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21. Oktober 2009, 12:16 Uhr

Quelle verramscht 18 Millionen Artikel

Alles muss raus: Insgesamt 18 Millionen Artikel will Quelle-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg in den nächsten Wochen in einem großen Räumungsverkauf loswerden. Ordentliche Rabatte sollen helfen, die Ware unters Volk zu bringen.

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Nach der Pleite kommt bei Quelle der Räumungsverkauf© Michael Dalder/Reuters

Nach dem Aus für Quelle laufen bei dem Versandhaus die Vorbereitungen für den Ausverkauf von rund 18 Millionen Artikeln. Erst wenn in den kommenden Tagen der Ablauf der Lagerrämung geklärt sei, könne es Klarheit über weitere Entlassungen geben, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters am Donnerstag. "Wir müssen erst einmal wissen, welche Strukturen und Prozesse wir für den Ausverkauf noch brauchen." Quelle-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg hatte angekündigt, in den kommenden Wochen würden mit ordentlichen Rabatten die Lager bei Quelle geräumt.

In der Region Nürnberg und Fürth müssen 4000 Quelle-Mitarbeiter voraussichtlich bereits zum 1. November gehen. Quelle-Gesamtbetriebsratschef Ernst Sindel sieht weitere 3000 Jobs an anderen Standorten gefährdet. In den großen Call-Centern der Primondo-Gruppe in Berlin und Magdeburg arbeiteten insgesamt 2000 Beschäftigte ausschließlich für Quelle. Ihre Arbeitsplätze seien ebenso gefährdet wie die rund 500 in den Call-Centern in Cottbus und Görlitz sowie 800 im Logistikzentrum in Leipzig. Wann den Mitarbeitern an diesen Standorten gekündigt werde, sei noch unklar. Ein Teil von ihnen werde wohl noch für den Verkauf der letzten Waren benötigt, erklärte Sindel. Von der Insolvenz nicht betroffen sind dagegen etwa 3500 Mitarbeiter der 17 Quelle-Auslandstöchter und der 15 Spezialversender der Primondo-Gruppe.

Quelle-Aus kostet Hunderte Post-Mitarbeiter den Job

Sindel warf Görg vor, er durchschaue die komplizierten Verflechtungen bei Quelle nicht. "Was der Insolvenzverwalter für Zahlen rauslässt, ist zum Teil hanebüchen", sagte Sindel. Görg hatte am Dienstag gesagt, er gehe davon aus, dass etwa 5000 Quelle-Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren werden. "Das zeigt, dass die Insolvenzverwaltung ein weiteres Mal die Komplexität des Unternehmens weit unterschätzt", kritisierte Sindel. Die Abhängigkeiten zahlreicher anderer Gesellschaften innerhalb der Primondo-Gruppe von Quelle würden nicht erkannt.

So erklärte die Post, dass das Ende des Versandhauses auch bei DHL zu Stellenverlusten führen. Das Unternehmen will drei DHL-Logistik-Standorte mit rund 400 Mitarbeitern schließen. Es handele sich um Standorte in Bochum, Lehrte und Nürnberg, sagte ein Sprecher.

"Welle der Hilfsbereitschaft"

Bereits im Zuge der Insolvenz von Arcandor hatte die Post erklärt, dass rund 560 Stellen wegfallen würden. Davon waren 240 DHL-Stellen bei der Karstadt-Logistik und 320 bei der Quelle-Logistik betroffen. Insgesamt addiert sich die Zahl der von der Arcandor-Insolvenz und dem Quelle-Aus bisher direkt betroffenen DHL-Beschäftigten damit auf 960.

Dafür gibt es von Quelle selbst auch eine gute Nachricht. So haben nach Auskunft von Betriebsratschef Sindel insgesamt rund 800 Beschäftigte eine neue Stelle gefunden. Er berichtete zudem von Solidaritätsbekundungen von Unternehmen aus dem ganzen Bundesgebiet. Fast täglich gingen im Betriebsratsbüro Jobangebote für die Quelle-Mitarbeiter ein. "Diese Welle der Hilfsbereitschaft ist schon bemerkenswert", so Sindel.

AP/DPA
 
 
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