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22. Februar 2012, 22:15 Uhr

Männer sterben doch nicht aus

Männerhasser haben sich zu früh gefreut: Die Ansicht einiger Genetiker, dass der Mann an sich irgendwann ausstirbt, ist widerlegt worden. Eine Erbgutanalyse hat ergeben, dass das Y-Chromosom wohl doch nicht dem Untergang geweiht ist.

Genetik, Y-Chromosom, Genanalyse, Männer, Aussterben

Männchen - ob beim Mensch oder Tier - wird es wohl noch länger geben© Colourbox

Männer werden aller Voraussicht nach nicht aussterben. Das für sie spezifische Y-Chromosom geht einer Erbgutanalyse zufolge doch nicht langsam zugrunde - wie zuvor von einigen Experten vermutet. Tatsächlich habe es bei den Vorfahren des Menschen in den Millionen Jahren der Evolution mehrfach einen rapiden Genverlust auf dem Chromosom gegeben, schreiben US-Forscher im Fachblatt "Nature" (Fachartikelnummer: DOI: 10.1038/nature10843). In den vergangenen 25 Millionen Jahren sei es aber zu keinem wesentlichen Schwund mehr gekommen.

Der Mensch besitzt 46 Chromosomen in den Kernen fast aller seiner Zellen. 44 dieser Chromosomen treten jeweils als Paar auf, die beiden übrigen sind die Geschlechtschromosomen X und Y. Frauen besitzen zwei X-Chromosomen, Männer ein X- und ein Y-Chromosom. Anders gesagt: Das Y-Chromosom kommt nur bei Männern vor, es trägt viele Gene, die für die Ausbildung männlicher Merkmale verantwortlich sind. Das Y-Chromosom ist somit auch das einzige im Erbgut, das kein gleichartiges Gegenstück besitzt. Gene, die auf dem Y-Chromosom liegen und abhanden kommen, sind verloren.

Fünf Mal massive Umbildungen

Forschern zufolge sind die Geschlechtschromosomen vor 200 bis 300 Millionen Jahren aus "normalen" Chromosomen hervorgegangen. Fünf Mal kam es seitdem zu massiven Umbildungen des Y-Chromosoms, die mit einem Genverlust einhergingen. Jennifer Hughes vom Massachusetts Institute of Technology (Cambridge/US-Staat Massachusetts) und ihre Mitarbeiter sequenzierten nun das Y-Chromosom des Rhesus-Affen, genauer gesagt die Region, auf denen die Gene für die männlichen Merkmale liegen, MSY genannt. Sie verglichen die Ergebnisse dann mit den bereits vorliegenden Daten vom Menschen und vom Schimpansen.

Durch den Vergleich der Y-Chromosomen konnten die Forscher dessen Entwicklung rekonstruieren. Denn während die gemeinsame Entwicklung von Menschen und Schimpansen erst vor rund 6 Millionen Jahren endete, trennten sich die Entwicklungslinien von Altwelt-Affen - wie dem Rhesus-Affen - und dem Menschen schon vor rund 30 Millionen Jahren.

Es zeigte sich, das es in den vergangenen 25 Millionen Jahren beim Menschen nur zu einem Genverlust in der Region kam, die zuletzt umgebildet wurde, dem sogenannten Stratum 5. Diese Region macht nur drei Prozent der gesamten "männerspezifischen" MSY-Region aus. Strata 1 bis 4 hatten sich nach einem rapiden anfänglichen Genschwund bereits stabilisiert, bevor die menschliche Entwicklungslinie vom Rhesus-Affen abzweigte.

 
 
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