Guter Kandidat mit schlechten Chancen

5. Dezember 2012, 10:30 Uhr

Am Sonntag will die SPD Peer Steinbrück offiziell ins Rennen gegen Kanzlerin Merkel schicken. Die Mehrheit der Deutschen hält ihn für den richtigen Kandidaten - und räumt ihm dennoch kaum Chancen ein.

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SPD-Kandidat Peer Steinbrück kann bei den Deutschen kaum punkten. Könnten sie ihren Kanzler direkt wählen, würden sich laut dem stern-RTL-Wahltrend nur 26 Prozent für ihn entscheiden.©

Peer Steinbrück, der an diesem Sonntag auf einem Sonderparteitag offiziell zum Kanzlerkandidaten der SPD gewählt werden soll, ist nach Auffassung der Mehrheit der Deutschen der richtige Kandidat seiner Partei. In einer Umfrage für das Hamburger Magazin stern bejahten 51 Prozent der Bürger diese Frage. 36 Prozent antworteten mit "Nein“. Mit 75 Prozent Ja-Antworten ist die Zustimmung bei den Wählern der SPD besonders hoch, aber auch 46 Prozent der Unionsanhänger bewerten die Entscheidung für Steinbrück als richtig. 41 Prozent aller Befragten meinen, dass der Ex-Finanzminister auch ein guter Kanzler wäre.

Dennoch kann Steinbrück gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kaum punkten. Könnten die Deutschen ihren Kanzler direkt wählen, würden sich laut dem stern-RTL-Wahltrend nur 26 Prozent für den SPD-Politiker entscheiden. Merkel liegt mit 50 Prozent unangefochten vorn. Kurz nach seiner Nominierung Ende Oktober hatte Steinbrück noch 35 Prozent erzielt – danach setzte die Debatte um seine Vortragshonorare ein.

Defizite hat der 65-Jährige vor allem bei Frauen: Nur 22 Prozent von ihnen wollen für ihn stimmen. Auch viele SPD-Wähler zweifeln: Lediglich zwei Drittel (67 Prozent) möchten ihn als Kanzler, fast jeder Fünfte (19 Prozent) zieht Merkel vor. Trotz seines Mitte-Kurses gelingt es Steinbrück nicht, Wähler der Union an sich zu binden: Die stehen mit 90 Prozent geschlossen hinter ihrer Regierungschefin.

Plus bei "unbequemen Wahrheiten"

Insgesamt erscheint Merkel den Deutschen nach der stern-Umfrage als führungsstärker und glaubwürdiger im Vergleich zu Steinbrück. 76 Prozent schätzen die Kanzlerin als "führungsstark“ ein, nur 49 Prozent Steinbrück. 56 Prozent halten Merkel für „glaubwürdig“, 37 Prozent sagen dies von ihrem Kontrahenten. Ein besseres Urteil als Merkel erhält Steinbrück in den Kategorien "spricht auch unbequeme Wahrheiten aus“ (Steinbrück: 56 Prozent, Merkel: 49 Prozent) und "kämpft für soziale Gerechtigkeit" (Steinbrück: 45 Prozent, Merkel: 38 Prozent).

Alles in allem sehen die Deutschen die Wahlchancen der SPD mit Steinbrück skeptisch. 51 Prozent glauben, dass er das Ergebnis von 2009 "etwas“ verbessern kann. 16 Prozent erwarten eine "deutliche Verbesserung“. 25 Prozent rechnen mit einem ähnlichen Ergebnis wie 2009. Damals erreichte die Partei 23 Prozent.

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Matthias Weber
 
 
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