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20. November 2009, 19:11 Uhr

St.-Pauli-Profi wollte sich das Leben nehmen

Der Fall Robert Enke regt die Fußball-Vereine offenbar zu einem Umdenken an: Jetzt veröffentlichte der Zweitligist FC St. Pauli das Schicksal eines depressiven Spielers sogar auf der eigenen Webseite. Der Profi Andreas Biermann wollte sich das Leben nehmen.

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St. Pauli, Depressionen, Biermann, Selbstmord, Enke

Andreas Biermanns Geständnis: "Ich versuchte, mir am 20. Oktober 2009 das Leben zu nehmen"© Friedemann Vogel/Bongarts/Getty Images

Nach dem Selbstmord von Nationaltorhüter Robert Enke wird jetzt ein weiterer tragischer Fall eines depressiven Fußball-Profis bekannt: Zweitligist FC St. Pauli veröffentliche am Freitag die Erklärung seines Abwehrspielers Andreas Biermann, der sich offenbar vor zwei Wochen das Leben nehmen wollte.

"Ich, Andreas Biermann, 29 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern, bin Profi-Fußballspieler beim FC St. Pauli und leide seit mehreren Jahren an Depressionen. Ich versuchte, mir am 20. Oktober 2009 das Leben zu nehmen", berichtete Biermann. Er wolle mit diesem öffentlichen Bekenntnis beitragen, dass diese Erkrankung keine Tabuthema mehr sei.

"Lügen- und Versteckspiel ersparen"

"Zeitweilig habe ich versucht, im Pokerspiel jenes Glück zu finden, das mir im Profisport aufgrund meines großen Verletzungspechs immer wieder versagt geblieben ist. Dieses Ventil hätte mich fast in eine Spielabhängigkeit getrieben, die meine eigentliche Erkrankung zusätzlich noch negativ beeinflusst hätte. Dies ist zum Glück nicht geschehen", heißt es in der Erklärung weiter.

Seit dem 13. November ist Biermann auf Anraten seiner Familie und des FC St. Pauli in stationärer Behandlung. "Meine Familie und ich möchten dies der Öffentlichkeit mitteilen, um anderen Betroffenen eventuell den Mut zu geben, sich ebenfalls zu öffnen bzw. helfen zu lassen", teilte Biermann mit. "Zudem möchten wir uns selbst ein Lügen- und Versteckspiel nach meiner Genesung ersparen. Wir möchten offen damit umgehen, um dazu beizutragen, dass diese Erkrankung kein Tabuthema mehr ist."

Seit dem Suizid von Nationaltorwart Robert Enke am 10. November wird im Fußball über Depressionen diskutiert. Der Profi von Hannover 96 hatte mehrere Jahre unter der Krankheit gelitten.

DPA
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