Die Rekordjäger

14. Dezember 2012, 16:14 Uhr

Elf Punkte Vorsprung auf Leverkusen: Für den FC Bayern lief die Hinrunde wie gemalt. Mit einem Sieg gegen Mönchengladbach könnte es die beste aller Zeiten werden. Und es warten noch weitere Rekorde.

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Oliver Kahn bezeichnete seinen FC Bayern einst als "gefräßig". Er meinte damit den unbedingten Hunger des Vereins, immer mehr Titel und Rekorde einzusammeln. Seit zwei Jahren durfte Bayern aber seinen Briefkopf nicht mehr ändern - höchste Zeit in guter alter Vereinstradition wieder Rekorde aufzustellen. Denn Bestmarken pflastern die Chronik des Klubs.

Und so ist es wenig überraschend, dass der FC Bayern auch in dieser Saison wieder einige davon eingeheimst hat: Jenen für den teuersten Transfer eines Spielers in die Bundesliga (40 Millionen Euro für Javier Martinez) und den für den besten Start in die Saison mit acht Siegen am Stück. "Gierig auf Titel", umschrieb Trainer Jupp Heynckes die Saison eins nach dem enttäuschenden Vizetriple. In überzeugender Manier hat sich die Mannschaft bereits nach 14 Spieltagen den ersten Titel gesichert, wenn auch nur den inoffiziellen des Herbstmeisters.

Zum Ende einer denkwürdigen Hinrunde winken dem Rekordmeister gleich noch vier weitere Bestmarken. Kassieren die Bayern gegen Borussia Mönchengladbach (20.30 Uhr) kein Gegentor, hat er zur Saisonhalbzeit so wenig Treffer kassiert wie kein anderer Klub bisher nach 17 Bundesligaspielen. Eine neue Bestmarke in Sachen bester Tordifferenz ist ihnen praktisch schon sicher, zudem würden sie bei einem Sieg die Tabelle zur Winterpause mit mindestens elf Punkten Vorsprung anführen - der dritte Rekord.

Zwei titellose Jahre sind der Ansporn

Alles gut also beim schnellsten Herbstmeister der Ligageschichte. "Wir spielen sehr konstant Fußball auf einem sehr hohen Niveau. Wenn man bisher nur sechs Gegentore hinnehmen muss, hat das nichts mit individueller Klasse zu tun, sondern mit der gesamten Formation", lobte Trainer Jupp Heynckes und mahnte die "Weiterentwicklung des Erfolgswegs" an. Die Zugänge hätten eingeschlagen, die anderen Profis sich "in ihrem Leistungsvermögen gesteigert". Unter dem Strich steht eine derart erfolgreiche Hinrunde wie fast nie in der Klubgeschichte - auch wenn die Bayern die jetzt angepeilte 44-Punkte-Marke zur Winterpause schon mal in der Saison 2005/06 geknackt hatten. Zuletzt zwei titellose Jahre hätten indirekt zum momentanen Erfolg beigetragen, vermutet Heynckes. "Das Gute, was man aus dem Schlechten nehmen konnte, ist, dass alle Spieler wieder so fokussiert auf ihren Beruf sind", sagte der 67-Jährige.

Der einstige Bundesliga-Klassiker zwischen dem Münchner Rekordmeister und Borussia Mönchengladbach ist für den Trainer-Oldie inzwischen zwar nur noch "ein Spiel wie jedes andere"; immerhin treffe man aber auf einen Gegner, "der uns schon letzte Saison Sorgen bereitet hat". Beide Ligaspiele gewannen die Gladbacher, im Pokal kamen die Bayern gegen die Borussia nur mit Mühe weiter. "Wir sind - wie fast alle Mannschaften gegen die Bayern - Außenseiter. Aber das waren wir in der vergangenen Saison auch", sagte Gladbachs Martin Stranzl dem "Kicker".

Heynckes bangt um Martinez

Um in München bestehen zu können, müsse "alles stimmen", mahnte auch Trainer Lucien Favre und lobte den großen Kontrahenten: "Sie sind für mich im Moment neben dem FC Barcelona und Borussia Dortmund die beste Mannschaft in Europa, wenn nicht in der Welt." Die Gäste müssen im Traditionsduell auf den gesperrten Alvaro Dominguez verzichten.

Heynckes treiben ebenfalls Personalsorgen um: Er bangt um seinen Defensivstrategen Javier Martínez. Der teuerste Bundesliga-Einkauf der Geschichte ist wegen einer leichten Kapselzerrung fraglich, zudem plagt er sich momentan mit einer Erkältung herum. Auf dem Weg der Besserung befindet sich dafür Arjen Robben, der gute Fortschritte im Aufbautraining mache, sagt Heynckes. So muss der Coach bei der Rekordjagd wohl ohne die beiden auskommen.

stu/DPA
 
 
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