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Vergessen Sie Hitchcocks Vögel: Was ist nur mit diesen Bienen los?

Bienen, überall Bienen: Sie bevölkern Fahrräder, Autos, Briefkästen oder tummeln sich auf Straßenschildern. Was hat es mit dem seltsam anmutenden Verhalten auf sich?

Benutzen auf eigene Gefahr: Ob man mit so einem Fahrrad noch zu einer entspannten Fahrrad-Tour aufbrechen sollte? Tausende Bienen bevölkern das schwarze Damen-Fahrrad und haben - dankenswerterweise - Sattel und Lenker frei gelassen.

Benutzen auf eigene Gefahr: Ob man mit so einem Fahrrad noch zu einer entspannten Fahrrad-Tour aufbrechen sollte? Tausende Bienen bevölkern das schwarze Damen-Fahrrad und haben - dankenswerterweise - Sattel und Lenker frei gelassen.

Im vergangenen Jahr hatte sich Shirley Taylor aus dem britischen Hull einen schicken blauen Geländewagen gekauft. Der 57-Jährigen gefiel das sportlich geschnittene Auto - doch offenbar nicht nur ihr. Nachbarn machten die Britin vor einigen Tagen auf eine beunruhigende Entdeckung aufmerksam: Auf der linken Seite des Autos, dem Außenspiegel und Teilen der Motorhaube klebte plötzlich ein riesiger Schwarm Bienen - 20.000 Stück, um genau zu sein. Taylor und ihr Mann rätselten zunächst über die Ursache der merkwürdigen Bienen-Invasion: "Mein Mann macht gerne Witze und meinte, es läge wahrscheinlich an der Bee Gees CD in meinem Auto", verriet Taylor dem britischen "Express". 

Weit gefehlt: Der blaue Nissan der Familie fiel offenbar einem Phänomen zum Opfer, das in dieser Jahreszeit nicht unüblich ist. Wird es einem Bienenstock im alten Zuhause zu eng und kommt eine neue Königin auf die Welt, zieht die alte Königin mit einem Teil ihres Gefolges aus. So schafft sie Platz für ihre Nachfolgerin und trägt zur Vermehrung der eigenen Art bei. Dumm nur, wenn das umherstreunende Volk sich auf ganz alltäglichen Gegenständen niederlässt und sie gewissermaßen in Besitz nimmt. 

Bienenvolk bezieht Auto - weil natürliche Behausungen fehlen

Unsere Fotostrecke zeigt die denkbar schlechtesten Orte, an denen sich schwärmende Bienenvölker niedergelassen haben: Sie tummeln sich auf Fahrrädern, kleben unter Klappstühlen, bevölkern Straßenschilder oder sogar die Mülltonne eines großen Musikfestivals. Lassen sich Bienen auf solchen Gegenständen nieder, ist es sinnvoll, so schnell wie möglich einen Imker anzurufen, der das Volk einfängt. Haben die Insekten nämlich erst einmal mit dem Nestbau begonnen, wird es immer schwieriger sie umzusiedeln. 

Allein den Bienen die Schuld an diesem Verhalten zu geben, wäre aber falsch: Üblicherweise lassen sich die Insekten in Baumhöhlen nieder. Doch gerade in dicht besiedelten Gebieten wie Städten sind die oft Mangelware - also weichen die Völker auf Alternativen aus. Mensch und Tier können sich in die Quere kommen, wenn beide auf engem Raum zusammenleben, und der Mensch den Insekten natürliche Behausungen nimmt.

Shirley Taylor jedenfalls hat richtig gehandelt und einen örtlichen Imker-Verein angerufen, der die Bienen umsiedelte. Ob die Bienen dauerhaft fernbleiben, ist aber noch unklar. Möglicherweise befindet sich die Königin noch in einem Teil des Autos und könnte ihr Gefolge durch Duftstoffe erneut anlocken. Immerhin kann Taylor der Aktion etwas Positives abgewinnen: "Noch nie in meinem Leben habe ich so viel über Bienen gelernt."

ikr

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