Reist & Lebst Du mit geschlossenen Augen, in China? Du siehst dann natuerlich auch nicht, wie im Wal Markt die Schuldkroeten bestialisch abgeschlachtet werden!
Ebenso hast Du dann nie die Gegrillten Hundekoepfe, oder Maeuse ect. am Spiess gesehen!
Logisch wer mit Blindheit & Ignoranz geschlagen ist, sieht ueber "alles" hinweg!
Lebe Du in Deiner Traumwelt & verdraenge Tatsachen!
Vermutlich rennst Du auch mit der Roten Fahne durch die Strassen und bist, ein Mao Fan!
Thumps up! Insofern, schaem Dich ruhig!
Hier zwei sehr informative Links wenn sie noch nicht, von Chinas Hackern zerschossen wurden!
Vermute mal von Falun Gong & Falun Dava hast Du auch, noch nie etwas gehoert!
http://photo.minghui.org/photo/E_persecution_evidence.htm und http://www.beijingolympicsboycott.com/
Es gibt keinen Organhandel und auch, keine bestialischen Folterungen! Sag mal gehst Du eigentlich, vor die Tuere?
Geh auf den 1. Link & wenn Dir dabei "nicht" kotzuebel wird, hast Du anyway ein Problem!
Traurig wie man im so einen Land leben kann und Wahrheiten, unter den Teppich kehrt!
Lady es fragt sich hier, wer der beschaemende Idiot ist!
mramorak (20.05.2008, 12:28 Uhr)
Trauer und Propaganda
Die Mehrheit der Chinesen trauert aber die KP macht rieseige Propaganda. Sie hat gemerkt - die begreifen schneller als unsere Regierung - dass man durch "Offenheit" Anziehungskraft erzeugen kann. Daher Offenheit, wo es angebracht ist, wo man das Werk der KP-Führer und der Armee zeigen kann. Aber dass es in anderen Gebieten, keinerlei schwere Rettungs-Geräte gibt, knn man nur auf Umwegen erfahren.
Wurden da nich sehr viele Stimmen sehr laut, die sagten, dass demonstrationen gegen die chinesische Tibet-Politik nichts bewirken. Diese KP-Propaganda im Westen ist gescheitert. Die Demonstrationen haben, sehr zum Unwohlsein der Linken des Westens, gewirkt!
Sie schrieben von einer Spontanität. Nichts wird dort spontan gemacht! Alles von der KP organisiert. Wer selber unter dem Kommunismus gelitten hat, weiß das
beijinger1818 (20.05.2008, 07:45 Uhr)
@SabineRebecca
Bei einem oeffentlichem Kommentar geht es in erster Linie nicht um die Korrektheit der Grammatik, oder Anlehnung an akademischen Stils, nein, vielmehr geht es darum, eben mit eigenen Worten seine Meinung und Gefuehle zu vertreten. Somit hat hier fast jeder Kommentar seinen Platz vedient.
Ich bin ganz ehrlich zu Ihnen, ich halte nicnt viel von Auslaender in China, die Chinesen ebenso. Massen wir uns doch immer an, jede Kultur zu verstehen, jede Sprache zu erlernen, bewegen wir uns hier mit einer Arroganz im Land, laecherlich.
Das Sie keine Ahnung vom Land und Kultur habe kann und will ich Ihnen nicht uebelnehmen, aber Sie haben meinen Kommentar in den Grundfesten nicht verstanden.
Der Westen versucht immer die fuer sich gueltigen Kriterien auf alle Laender dieser Welt anzuwenden. Ob dies nun richtig ist, oder nicht spielt dabei keine Rolle. Objektiv betrachtet muss man sich fragen, macht so manche Einschraenkung vielleicht Sinn in diesem Land ?!
Ich kann nur hoffen, dass die Visabeschraenkungen fuer Auslaender weiter verschaerft werden und eine gesunde Selektion erfolgt.
Es ist nicht das erste Mal, dass ich mich schaemen muss Auslaender in diesem Land zu sein
SabineRebecca (20.05.2008, 05:22 Uhr)
Schade
Zunaechst einmal zur Form und Netikette:
Ich verstehe den Inhalt der vorangegangenen Kommentare. Ich verstehe allerdings nicht, was sie hier zu suchen haben.
Der beim Lesen des Inhalts entstehende Eindruck, einer Stammtischrunde zu fortgeschrittener Stunde zuzuhoeren, erhaertet sich durch die verwaschene Grammatik. Ich bin nicht perfekt oder akademisch. Aber wenn schon ein so oeffentlicher Kommentar - inhaltlich wie auch immer geartet - dann doch wenigstens in einer Form derer man sich nicht noch zusaetzlich schaemen muss.
.
Selbstverstaendlich ist es fuer uns, die wir hier als Auslaender in China leben, momentan befremdlich zu sehen, wie Menschen, die sich im taeglichen Leben wirklich nicht im allergeringsten umeinander scheren, ploetzlich so solidarisch sind.
Daran ist aber nichts Schlechtes und niemand kann es sich anmassen darueber zu urteilen. Es ist momentan einfach alles anders.
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Mancher hat eine auf andere (Kulturen) hilflos wirkende Art sein Mitgefuehl zu zeigen.
Mancher mag sein Mitgefuehl offen zeigen, mancher weint heimlich.
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Aber wer Mitgefuehl hat moechte helfen. Und wer hilft tut Gutes. Wie kann man sich nur an den Gruenden dafuer oder der Ausfuehrung hochziehen?
Es ist EGAL ob eine Staats- oder Medianmaschinerie dieses Mitgefuehl und die daraus resultierende Hilfe ankurbelt.
Wichtig fuer die notleidenden Menschen ist nur, dass es da ist, etwas anderes haben sie naemlich nicht mehr.
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"Komisch dass das Leben im Osten weitergeht"?
Nein, ganz normal. Egal, was auf der Welt Schlimmes passiert, und egal wo, die Erde dreht sich weiter, so sehr man sich auch darueber fuer einen Augenblick entsetzt.
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Aber den verunglueckten, trauernden Menschen zu zeigen, dass man an sie denkt - diese Geste und ihre (evt. hier und da mangelhafte) Ausfuehrung, in den Dreck zu ziehen ist sehr bedenklich.
Es mag nicht unserer westlichen Vorstellung entsprechen aber wer weiss denn schon was wirklich gut und richtig und angemessen ist? Die beiden rethorischen Leuchten, die ihre Kommentare hier so erhellend zum besten gegeben haben wuerde ich jedenfalls zu dieser Frage nicht konsultieren.
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Gott sei Dank kommen wir aus einem Land in dem die freie Meinungsaeusserung erlaubt ist.
Bei uns hat jeder die Chance sich als Idiot zu outen.
Und ich kann mir beim verbalen Auftritt des 'was-ein-bullshit...' schon vorstellen, dass er hier in China nicht taeglich willkommen geheissen wird.
Malt, es gibt Gedankengaenge, die eine logische Folge der Geschichte und Geschehnisse sind, und die jedem durch den Kopf schiessen. Man hat aber als Homo Sapiens die Moeglichkeit, selbst den eigenen Gedanken kritisch gegenueber zu stehen und zu entscheiden, ob etwas gesagt werden muss oder nicht.
beijinger1818 (19.05.2008, 17:15 Uhr)
schweigeminute in china
Also, ich kann mich dem nur anschliessen. Ich lebe in Wuxi, hier gab es zwar die Sirenen, aber die meisten haben nicht innegehalten, auch Autos und Busse fuhren. Meine Frau ist Flight Attendant und hat morgen schon wieder einen Flug nach Chendu, komisch aber hier im Osten geht das Leben ganz normal weiter. Wir sehen zwar die Bilder, hoeren die Berichte, aber veraendert hat es das Leben nicht. Ja, ja, die Sache mit Mao, er wird bis heute noch immmer sehr verehrt, auch, wenn der Westen das nicht schaetzt oder gerne sieht.
Fakt ist, dass vielen Chinesen nicht bekannt ist, welche Greueltaten er zu verantworten hat, kommt man Chinesen mit harten Geschichtsfakten oder zeigt Bilder vom Massaker 1989 in Beijing....nein, das verstehen Sie nicht, dass war doch alles anders. Nun gut, woher soll ich dummer laowai das auch wissen
Skaf (19.05.2008, 15:06 Uhr)
Mao...
...hat doch unter dem Deckmantel der "Revolution" viel mehr Menschen umgebracht lassen als das Erdbeben. Mir ist absolut unbegreiflich, wie man seine Büsten noch stehen lassen kann.
Allen betroffenen Menschen in dieser Region gilt mein Mitgefühl.
was-ein-bullshit (19.05.2008, 14:19 Uhr)
Schweige_was??
Was ist das denn fuer eine verarsche?? Von wegen Schweigeminute die haben alle gehupt fuer 3 Minuten, auf Teufel komm raus! Halbmast na wo denn?? In Shenzhen haengt heute, garkein Rotes Faehnchen! Fass es nicht was fuer ein laecherlicher, bullshit verbreitet wird! Spendet ja nicht denn wir Europaeer, sind alle Neo Nazis! Farce of Olympia nix anderes! Lieben Gruss aus einem Land in dem wir, nicht wilkommen sind!
Malt (19.05.2008, 13:38 Uhr)
Makaberweise...
...hätte der chinesischen Regierung nichts besseres als diese Katastrophe passieren können. Das Ausland hält, ob der hohen Opferzahlen, wegen Olympia erst mal die Fresse, man hat die Bevölkerung hinter sich... besser hätte das auch keine Marketingagentur planen können!
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